Für immer untot

fur-immer-untotKaren Chance
Für immer untot
Cassie Palmer 3

Embrace the Night, USA, 2008
Piper Verlag, München, dt. Erstausgabe: 12/2009
TB, Paranormal Romance, Urban Fantasy, Horror
ISBN 9783492291866
Aus dem Amerikanischen von Andreas Brandhorst
Titelgestaltung Guter Punkt, München unter Verwendung eines Motivs von Larry Rostant/artist partners ltd

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Cassie Palmer kam nach dem frühen Tod ihrer Eltern in die Obhut von Vampiren. Als sie herausfand, dass einige von ihnen ihre Hand bei der Tragödie im Spiel hatten, entflieht sie ihrem goldenen Käfig, um Rache zu nehmen. Nachdem die Macht der Pythia auf sie überging, wird sie schnell zu mehr als nur einem kleinen Ärgernis, und etliche verfeindete Parteien bemühen sich um Cassies Gunst – oder ihren Tod. Wer gestern noch Freund war, kann heute schon Feind sein und umgekehrt, denn alle Beteiligten haben Verpflichtungen oder Wünsche. So wird ausgerechnet der Kriegsmagier John Pritkin, der sie lange jagte, zu Cassies loyalstem Verbündeten. Oder doch nicht? Hat wirklich er den Dschinn Saleh, der über wichtige Informationen verfügte, ermordet? Ist der leidenschaftliche Mann wirklich der kühle Pritkin, den Cassie kennt? Schon immer ahnte sie, dass er mehr ist als nur ein Mitglied des weißen magischen Zirkels, doch was sie aufdeckt, überrascht sie wirklich.

Aber Pritkin ist nur ein Teil des großen Rätsels, das Cassie im Moment am meisten beschäftigt: Der ‚Geis’, der auf ihr und Mircea, dem Vampir, in den sie schon als kleines Mädchen verknallt war, liegt, hat sich verändert und droht, den attraktiven Meistervampir in den Wahnsinn zu treiben. Um ihm zu helfen, muss Cassie viele Versprechen geben, ungewollte Bündnisse eingehen und den ‚Codex Merlini’ in der Vergangenheit suchen. Und wieder kommt Pritkin ins Spiel. Aber kann und will er wirklich – einem Vampir – helfen? Um der Handlung des dritten „Cassie Palmer“-Bandes problemlos folgen zu können, sollte man die vorherigen Romane „Untot mit Biss“ und „Hinreißend untot“ gelesen haben. Auch wenn jedes Buch in sich abgeschlossen ist und mit ausführlichen Erklärungen aufwartet, wird doch vorausgesetzt, dass man weitgehend mit den Geschehnissen und Protagonisten vertraut ist. Gerade der vorliegende Teil nimmt regelmäßig Bezug auf zurückliegende Ereignisse.

Hinzu kommt, dass die Handlung sehr komplex ist. Die Protagonistin, aus deren Sicht die Geschichte in saloppem Ton erzählt wird, muss nicht mit einem großen Problem fertig werden, sondern nebenbei weitere Konflikte lösen, um ihr eigentliches Anliegen verfolgen zu können. Mitunter nehmen die Action-Szenen „Bond“’sche Ausmaße an – Action um der Action Willen -, und man fragt sich, wozu das alles nötig ist, denn auch als Leser läuft man dabei Gefahr, den roten Faden zu verlieren. Dazu tragen auch die vielen Charaktere, die mehr oder minder große Rollen innehaben, mal auf dieser, mal auf jener Seite stehen, ihren Teil bei. Bis auf jene im engen Kreis um Cassie sind die meisten austauschbar, und auch die Gegenspieler schieben oft nur Handlanger vor, statt ihr wahres Gesicht zu zeigen. Ein paar Quasi-Verbündete weniger und dafür mehr Informationen über die Widersacher könnten einiges an Licht und Struktur in die Handlung bringen.

In den ruhigen Minuten wird gezickt bzw. knistert die Erotik. Dass Antworten auf drängende Fragen gegeben werden, ist eher die Ausnahme. Allerdings dauert es noch eine ganze Weile, bis Cassie und das weibliche Publikum bekommen, was sie sich – in den meisten Fällen -gewünscht haben. Anders als viele Kolleginnen bleibt Karen Chance bei ihren Beschreibungen seriös und überlässt die Details der Phantasie des Publikums. Derbe Worte und grafische Inhalte sind Fehlanzeige – und so dürfen auch Fans ab 14 Jahren zugreifen. Die Autorin weiß durch ihren flüssigen Stil und die frechen Kommentare gut zu unterhalten. Ihre Figuren wachsen einem schnell ans Herz, vor allem jene, die sich in der Grauzone bewegen. Allerdings will Karen Chance zu viel auf einmal und zersplittert den Konflikt in unnötige Probleme mit zahlreichen Nebenfiguren, so dass der Roman trotz der ständigen unvorhersehbaren Wendungen vermeidbare Längen aufweist.

Dennoch ist die „Cassie Palmer“-Reihe für ein Publikum, das neben der Romantik auch eine Handlung wünscht, interessanter als manch anderer Titel. Mag man es witzig, aber nicht gar so schrill wie bei Mary Janice Davidson, erotisch, aber nicht so detailliert wie bei Lori Handeland, dazu reich an Action, aber nicht mit dieser als Hauptanliegen wie bei den männlichen Autoren, dürfte man hier an der richtigen Stelle sein. Gefallen Serien wie „Stadt der Finsternis“ oder „Dante Valentine“, sollte man auch der vierteiligen „Cassie Pamer“ eine Chance geben.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann
 
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