Momo

Michael Ende
Momo: Ein Märchen-Roman

Piper Verlag, München, 11/2009, dt. Erstveröffentlichung: K. Thienemanns Verlag, Stuttgart, 1973
TB, Kinder-/Jugendbuch, Fantasy, Märchen
ISBN 978-3-492-25349-9
Titelgestaltung von semper smile, München unter Verwendung eines Motivs von Michael Ende/Thienemann Verlag
Autorenfoto von Caio Garruba

www.piper-verlag.de
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In der Ruine eines alten Amphitheaters am Rande einer Stadt taucht eines Tages das kleine Waisenmädchen Momo auf und lässt sich häuslich nieder. Schnell stellen die Menschen fest, dass die kleine Momo eine ganz besondere Begabung hat: Sie kann zuhören. Schon bald kommen die Leute regelmäßig zu ihr, wenn sie alleine nicht mehr weiterwissen. Und allein dadurch, dass sie zuhört, schafft Momo es, dass der Ratlose eine Lösung, der Ängstliche seinen Mut und der Unglückliche wieder Freunde am Leben findet. Viele suchen ihren Rat, und so kommt es selten vor, dass sie einmal allein ist.

Doch eines Tages ändert sich alles. Plötzlich haben Momos Freunde keine Zeit mehr für sie, bleiben immer öfter weg und haben andere Dinge zu tun, als ihr von ihren Sorgen, Nöten und Ängsten zu erzählen. Der Grund dafür sind die rätselhaften ‚Grauen Herren„. Diese versprechen den Menschen, dass sie alle Lebenszeit, die die Leute ansparen, auf eine Bank packen, verwahren und vermehren würden. Die Menschen müssten nur ein wenig mehr arbeiten und ein bisschen weniger Zeit für andere Dinge ‚verleben„, und schon bald würden sie einen Riesenbatzen gesparte Zeit besitzen, mit dem sie dann alles tun könnten, was sie schon immer einmal tun wollten. Einzig Momo durchschaut, dass das Angebot der ‚Grauen Herren„ eine Lüge ist und diese einzig und allein darauf aus sind, die Zeit der Menschen zu stehlen.

Doch welche Chance hat ein Kind, die Verschwörung zu stoppen? Mit Recht gehört der 1995 verstorbene Kinder- und Jugendbuchautor Michael Ende zu den berühmtesten phantastischen Autoren des 20 Jahrhunderts, denn seine Bücher begeistern schon seit Generationen Kinder und Erwachsene gleichermaßen und haben bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Die Geschichte des kleinen armen Mädchens, das alles daran setzt, ihre Freunde vor der Gefahr durch die seltsamen grauen Agenten zu retten, die den Menschen das wertvollste nehmen, was sie haben, nämlich ihre Zeit, liest sich auch heute, fast 40 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung, noch so spannend und aktuell wie damals. Ja, fast muss man sagen, dass die Geschichte in den letzten Jahren, in denen die Welt immer noch ein bisschen schneller geworden ist und die Menschen immer weniger Zeit für sich und ihre Freunde haben, noch an Aktualität dazugewonnen hat.

Momo ist ein modernes Märchen, das ganz ohne Effekthascherei, Sex oder bombastische Fantasy-Elemente auskommt. Es ist eine leise, poetische Geschichte von Menschlichkeit, Ehrlichkeit und Freundschaft und schafft es allein durch die Tiefe der Geschichte und Michael Endes wunderbaren Erzählstil, schon von der ersten Seite an zu fesseln. Und so ist Momo nicht nur ein Bucher für Kinder und Jugendliche, sondern vor allem auch für Erwachsene, die sich von Michael Ende daran erinnern lassen können, wie wichtig es ist, etwas Schönes und Gutes mit seiner eigenen Zeit anzufangen.

Copyright © 2012 by Birgit Scherpe (BS)

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Comments

  1. Da sieht man mal wieder, wie fast schon prophetisch man Endes Weitblick bezeichen könnte: Die Grauen Herren (Banker) haben uns schon annodunnemal 1973 – versucht – über den Tisch zu ziehen.

    mgg
    galaxykarl 😉

  2. Mit 1973 meinte ich das Ersterscheinungsdatum des Romans. Zinsen gibt es in Deutschland sicher schon seit den Fuggern, denen man die ersten Bankgeschäfte zuschreibt. Aber das waren ja noch ehrbare Kaufleute und keine Banker.

    mgg
    galaxykarl 😉

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