Sacred 2: Der Schattenkrieger – Die Erlösung

Bei Amazon.deSacred 2: Der Schattenkrieger – Die Erlösung

Sacred 2 – Der Schattenkrieger, Teil 5
Weirdoz* – Games Zum Hören, November 2009
1 Audio-CD, ca. 73 Minuten
Regie: Patricia Nigiani
Autor: A. D. Portland
Sprecher: Helmut Krauss, Thomas Fritsch, Annabelle Krieg, Michael Pan, Sandra Schwittau, Nana Spier, Jürgen Holdorf, Hansi Jochmann
Sound: Udo Baumhögger
Musik: Blind Guardian
(sfbentry)

Mit „Die Erlösung“ endet die Pentalogie „Sacred 2: Der Schattenkrieger“, dass Hörspiel zum Computerspiel „Sacred 2“. Im Mittelpunkt stehen dabei erneut Garlan der Schattenkrieger, seine Weggefährtin Leandra und der bösartige Großinquisitor.

Nachdem Garlan den Chronisten verlässt ist er seiner Erinnerungen an diese Begegnung beraubt. Doch mittels einem Trick weiß er nun, wo sich sein Ziel befindet: Die Große Maschine. Doch zuvor muss der Schattenkrieger Leandra aus den Klauen eines Chaoskultes befreien und sich mit der Wut seiner Begleiterin auseinandersetzen.

Die Reise geht nun in wärmere Gefilde, nach Dyr-Lain. Dort soll sich die Große Maschine befinden, bewacht von den Dryaden, kriegerischen Amazonen, die unter dem Befehl von Königin Eana stehen. Garlan und Leandra müssen sich erst einmal das Vertrauen der misstrauischen Dryaden verdienen. Unglücklicherweise haben die Elfen bereits Dyr-Lain erreicht. Doch der Schattenkrieger ist unbeugsam und setzt alles auf eine Karte, um sein Ziel zu erreichen …

Mit „Sacred 2: Der Schattenkrieger – Die Erlösung“ setzt Weirdoz* zum großen Finale der Reihe an und lässt es ordentlich krachen. Innerhalb einer bombastischen Klangkulisse agieren die Figuren, um schlussendlich ihr Ziel zu erreichen. Einige im Laufe der Reihe aufgeworfene Fragen bleiben jedoch unbeantwortet und schlussendlich entscheidet sich Garlan überraschend anders. Das ist auf den ersten Blick ein wenig verwirrend oder gar unbefriedigend. Gleiches gilt auch für das Schicksal des Großinquisitors, dem die Hörerschaft sicherlich alles erdenklich Schlechte an den Hals wünscht. Was auf den ersten Blick nun störend wirkt, ist allerdings überaus korrekt. „Sacred 2: Der Schattenkrieger“ ist keine abgeschlossene Reihe, sondern erzählt die Vorgeschichte zum bereits angesprochenen Computerspiel. Einige der Zusammenhänge werden somit deutlicher hervorgehoben, der Hörer kann tief in die mystische Fantasywelt Ancaria eintauchen, doch eine schlussendliche Auflösung und der Aha-Effekt ergeben sich vor allem in Verbindung mit „Sacred 2“.

Das bedeutet nun keinesfalls, dass „Sacred 2: Der Schattenkrieger“ nicht alleine bestehen kann. Nein, das wäre ein Trugschluss. Denn im Grunde ist der Weg das Ziel – und diesen Weg sind die Hörer mit Garlan und Leandra gegangen. Also Ziel erreicht. Die Auflösung zur T-Energie, der Großen Maschine und dem Schicksal der Welt, diese großen Zusammenhänge, werden dem Computerspiel überlassen. Am Ende sind es die kleinen Siege die glücklich machen, denn Garlan und Leandra bekommen etwas, mit dem sie zu Beginn ihrer Reise niemals rechneten: Die Liebe!

Das klingt nun schmalzig und kitschig, zugegeben, vor allem da die Liebe vorher kein echtes Thema war. In „Die Erlösung“ wird sie jedoch zum Dreh- und Angelpunkt, denn sie ist es doch schlussendlich, die Erlösung verspricht. Und damit stellt sie die unvorhersehbare Wendung in der Geschichte dar, die alles auf den Kopf stellt. Großes Lob an A. D. Portland für diese gelungene Überraschung. Doch auch die Regisseurin Patricia Nigiani heimst mit diesem Abschluss großes Lob ein, denn ihre konsequente Inszenierung bleibt bis zur letzten Minute spannend und unterhaltsam. Gekonnt verbindet sie die unterschiedlichen Komponenten aus Handlung, Klang (hervorragend von Udo Baumhögger umgesetzt) und Sprecher zu einem harmonischen Ganzen. Das macht großen Spaß und gute Laune.

Überhaupt neigen die Sprecher mal wieder zu Glanzleistungen. Allen voran Michael Pan, der einen herrlich bösartigen und intriganten Großinquisitor zum Besten gibt, im letzten Track sogar mit einer kleinen Anspielung auf den Gollum aus „Der Herr der Ringe“. Einfach wunderbar! Das gilt auch für Thomas Fritsch, der eine überaus männliche und kernige Stimme besitzt, die er unter anderem auch Hollywood-Schauspielern wie William Hurt, Russel Crowe, Jeremy Irons oder auch Burt Reynolds leiht – mal ganz von seinen exzellenten Leistungen als Schauspieler abgesehen. Er verkörpert hervorragend den kompromisslosen Schattenkrieger Garlan und bei seinen Texten sprüht regelrecht das Testosteron aus den Boxen. Mehr Männlichkeit geht kaum. Angemessen Paroli bietet ihm da Annabelle Krieg, die eine jugendlich unbekümmerte Leandra zum Besten gibt. Die Dialoge zwischen Garlan und Leandra machen durch diesen starken Kontrast der beiden Rollen großen Spaß. Vor allem, da das gesamte Sprechertrio ein breites Sprachspektrum besitzt und auch feine Nuancen pointiert setzen kann. Auch alle anderen Sprecher leisten hervorragende Arbeit.

Für die abschließende Folge wurde Hansi Jochmann engagiert, die vielen Hörern als deutsche Stimme von Jodie Foster bekannt sein dürfte. Damit ist sie ebenso audiopromintent wie Thomas Fritsch und als Königin Eana die Idealbesetzung. Immerhin handelt es sich bei Eana um eine kleine Rolle, um so wichtiger, von Anfang an eine starke Stimme zu etablieren, die Garlan auch hörbar Widerstand leistet. Das ist hier sehr gut gelungen und noch ein wenig zusätzlicher Zucker auf dieses Sahnestück der Fantasyhörspiele.

Eine der wichtigsten Rollen ist dabei jedoch auch die Rolle, die man als Hörer kaum wahrnimmt, obwohl sie stets präsent ist und die Geschichte zusammenhält: Der Chronist! Gesprochen wird er von Helmut Krauss, der vielen Menschen aus dem Fernsehen bekannt sein dürfte, da er jahrelang in „Löwenzahn“ als Peter Lustigs Nachbar Paschulke die Kinder der Nation unterhielt. Aber auch seine Stimme ist wohlbekannt, denn unter anderem gab er schon den Erzähler in der Serie „Captain Future“. In „Sacred 2: Der Schattenkrieger“ ist er ebenfalls der Erzähler, in der Rolle des Chronisten. Dabei nimmt man ihn meistens nur am Rande wahr, doch zum Ende hin gewinnt der Chronist an Persönlichkeit und gibt einen Ausblick auf die Zukunft Ancarias. Dabei teilt er jedoch das Schicksal vieler Vorleser: Man erinnert sich an die Helden aus dem Buch, nimmt den Erzähler aber nur am Rande wahr. Dabei sind es jedoch genau diese scheinbar unscheinbaren Menschen, die uns eine Geschichte vortragen und von den Ereignissen berichten. Mit ihnen steht und fällt eine Erzählung. Die Kunst dabei ist es vor allem präsent zu sein, aber niemals dominant. Und genau das gelingt Helmut Krauss hervorragend. Und so gebühren ihm zu Recht die abschließenden Worte in „Die Erlösung“.

„Sacred 2: Der Schattenkrieger – Die Erlösung“ ist ganz großes Ohrenkino und ein gelungenes Ende der Pentalogie. Hier stimmt einfach Alles.

Copyright © 2009 by Günther Lietz

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