Alien 3

Alan Dean Foster
Alien 3

Originaltitel: Aliens 3 (New York : Warner Books 1992)
Übersetzung: Thomas Hag
Deutsche Erstausgabe: 1993 (Heyne Verlag/Allgemeine Reihe 01/8490)
203 Seiten
ISBN-13: 978-3-453-05615-2
Sammelband („Alien“, „Aliens“, „Alien 3“): 1993 (Heyne Verlag/Allgemeine Reihe 01/8764)
701 S.
ISBN-13: 978-3-453-06401-0
eBook: November 2014 (Heyne Verlag)
1850 KB
ISBN-13: 978-3-641-14975-8

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Das geschieht:

Mit knapper Not sind Ellen Ripley, Corporal Hicks, die junge Newt sowie der An-droide Bishop vom Alien-Planeten Acheron entkommen (vgl. Alan Dean Fo¬ster: Aliens – Die Rückkehr, Heyne Verlag 1986, Allgemeine Reihe 01/6839). An Bord des Trup¬pentransporters SULACO sind sie auf dem Weg zur Erde; die Reise verbringen sie schlafend in den Kältekammern des Raumschiffs.

Doch auf Acheron hat sich eine Alien-Larve an Bord der SULACO schleichen können. Bei seinem Versuch, die Menschen in ihren Schlafkabinen anzugreifen, beschädigt das Wesen die Steuerung des Schiffs. Die SULACO kommt vom Kurs ab und setzt zu einer automatischen Notlandung auf dem Planeten Fiorina an. Das Alien stirbt, aber auch Hicks und Newt überleben das Unglück nicht. Allein Ripley kommt mit dem Leben davon.

Fiorina ist ein ungastlicher Planet, der eine einst riesige Minen-Kolonie beherbergt. Die Eigentümerin, der Konzern Weyland-Yutani, vermietete einen Teil der Anlage an die Regierung, die hier die Strafanstalt Fury 361 einrichtete. 25 Gefangene und zwei Aufseher verlieren sich in den riesigen Kavernen der Mine. Um der drückenden Aussichtslosigkeit ihrer Lage zu entfliehen, haben die Sträflinge eine Art Laienorden mit festen Regeln und Grundsätzen gegründet. Ri¬pleys Anwesenheit sorgt für Unruhe, doch die Spannungen werden rasch nebensächlich, als sich herausstellt, dass sich an Bord der SULACO ein weiteres Alien verborgen hat. In den Gän¬gen und Höhlen von Fury 361 beginnt ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem sich die Reihen der Bewohner rasch lichten. Ripley stellt ihre Erfahrungen mit den Aliens in den Dienst der verfolgten Kolonisten, doch ihre Zeit ist begrenzt: Ein drittes Alien hat sich Ripley als Wirt ausgesucht, während sie in ihrer Kältekammer schlief. Ein chir¬urgischer Eingriff ist unmöglich – Ripley wird sterben.

Zu allem Überfluss mischt sich Weyland-Yutani ein. Der Konzern will aus den Aliens eine biologische Waffe schaf¬fen, den er profitabel vermarkten will. Andrews, der Direktor der Straf¬kolonie, hatte Ripleys Notlandung gemeldet. Sofort setzt Weyland-Yutani eine Abordnung in Marsch. Mindestens ein Alien soll geborgen werden; ob die Bewohner von Fury 161 dies überleben, ist Nebensache …

Vision und Wirklichkeit

Seit etwa 1980 ist der „tie in-Roman“, d. h. die Nacherzählung eines Kino- oder TV-Films, eine feste Größe im Vermarktungskonzept der Film- und Fernsehindustrie. Das Dreh¬buch liegt vor; warum es also nicht als Grundlage eines Romans profitabel recyceln? Im schlimmsten Fall werden dabei die schon vorhandenen Dialoge und Handlungsvorgaben mit einigen Überleitungen verbunden, und schon kann das Produkt – und mehr ist es dann nicht – auf einen kurz- bzw. schnelllebigen Markt geworfen werden. Unter diesem Aspekt leuchtet es ein, dass sich eine ganze Reihe von zweit- und drittklassigen Autoren auf das Verfassen von Filmromanen spezialisiert hat. Aber auch Schriftsteller von Rang und Namen verdienen sich gern ein kleines Zubrot, wenn die Karrierekurve einmal einen Knick erfährt.

Alan Dean Foster gehört zu den redlichen Vertretern seiner Zunft. Bereits die beiden ersten „Alien“-Filme hatte er zur großen Zufriedenheit seiner Auftraggeber nacherzählt, weshalb es keine Überraschung war, dass man sich nunmehr ein drittes Mal an ihn wandte. Doch dieses Mal stand die Zusam¬menarbeit mit der „20th Century Fox Film Corpora¬tion“ unter keinem günstigen Stern. Die Dreharbeiten zu „Alien 3“ zogen sich ungewöhnlich lange hin, was bereits grundsätzliche Schwierigkeiten ahnen ließ.

David Fincher, dem nicht einmal dreißigjährigen Regie-Neuling, schwebte kein Action-Spektakel à la James Cameron vor, sondern eine düstere, in den Augen des entsetzten Studios beinahe nihilistische Tragödie, die allzu oft an Dingen rührte, die einer profitablen weltweiten Vermark¬tung im Wege standen. Auf „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“, eine Science Fiction-Gruselgeschichte, und „Aliens – Die Rückkehr“, ein sä¬belrasselndes Action-Abenteuer, folgte ein düsteres Kammerspiel.

Ein ungewöhnliches Finale

Zwar geht es hoch her in der Gefangenenkolonie Fury 361, doch der Großteil des Schreckens spielt sich dieses Mal im Verborgenen ab. Kritik und Zuschauer wussten lange Zeit mit diesem ‚psychologischen‘ SF-Horror wenig anzufangen. Inzwischen wird Regisseur David Fincher nach Filmen wie „Se7en“ (1995; „Sieben“), „Fight Club“ (1999M „Der Fight-Club“) oder „Gone Girl“ (2014; „Gone Girl – Das perfekte Opfer“) als Meister seiner Kunst anerkannt. Im Glanze dieses Rufes findet nun auch seine Mär vom bizarren Sträflings-Orden, dessen Angehörige mit sich selbst mindestens eben¬so zu kämpfen haben wie mit den Aliens, kritische Anerkennung.

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Der verbissene Kleinkrieg zwischen Studio und Regisseur schlug sich in ständigen Drehbuch-Änderungen nieder, die natürlich auch Alan Dean Foster zu berücksichti¬gen hatte. Für einen Autor, der es gewohnt ist, rasch zu arbeiten – für einen „tie-in“-Roman setzt Foster durchschnittlich sechs Wochen an -, muss diese Erfahrung ein wahrer Albtraum gewesen sein. So kämpfte in einer der frühen Fassungen noch die junge Newt aus „Aliens – Die Rückkehr“ an Ripleys Seite gegen die Aliens, doch dann entschied Fincher plötzlich, diese Figur vollständig zu streichen.

Solche massiven Verwerfungen machen es verständlicherweise schier unmöglich, einen stringenten R¬man zu schaffen. Angesichts solcher Schwie¬rigkeiten hat Foster sich mit Anstand geschlagen. Freilich versteht man auch seine Entscheidung, zukünftig keine Aufträge für Filme-Romane mehr anzunehmen. (Nachzules¬en ist diese Ge¬schichte zusammen mit vielen weiteren aufschlussreichen Äußerungen Fosters zum Thema Film und Roman in: Jens H. Altmann, Am Ende passt alles zu¬sammen. Ein Interview mit Alan Dean Foster, in: Wolfgang Jesch¬ke [Hg.], Das Science Fiction Jahr 1998, München : Heyne Verlag 1997, S. 565-574.) An diesen Entschluss hielt sich Foster mehr als ein Jahrzehnt, bevor er doch zurückkehrte: nicht nur ins „tie-in“-Gewerbe, sondern auch zum „Alien“-Franchise: 2017 schrieb er den Roman zum Film „Alien: Covenant“.

Autor

Alan Dean Foster wurde am 18. November 1946 in New York City geboren, wuchs jedoch in der Filmstadt Los Angeles auf. Dort studierte er Politikwissenschaften und Film und arbeitete für eine kleine Werbeagentur. Der Schriftsteller Foster hatte seine erste Veröffentlichung bereits 1968 mit einer Kurzgeschichte. 1972 erschien ein erster Roman („The Tar-Aiym Krang“), gleichzeitig der Auftakt zu einer inzwischen quantitativ eindrucksvollen Reihe von Romanen, die in Fosters ureigenem literarischen Kosmos, dem „Homanx Commonwealth“, spielen: einem Sternenreich, das gemeinschaftlich von den Erdmenschen und den Thranx, intelligenten Großinsekten, regiert wird.

Mit seiner bemerkenswerten Veröffentlichungsrate gehört Foster zu den Handwerkern der Unterhaltungsliteratur. Er ist in zahlreichen Genres zu Hause und schrieb außer Science Fiction auch Fantasy-, Horror-, Kriminal-, Western oder Historienromane. Hinzu kommen zahlreiche Kurzgeschichten sowie Drehbücher für Film & Fernsehen, Scripts für Hörspiele, Computerspiele und andere Unterhaltungsmedien.

Fosters Arbeitstempo sowie seine Entscheidung für die eher kommerzielle Seite der Schriftstellerei ließen bisher kein Werk entstehen, das den Rang eines literarischen Klassikers beanspruchen könnte. Generell dominieren anspruchslose, allerdings sauber geplottete, mit lebendigen Figuren besetzte und flott geschriebene Geschichten, wobei der Anteil missratener und langweiliger Werke angesichts des Ausstoßes erstaunlich gering ist.

Privat liebt Alan Dean Foster ausgedehnte Reisen in entlegene Winkel der Welt. Er ist Sporttaucher und schreibt auch Artikel darüber. Mit seiner Familie lebt Foster in Prescott im US-Staat Arizona. Über sein Leben und Werk informiert er auf seiner lobenswert aktuell gehaltenen Website.

Copyright © 2017 by Michael Drewniok (md)

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Aliens – Die Rückkehr

Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt

Alien – In den Schatten

Alien – Jenseits der Sterne

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