Aliens – Die Rückkehr

Alan Dean Foster
Aliens – Die Rückkehr

Originaltitel: Aliens (New York : Warner Books 1986/London : Futura 1986)
Übersetzung: Irene Holicki
Deutsche Erstausgabe: 1986 (Heyne Verlag/Allgemeine Reihe 01/6839)
283 Seiten
ISBN-13: 978-3-453-02456-4
Sammelband („Alien“, „Aliens“, „Alien 3“): 1993 (Heyne Verlag/Allgemeine Reihe 01/8764)
701 S.
ISBN-13: 978-3-453-06401-0
eBook: November 2014 (Heyne Verlag)
1850 KB
ISBN-13: 978-3-641-14975-8

Titel bei Booklooker.de
Titel bei Amazon.de
Titel bei Amazon.de („Alien“-Dreifach-Band)


Das geschieht:

Mit letzter Kraft hatte sich Ellen Ripley an Bord des Raumfrachters „Nostromo“, des unheimlichen, schier unsterblichen Aliens erwehren können, das die Besatzung auf Geheiß der Weyland-Yutani-Gesellschaft, eines mächtigen Konzerns, vom Planeten LV-426 bergen mussten. (Alan Dean Foster, „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“.) Mit Jones, der Schiffskatze, trieb Ripley im Kälteschlaf in einer Rettungskapsel durch das All.

Als die Kapsel endlich gefunden wird, sind 57 Jahre vergangen. Ripley kehrt zur Erde zurück, doch ihre Angehörigen und Freunde sind längst gestorben. Schlimmer sind die Intrigen von Weyland-Yutani, die Ripley zum Sündenbock für den Verlust der „Nostromo“ stempelt. Sie findet sich auf einer Schwarzen Liste wieder, was es ihr doppelt schwer macht, wieder Fuß zu fassen.

Dann wendet sich Carter Burke, ein Angestellter von Weyland-Yutani, an Ripley. Sie erfährt, dass ihr ehemaliger Arbeitgeber eine Kolonie namens „Hadley’s Hope“ auf LV-426 jetzt „Acheron“ genannt eingerichtet hat. Riesige Maschinen sollen den unwirtlichen Planeten in eine zweite Erde verwandeln. Im Verborgenen wird gleichzeitig das Wrack untersucht, in dem die Mannschaft der „Nostromo“ einst auf das Alien stieß. Ganz plötzlich ist jetzt der Kontakt zur Kolonie abgebrochen. Hat Ripley doch die Wahrheit gesagt? Weyland-Yutani schickt den Truppentransporter „Sulaco“ mit einer Gruppe kampferprobter Soldaten nach Acheron. Ripley begleitet sie als Beraterin; man ließ ihr keine Wahl.

Die Gruppe findet die Kolonie zerstört vor. Ripley findet eine Überlebende: Die sechsjährige Newt berichtet, dass Horden von Aliens „Hadley’s Hope“ überfallen und sämtliche Bewohner getötet oder verschleppt haben. Bald müssen auch die Soldaten, die Ripleys Warnungen über die Gefährlichkeit der Aliens keinen Glauben geschenkt haben, die Erfahrung machen, dass sie gegen diesen Feind wenig ausrichten. Ein erster Vorstoß ins Nest der Aliens endet in einem Fiasko; Männer sterben, das Landefahrzeug wird zerstört. Die Gruppe ist auf Acheron gefangen, die Nacht bricht an, und die Aliens kriechen aus ihren Schlupflöchern …

Der richtige Mann für diesen Job

In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre wurde der „tie in“-Roman, die Nacherzählung eines Kino- oder TV-Films, zur festen Größe im Merchandising-Konzept der Film- und Fernsehindustrie. Das Dreh¬buch liegt vor; warum es dann nicht als Grundlage eines Romans profitabel recyceln? Im schlimmsten Fall werden die dort schon vorhandenen Dialoge und Handlungsvorgaben mit einigen Überleitungen verknüpft, und schon kann das Produkt mehr ist es nicht auf den schnelllebigen Markt geworfen werden. Unter diesem Aspekt leuchtet es ein, dass sich vor allem zweit- und drittklassige Autoren auf das Verfassen von Romanen zum Film spezialisieren. Aber auch Schriftsteller von Rang und Namen verdienen sich gern und notfalls unter Pseudonym ein Zubrot, wenn die Karrierekurve einen Knick erfährt.

Alan Dean Foster gehört zu den ‚echten‘ Autoren, die nicht nur ein unterhaltsames Garn spinnen, sondern auch überaus schnell arbeiten und termingerecht liefern können. Damit erregte er schon früh die Aufmerksamkeit der Film- und Fernsehindustrie, der er durch seine Arbeit in der PR-Abteilung eines kleinen kalifornischen Studios ohnehin verbunden war. Zwischen 1974 und 1978 verwandelte er die Drehbücher der „Star-Trek“-Zeichentrickserie in eine zehnbändige Buchreihe. Mit dieser Empfehlung wurde er von den Studios gern angeheuert. Foster schrieb Bücher zu Science-Fiction-Filmen wie „Starman“, „Das Ding aus einer anderen Welt“ oder „Outland Planet der Verdammten“, aber auch zu Western wie „Pale Rider Der namenlose Reiter“. Bis Anfang der 1990er Jahre entstanden etwa 25 Film-Romane.

Mehr Aliens! Mehr Kämpfe! Mehr Blut!

Foster hatte 1979 bereits den ersten Teil der „Alien“-Saga in Romanform gebracht und dabei sehr gute Arbeit geleistet. Die Fortsetzung stellte ihn vor ungleich größere Probleme. „Aliens Die Rückkehr“ ist ein Film von James Cameron. Dieser Regisseur und Drehbuchautor ist bekannt und berühmt für seine grandiosen Action-Filme (u. a. „Terminator“ I & II“, „True Lies“, „Pandora“).

Gegen sein enormes Talent, eine spannende Geschichte in packende Bilder zu kleiden, fiel seine Fähigkeit, dieser Geschichte Tiefe zu verleihen, allerdings lange ab. Mit „Titanic“ stellte er 1997 unter Beweis, dass sich seine inszenatorische Bandbreite stark erweitert hatte, aber der frühe Cameron achtete primär darauf, dass vor der Kamera immer etwas ge¬schah. In „Aliens“ gibt es durchaus ruhige Passagen dies gilt besonders für den „Director‘s Cut“, der fast eine halbe Stunde länger läuft als die Kinofassung, weist aber einen völlig anderen Grundton als sein Vorgänger auf.

Titel bei Amazon.de [eBook]
Titel bei Buch24.de [eBook]
Titel bei eBook.de [eBook]

Zwangsläufig erschwert die Betonung des Visuellen einem Schriftsteller wie Alan Dean Foster die Arbeit. Er denke sich gern in die Köpfe seiner Figuren, wie er in einem Interview sagte. (Nachzulesen in: Jens H. Altmann, „Am Ende passt alles zusammen“. Ein Interview mit Alan Dean Foster, in: Wolfgang Jeschke [Hg.], Das Science Fiction Jahr 1998, München : Heyne Verlag 1997, S. 565-574) Dazu ließ ihm das Drehbuch zu „Aliens“ wenig Spielraum. Cameron macht seinem Publikum keine Angebote, sondern greift es am Schlafittchen und wirft es mitten in ein möglichst turbulentes Geschehen. Das psychologische Element wird keineswegs trivialisiert aber auf das Wesentliche herunter gebrochen und deutlich mehr Gewicht auf die beinahe liebevolle (und durchaus nicht nur fetischistisch anmutende) Vorstellung der jeweils eingesetzten Schusswaffen gelegt, was im Rahmen dieses Konzepts durchaus sinnvoll ist.

Foster krempelt die Ärmel hoch

Ridley Scott hatte „Alien“ eine Subtext-Ebene eingezogen, die dem Schriftsteller Foster Raum ließ, dem Geschehen Tiefe zu geben. Die Handlung der Fortsetzung ließ sich nicht durch eigene Passagen ergänzen; es hätte die von fulminanter Action geprägte Grundstimmung des Films konterkariert. Hinzu kommt Camerons intensives Wissen um die visuellen Möglichkeiten des Kinos. Höchst einfallsreich aber für einen Schriftsteller schwer nachvollziehbar ist beispielsweise sein Einsatz einer Kamera, die nicht einfach abbildet, was geschieht, sondern in das Geschehen involviert ist und es beispielsweise als „subjektive“ Kamera, die den Blick durch die Augen einer Figur imitiert mitgestaltet.

Man könnte meinen, dass die Figur Ellen Ripley ihre Konturen nachträglich durch Foster erhielt. So erfährt man beispielsweise zum ersten Mal Näheres über Ripleys Privatleben, die hier zudem endlich (bzw. eigentlich erst im „Director’s Cut“) einen Vornamen bekommt. Doch diese Schärfung geht auf die Drehbuchvorlage Camerons zurück, der zumindest der Ripley-Figur eine ausgefeilte Charakterisierung ausarbeitete. (Nur so war es möglich, Sigourney Weaver für „Aliens“ zu interessieren.)

Nichtsdestotrotz gelang Foster nicht zuletzt durch die Einbeziehung jener Handlungssequenzen, die zwar geschrieben und gedreht, für die ursprüngliche Kinofassung jedoch eliminiert wurden, wieder ein spannend zu lesender Roman zu dem auf seine Art überragenden Film. „Aliens Die Rückkehr“, konnte als Film wie als Buch die Dichte und Intensität von „Alien“ nicht erreichen, entwickelte sich wie sein Vorgänger aber trotzdem zu einem Klassiker sowohl der Filmgeschichte als auch zu einem respektablen Werk der an literarischen Höhepunkten nicht gerade reichen „tie-in“-Schattenwelt.

Autor

Alan Dean Foster wurde am 18. November 1946 in New York City geboren, wuchs jedoch in der Filmstadt Los Angeles auf. Dort studierte er Politikwissenschaften und Film und arbeitete für eine kleine Werbeagentur. Der Schriftsteller Foster hatte seine erste Veröffentlichung bereits 1968 mit einer Kurzgeschichte. 1972 erschien ein erster Roman („The Tar-Aiym Krang“), gleichzeitig der Auftakt zu einer inzwischen quantitativ eindrucksvollen Reihe von Romanen, die in Fosters ureigenem literarischen Kosmos, dem „Homanx Commonwealth“, spielen: einem Sternenreich, das gemeinschaftlich von den Erdmenschen und den Thranx, intelligenten Großinsekten, regiert wird.

Mit seiner bemerkenswerten Veröffentlichungsrate gehört Foster zu den Handwerkern der Unterhaltungsliteratur. Er ist in zahlreichen Genres zu Hause und schrieb außer Science Fiction auch Fantasy-, Horror-, Kriminal-, Western oder Historienromane. Hinzu kommen zahlreiche Kurzgeschichten sowie Drehbücher für Film & Fernsehen, Scripts für Hörspiele, Computerspiele und andere Unterhaltungsmedien.

Fosters Arbeitstempo sowie seine Entscheidung für die eher kommerzielle Seite der Schriftstellerei ließen bisher kein Werk entstehen, das den Rang eines literarischen Klassikers beanspruchen könnte. Generell dominieren anspruchslose, allerdings sauber geplottete, mit lebendigen Figuren besetzte und flott geschriebene Geschichten, wobei der Anteil missratener und langweiliger Werke angesichts des Ausstoßes erstaunlich gering ist.

Privat liebt Alan Dean Foster ausgedehnte Reisen in entlegene Winkel der Welt. Er ist Sporttaucher und schreibt auch Artikel darüber. Mit seiner Familie lebt Foster in Prescott im US-Staat Arizona. Über sein Leben und Werk informiert er auf seiner lobenswert aktuell gehaltenen Website.

Copyright © 2012/2017 by Michael Drewniok (md)

Titel bei Booklooker.de
Titel bei Amazon.de
Titel bei Amazon.de („Alien“-Dreifach-Band)

Titel bei Amazon.de [eBook]
Titel bei Buch24.de [eBook]
Titel bei eBook.de [eBook]

Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt

Alien – In den Schatten

Alien – Jenseits der Sterne

AVP – Alien vs. Predator

Comments

  1. Ich warte immer noch auf eine Info oder Handlung innerhalb der Alien-Filme, wo denn deren Heimatplanet ist. Das Übel muss an der Wurzel ausgerottet werden. Ripley als Planetenkiller, das wäre SF pur. Nur, um am Ende des Filmes festzustellen, dass die Viecher sich längst als intertellare Pest auf weiteren Planeten als blinde Passagiere von Opfern haben einschleppen lassen. Na, der Plot ist doch überfällig.

    Was sagen denn die Alien-Fans zu dieser Idee?

    mgg
    galaxykarl 😉

  2. Hallo Uwe,

    taugen die was? Es gibt immer tolle Comic-Cover, aber der Inhalt ist oft recht übel gezeichnet und die Dialoge noch schlechter. Da warte ich lieber auf Romane oder einen Film. Es gibt ja ein paar Alien-Romane. Dort wird es wohl nicht behandelt?

    mgg
    galaxykarl 😉

  3. Ob der das gerne hört oder nicht, ist mir wurscht. Ich bin ohnehin dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Wenn etwas schlecht ist, darf man das auch sagen; sonst wird sich mit der Dauer nur Schrott durchsetzen und nicht Qualität.

    Und es ist mir bei vielen Comics aufgefallen, nicht nur bei Alien.

    mgg
    galaxykarl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.