Cotta’s kulinarischer Almanach No 16

Erwin Seitz (Hrsg.)
Cotta’s kulinarischer Almanach No 16

Klett Cotta, Stuttgart, 9/2008
HC mit Schutzumschlag und zwei Lesebändchen, Sachbuch, Lesebuch, Lifestyle, Essen & Trinken, 978-3-608-91339-2, 238/2190
Titelfoto von stockfood/michael brauner
Innenillustrationen von Isabel Klett

www.klett-cotta.de
www.isabelklatt.de

Zum Thema „Bodenständiger Süden“ steuerten zwanzig Autoren, die sich mit Reisen und Esskultur befassen, ihre Impressionen in Form unterhaltsamer Essays bei. Was jedoch soll man unter diesem Stichwort verstehen? Und wo beginnt der Süden?

Darüber gehen die Meinungen auseinander, denn es gibt keine konkrete Grenze, die Nord und Süd trennt. Nach Meinung der einen findet man südländische Lebensart bereits in Bayern und im Elsaß, für andere muss es schon die Schweiz oder Italien sein. An Gerichten wünschen sich jedoch alle etwas Natürliches und Unverfälschtes, das leicht, aber nicht abgehoben ist und die Umgebung mit ihrem Flair repräsentiert.

Hans-Josef Ortheil betrachtet das oberfränkische Coburg als eine ‚südliche Stadt’. Nach einigen Worten zu historischen Begebenheiten wendet sich der Autor dem gegenwärtigen Stadtbild zu, konzentriert sich dabei auf charakteristische Winkel und Lokale, schwärmt vom ‚Coburger Kloß’ und anderen kulinarischen Köstlichkeiten.

Herausgeber Erwin Seitz lädt nach Berlin in Restaurants ein, in denen man überraschenderweise mit schwäbischen Spezialitäten verwöhnt wird, und in einem zweiten Text berichtet er von den Weinen der Wachau, des Burgenlands und der Steiermark. Empfehlenswerte Adressen inklusive.

Renate Peiler erzählt, wie sie vor Jahren per Anhalter nach Päestum reiste – ein unvergessenes Erlebnis, das Grund genug für sie ist, immer wieder zu kommen. Und reicht es mal zeitlich nicht für einen Abstecher nach Italien, dann ist Regenburg genauso schön und kulinarisch erfüllend.

Katja Mutschelknaus schreibt über Kärnten und ergänzt ihre lebendigen Eindrücke durch ein Rezept für „Kärnter Kasnudeln“, das beweist, wie lecker selbst relativ einfache Gerichte sein können.

David Wagner stellt einen Linzer Speisezettel aus dem Jahr 1790 einem von 2008 gegenüber, der sich in gut 200 Jahren gar nicht so sehr verändert hat. Gern hätte man hier ein bisschen mehr als nur eine Liste gelesen.

Mit Innereien (Kutteln & Co.) befasst sich Michael Klett. Jedermanns Ding sind sie nicht, und der Autor bemüht sich, Vorurteile, die er selbst einst hatte, abzubauen.

Das sind nur einige Beispiele für den bunten Inhalt, der „Cotta’s kulinarischen Almanach No 16“ zu einem interessanten, vielseitigen Lesebuch macht. Man darf Städte und Landstriche mit den Augen von jemandem betrachten, der dort gewesen ist und die schönen Seiten – vor allem das gute Essen – kennen lernte. Ergänzt wird daher auch mit Rezepten und Adressen, so dass man sich davon überzeugen kann, ob der jeweilige Autor Recht hat. Bei so mancher Schilderung bekommt man Fernweh und Appetit!

Ergänzt wird mit dem „Deutschen Küchenkalender 2009“: Erwin Seitz hat jedem Monat ein bestimmtes Produkt zugeordnet, das er zusammen mit einem Rezept vorstellt. Es folgen thematisch passende Buchbesprechungen von Peter Eickhoff und eine kurze Biografie der Autoren. Abgerundet wird mit cartoonhaften, lustigen Illustrationen.

„Cotta’s kulinarischer Almanach ist eine unterhaltsame und informative Lektüre für jeden, der gerne reist, gutes Essen, Esskultur und Lebensart schätzt. Man darf schmunzeln, nachkochen und Reisepläne schmieden. Ein Buch das Spaß macht, wenn man mehr vom Leben möchte als Fertiggerichte daheim und Fast Food unterwegs! (IS)

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Cotta’s kulinarischer Almanach No. 16: Bodenständiger Süden

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