Genuss trotz Verzicht – Lecker essen bei Lebensmittelunverträglichkeit

Ulrike Bron & Gunnar Brand
Genuss trotz Verzicht – Lecker essen bei Lebensmittelunverträglichkeit

AURUM in J. Kamphausen Mediengruppe GmbH, Bielefeld, 06/2015
PB mit Klappenbroschur
Sachbuch, Essen & Trinken, Gesundheit
ISBN 978-3-899-01969-8
Titelgestaltung von Kerstin Fiebig/www.ad-department.de
Farbfotos im Innenteil von Lina Loos/www.loos-gehts.de, Lutz Geißler, ingimage.com

www.aurum.de
www.weltinnenraum.de
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Manche leiden von Kindheit an darunter, bei anderen stellen sie sich erst mit den Jahren ein: Lebensmittelunverträglichkeiten. Man unterscheidet sie von der Allergie, bei der es sich um „eine Überreaktion des Immunsystems (…), in der vermehrt Antikörper gebildet werden, und [wegen der] die Nahrungsmittel oft ein Leben lang gemieden werden müssen“, handelt, wohingegen die Nahrungsmittelunverträglichkeit auf einer „Intoleranz“ beruht, bei der „das Immunsystem aber nicht beteiligt ist und keine Antikörper bildet.“

Warum manche Menschen auf bestimmte Nahrungsmittel mit Übelkeit, Durchfall, Hautirritationen usw. reagieren, konnte von der Medizin noch nicht geklärt werden. Die Autoren des Buchs, Ulrike Bron, Spezialistin für Lebensmittelunverträglichkeiten, Magen-/Darmerkrankung u. v. m., und Gunnar Brand, ein Patient, dem sie helfen konnte, sind überzeugt davon, dass man durch das Weglassen von als problematisch identifizierten Nahrungsmitteln und einer Auslass-/Rotationsdiät beschwerdefrei werden und gleichzeitig gut essen kann, mit Bedacht sogar wieder jene Dinge, die dem Betroffenen nicht bekommen.

Für die Rotationsdiät notwendig ist es, zunächst festzustellen, auf welche Nahrungsmittel der Patient reagiert. Anhand der Auswertung wird ein Speiseplan für sechs bis sieben Wochen entwickelt, der dazu beiträgt, dass sich Magen und Darm erholen können, da er für diesen Zeitraum nicht mit problematischen Nahrungsmitteln belastet wird. Die ‚erlaubten‘ Speisen wechseln sich täglich ab, denn es besteht die Gefahr, dass sich durch den übermäßigen Verzehr auch hier Unverträglichkeiten entwickeln können. Sobald sich die Empfindlichkeiten zurückgebildet haben, darf man in kleinen Mengen auch wieder das Heikle zu sich nehmen. Um etwaige Mangelerscheinungen braucht man sich keine Sorgen zu machen, da auch ein eingeschränkter Speiseplan noch vielfältig genug ist.

Nachdem erklärt wurde, was man über die Rotationsdiät wissen sollte, werden jene Lebensmittel erläutert, die besonders häufig für Unverträglichkeiten sorgen (Kuhmilchprodukte, Meeresfrüchte, Eier, Weizen, Zucker und Honig …),  bzw. die anderen, die für gewöhnlich keine Probleme bereiten (Schaf-/Ziegenmilchprodukte und Kokosmilch, Huhn und Pute, Buchweizen, Stevia und Sukrin …). Selbst Obst und Gemüse kann Beschwerden verursachen (Äpfel, Erdbeeren, Kartoffeln, Sellerie …), sodass man auf verträglichere Sorten ausweichen sollte (Mango, Papaya, Kohl, Spargel …). Da man stets das Warum erfährt, erscheint es einleuchtend, warum man manche Lebensmittel den anderen besser vorzieht. Außerdem wird vor u. a. Fertiggerichten, bestimmten Brot- und Wurstsorten gewarnt, da sie problematische Zutaten wie Milch, Eiweiß, Weizen enthalten können.

Nach den interessanten Ausführungen kommt der Rezeptteil – mit 60 Rezepten in den Kategorien „Frühstück“, „Aufstrich & Pesto“, „Suppen“, „Frische Salate“, „Hauptgerichte mit Fleisch und Fisch“, „Vegetarische Hauptgerichte“, „To Go – Gerichte zum Mitnehmen“, „Desserts & Kuchen“. Hier findet man z. B. „Rührei Sisman“, „Pancakes al Gusto“, „Dinkel-Kartoffelbrot“, „Kürbisaufstrich“, „Basilikum- und Rucolapesto“, „Carob-Erdmantel-Aufstrich“, „Kokos-Süßkartoffelsuppe mit Einlage“, „Gemüse-Linsensuppe“, „Kürbissuppe“, „Gurkensalat Spezial“, „Brechbohnensalat mit schwarzen Bohnen“, „Blumenkohl-Kichererbsensalat“, „Hirtenfrikadelle mit gegrilltem Gemüse und Kartoffelbrei“, „Reisnudeln mit Gemüse und Putenbruststreifen oder Tofu“, „Zander mit gedämpftem Brokkoli und Polentacreme“, „Gemüse-Hirse-Pfanne“, „Quinoa-Wirsing-Roulade“, „Kürbiscarbonara“, „Quinoasalat Yoman“, „Tex Mex Salat“, „Linsen-Kokossuppe“, „Kokos-Wackelpudding mit Papaya“, „Bananenkuchen“, „Tropischer Energiegenuss“.

Zu jedem Rezept findet sich eine Zutatenliste nebst einigen Hinweisen, darunter auch Varianten. Daneben steht die Schritt für Schritt-Anleitung, ergänzt durch einen „Therapeutinnen-Tipp“. Letzterer wird farblich durch ein Kästchen betont; ferner sind wichtige Hinweise in Farbe geschrieben. Auf der gegenüberliegenden Seite kann man ein Foto des fertigen Gerichts sehen.

„Pasta Genovese“:
150 g Nudeln nach Anleitung kochen. 150 g Kartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden, ca. 10 min kochen. 150 g Brechbohnen 4 min kochen. Alle Zutaten in der entsprechenden Reihenfolge ins Kochwasser geben, vor dem Abgießen eine Tasse Wasser aufheben. Pesto aus 1 Bd. Basilikum oder Rucola, 30 g Pecorino, 20 g Walnüsse oder 30 g Sonnenblumenkerne mit etwas Öl, Pfeffer und wenig Salz in den Mixer geben, die Paste über das Nudelgemüse verteilen, mit etwas Wasser verdünnen. Geriebenen Pecorino und Basilikum darüber streuen.

Das Beispiel zeigt, dass die Gerichte i. d. R. leicht nachzuvollziehen und schnell zuzubereiten sind. Auch sind sie nicht so exotisch oder verlangen ganz spezielle Zutaten (von einigen Ausnahmen einmal abgesehen, die man im Reformhaus oder Bioladen erhält), dass man sich komplett umstellen müsste. Allerdings handelt es sich bei den Rezepten um Anregungen für den Rotationsplan nach der strengen Anfangsdiät. Im „Therapeutinnen-Tipp“ wird u. a. darauf hingewiesen, welche Alternative möglich ist, falls es sich um kritische Zutaten handelt. Leider vermisst man Personen- und Zeitangaben, sodass man über ein wenig Erfahrung verfügen sollte, um die Mengen für den eigenen Haushalt abschätzen und planen zu können. Zweifellos werden einige Leser auch Kalorien- und weitere Angaben vermissen, was man bei einem Ernährungsratgeber eigentlich erwartet.

Alles in allem ist „Genuss trotz Verzicht“ zweifellos ein hilfreiches und interessantes Buch, das viele Tipps und Erklärungen gibt, die nicht nur für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten nützlich sind.

Copyright © 2015 by Irene Salzmann (IS)

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