Mein veganer Adventskalender

Franzi Schädel
Mein veganer Adventskalender

(sfbentry)
Franckh-Kosmos Verlags GmbH, Stuttgart, 08/2015
HC, Sachbuch, Essen & Trinken, Gesundheit
ISBN 978-3-440-14898-3
Titelgestaltung von Gramisci Editorialdesign/Claudia Geffert, München
unter Verwendung dreier Fotos von Franzi Schädel und Mirja Hoechst
47 Farbfotos im Innenteil von Franzi Schädel und Mirja Hoechst

www.kosmos.de
www.kosmos.de/kochen
www.gemueseregal.de

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Die Gründe, sich gesund zu ernähren, sind vielfältig: Zum einen werden sich immer mehr Menschen bewusst, wie wichtig qualitativ hochwertige Lebensmittel und die Unterstützung der Erzeuger aus der Region sind (contra TTIP mit allen zu erwartenden Nachteilen für die Bevölkerung), zum anderen nimmt die Zahl derer zu, die an Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden, aus anderen gesundheitlichen Gründen bestimmte Produkte meiden müssen oder aus ethischen Gründen auf Fleisch/tierische Erzeugnisse verzichten wollen. Die vegane Küche ging aus der vegetarischen hervor. Ihre Anhänger verzichten praktisch auf alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs und achten meist auch darauf, dass sonstige Produkte (Kleidung, Alltagsgegenstände) gleichfalls nicht auf tierischen Erzeugnissen basieren und an ihnen keine Tierversuche unternommen wurden. Gründe für diese Einstellung sind nicht allein die gesundheitlichen Aspekte, sondern häufig moralische Motive (Tierrecht, Umweltschutz, gerechte Verteilung von Nahrungsmitteln etc.).

In „Mein veganer Adventskalender“ zeigt Franzi Schädel, dass es durchaus leckere und alltagstaugliche Rezepte gibt, die anlassbezogen – Weihnachten! – überzeugen können und dabei ohne die gängigen Zutaten wie Fleisch, Geflügel und Ei, Fisch und Meeresfrüchte, Milchprodukte, Butter, Honig und Haushaltszucker usw. auskommen, also Zutaten, die manche nicht vertragen oder zu reduzieren versuchen/ablehnen, weil sie als Dickmacher gelten und das Fortschreiten verschiedener Krankheiten begünstigen. Sucht man nach alternativen Ernährungsmöglichkeiten und möchte nicht auf sättigende, schmackhafte Gerichte verzichten, bietet die vegane Küche interessante Anregungen, im vorliegenden Titel speziell für die Adventszeit und die Feiertage: Plätzchen und Kuchen, Snacks und Hauptgerichte, Desserts und Getränke, selbstgemachte Geschenke u. v. m.

Verwendung finden hauptsächlich (Saison-) Gemüse, Früchte und Trockenfrüchte, Getreideprodukte und Tofu, Kräuter und Gewürze. Fett wird durch vegane Butter und Öl, Milch durch Soja-, Mandelmilch u. ä., Zucker durch Rohrzucker ersetzt. Erfreulicherweise findet man in „Mein veganer Adventskalender“ keine dieser exotischen Zutaten wie Chia-Samen, Chufas, Carob, Acai-Beeren, Camu Camu-Pulver etc., von denen man mitunter gar nicht weiß, worum es sich eigentlich handelt und was sie bewirken, ganz zu schweigen davon, dass man so etwas nicht im Supermarkt um die Ecke findet. Was für die 44 Rezepte benötigt wird, ist nahezu überall im Handel erhältlich. Die Ideen der Autorin klingen teils traditionell, teils von der amerikanischen und asiatischen Küche inspiriert: „Weihnachtsstollen mit Marzipan-Füllung“, „Weihnachtscookies“, „Bratapfel-Lassi“, „Scharfe Thai-Suppe mit Gemüse und Glasnudeln“, „Rosenzucker“, „Löffelschokolade“, „Möhren-Safran-Pasta“, „Wirsing-Strudel mit Sahne-Pastinaken“ usw. Es gibt am Ende des Bandes sogar Vorschläge, wie sich die Rezepte am besten für weihnachtliche Menüs kombinieren lassen. Leider vermisst man eingangs ein ‚richtiges‘ Inhaltsverzeichnis und muss die Rezepte im Stichwortregister nachschlagen.

Jedes Rezept wartet mit einer Zutatenliste, der Mengen- und Zeitangabe, manchmal mit dem Hinweis auf spezielles Küchengerät auf. Daneben befindet sich die leicht nachvollziehbare Schritt für Schritt-Anleitung. Ergänzt wird ab und zu mit einer Produktinformation oder einem persönlichen Hinweis zu dem Rezept. Auf der gegenüberliegenden Seite veranschaulicht ein appetitliches Farbfoto die fertige Speise. Schon die Bilder wecken die Lust, das eine oder andere auszuprobieren, und da das meiste weniger aufwändig ist, als es auf den ersten Blick hin scheint, können sich auch weniger erfahrene Köche daran problemlos versuchen.

„Schneebälle mit zartem Rosenaroma“ (ca. 40 Stück, Zeitbedarf: 40 min): 200 g vegane Butter, 100 g Rohrzucker, 2 EL Vanillezucker, 1 Pr. Salz, 250 g Dinkelmehl, 6 EL Rosenblütenpulver zu einem Teig verkneten. Kleine Bällchen formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Im vorgeheizten Ofen bei 180°C ca. 15 min backen. Mit 50 g Puderzucker die heißen Plätzchen bestäuben, Vorgang nach dem Abkühlen wiederholen.

Zweifellos lässt sich auch ‚normale‘ Butter oder Margarine, Weizen- oder anderes Mehl und weißer Zucker verwenden, wenn man es mit dem Veganen nicht ganz so genau nimmt oder nicht alle Zutaten vorrätig hat. Mit etwas Fingerspitzengefühl kann man die Mengen etwas verändern, damit der Teig (hier ein Mürbeteig) die gewünschte Konsistenz erhält. Verfügt man über kein Rosenblütenpulver, aromatisiert man mit anderen Gewürzen wie Zimt, Kardamom, Rum, Orangenblüte etc. Jedenfalls macht dieses Beispiel deutlich, dass man keine Angst vor der veganen Küche haben muss und sie wirklich reizvolle, brauchbare und leckere Anregungen bieten kann.

Wer vegane Rezepte ausprobieren möchte, kann mit „Mein veganer Adventskalender“ keinen Fehlgriff tun – und Weihnachten steht auch schon bald vor der Tür. Ein sehr schönes, anregendes und abwechslungsreiches Buch!

Copyright © 2015 by Irene Salzmann (IS)

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