Vom Verzehr wird abgeraten

Hans-Ulrich Grimm
Vom Verzehr wird abgeraten

Droemer Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-27556-6
Sachbuch
Erschienen 01.03.2012
Umfang: 320 Seiten, Klappenbroschur HC

www.droemer.de
www.food-detektiv.de

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Zum Autor:

Dr. Hans-Ulrich Grimm ist Journalist und Autor, er lebt in Stuttgart. Seine jahrelangen Recherchen in der Welt der industrialisierten Nahrungsmittel bewegten ihn, sämtliche Erzeugnisse von Nestle, Knorr & Co. Aus den Küchenregalen zu verbannen, zugunsten frischer Ware von Märkten und Bauern. Seine Erkenntnis: Genuss und Gesundheit gehören zusammen. Grimms Bücher sind Bestseller: Die Suppe lügt gilt mittlerweile als Klassiker der modernen Nahrungskritik. Bei Droemer Knaur sind von Hans-Ulrich Grimm erschienen: Die Ernährungslüge, Die Suppe lügt und Leinöl macht glücklich. Hans-Ulrich Grimm betreibt die Homepage www.food-detektiv.de.

Zum Buch:

Herr Grimm hebt den rechten Zeigefinger  – gegen die Nahrungsmittelindustrie, insbesondere gegen die großen Konzerne, die auch beim Namen genannte werden. Gut vermarktete und chemisch aufbereitetet Lebensmittel sowie Fertiggerichte stehen hier in der Kritik gegen naturbelassene Nahrungsmittel, die man am besten selbst auch so in der eigenen Küche verwertet.

Der Autor teilt sein Buch in mehrere Kapitel auf, die auf seine Art versuchen, dem Leser das Thema über das Schindluder mit den Lebensmitteln näher zu bringen. Hier wird auf versteckte Geschmacksverstärker, eher schädlich wirkende Vitamine sowie ungesunde Fette eingegangen, die als scheinbar gesunde Lebensmittel mit Hilfe der Werbung gut vermarktet verkauft werden. Scheinbar gesund wirkende Lebensmittel können jedoch auch schaden, wenn man sich nicht mit den Inhaltstoffen vertraut macht. Doch herrscht scheinbar gerade in Deutschland großes Vertrauen in die Nahrungsmittelindustrie, selten wird etwas vom normalen Verbraucher in Frage gestellt. Zudem sind fettarme und „Wellness“-suggerierende Lebensmittel sehr im Trend, doch das würde man vermutlich auch mit reiner Rohkost hinbekommen, natürlich ungespritzt.

Grimm prangert hier die schöne heile Welt an, die zwar nicht gut ist, aber funktioniert. Denn meines Erachtens existiert im Land ein Kreislauf: Die große Industrie und die Politiker stecken unter einer Decke, und unterstützen die finanzstarke Wirtschaft. So wird sie am Laufen gehalten. Denn dahinter steht viel Geld in Form von Umsatz aber auch Arbeitsplätze. Sowie eine Kette langer Lieferanten. Und dazu gehört auch: der Landwirt, von dem ich meine Nahrungsmittel am besten gleich selbst hole. Nun ja. Und ohne Arbeitsplätze keine Einkommen, ohne Einkommen kein Geld zum Einkauf. Und jetzt?

Mein Fazit zu diesem Buch ist, dass jeder Einzelne für seine Gesundheit selbst verantwortlich ist. Aus dieser Selbstbestimmung wird oder schränkt man sich selbst ein, sei es durch die finanziellen Hintergründe oder durch die Zeit, die man in seine Gesundheit investiert. Die sollte nicht nur in gesundes Essen, sondern auch in Bewegung und nachhaltigem Leben an sich investiert werden. Doch im Ernst, wer schafft es heutzutage, dies alles umzusetzen? Ich schätze mich persönlich als intelligent genug ein, diese Botschaften zu verstehen, doch in der heutigen Gesellschaft mit allen Anforderungen und zeitweise Druck ist es doch nicht so einfach, alles unter einen Hut zu bekommen. Ich denke, mit dem Wissen, was man isst und wie man es mischt ist man persönlich gut beraten.

Auch ich greife nach „ungesundem“ Essen, doch nicht nur. Ich denke, die Mischung macht es letztendlich und das Verständnis für gute und schlechte Nahrung. Denn eines ist doch klar: Ohne Chemie schafft man es sicher nicht, Lebensmittel ein halbes Jahr oder länger so konservieren oder haltbar zu machen. Dass dies nicht mit frischen Produkten zu vergleichen ist, kann sich jeder selbst ausrechnen. Und dann noch der Geschmack, der leider ja auch nicht von allein kommt…

Das Buch hat mir die Machenschaften der Nahrungsmittelindustrie etwas näher zu dem gebracht, was man sich zuvor schon durch diverse Medien angelesen oder angesehen hat und unterstreicht dies noch. Ich glaube auch, dass manche Lebensmittel und deren Zusatzstoffe krank machen und bin selbst noch ein bisschen mehr sensibilisiert mit dem Kauf dieser. Kritisch im Buch sehe ich, dass Studien hier nur teils angerissen werden oder nicht komplett durch Zahlen belegt werden und immer nur die gleichen Firmen an den Pranger gestellt werden. Hier hätte ich mir in beiden Punkten mehr gewünscht. Auch waren mir persönlich einige Stellen/ Kapitel zu lang. Durch den Schreibstil wird versucht, das Thema interessanter und flüssiger lesbar aufzubereiten, nach einem kompletten Buch muss ich gestehen, dass mir ein sachlicher Stil lieber gewesen wäre. Die Beschreibung von dem Aussehen diverser Personen und Orte haben meines Erachtens nicht soviel mit dem Thema zu tun und schießen etwas daran vorbei.

Nichts desto trotz kann man das Buch sicher gut für Leser empfehlen, die sich mit der „modernen“ Nahrungsmittelindustrie noch nicht allzu viel beschäftigt haben.  

Copyright © 2012 by Sandra Stockem

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