An den Grenzen des Reiches – Grabungen im Xantener Legionslager am Vorabend des Ersten Weltkrieges

An den Grenzen des Reiches
Grabungen im Xantener Legionslager am Vorabend des Ersten Weltkrieges
Dirk Schmitz und Charlotte Schreiter
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(sfbentry)
Nünnerich-Asmus Verlag & Media GmbH, 2015
288 Seiten, 230 Abbildungen
24 x 28 cm
Klappenbroschur
ISBN: 978-3-943904-68-0
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http://www.na-verlag.de

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Was meinen Sie? Kann man ein Buch fair rezensieren, wenn es nicht das Buch ist, das man eigentlich haben wollte? Im Prinzip schon. Doch unterschwellig bleibt eine gewisse Verärgerung. Und die hat das Buch, was man stattdessen erhalten hat, nicht verdient.

Aber von Anfang an: Mich interessierte das Buch „Am Rande des Römischen Reiches“, ISBN 978-3-945751-19-0. Warum? Weil ich gerade mittendrin bin, einen Roman zu schreiben, der eben am Rande des Römischen Reiches spielt und ich recherchieren wollte, wo genau diese Grenzen verliefen, ob es doch Kontakte über diese Grenzen hinaus gab und wie die ausgesehen haben könnten. Ein Buch zu finden, dass genau dieses Thema behandelt, empfand ich als Glückstreffer. Auf meine Anfrage nach diesem Titel antwortete mir der NA-Verlag umgehend und äußerst freundlich. Leider auch mit dem Hinweis, dass besagter Titel trotz gegenteiligen Publikationsdatums (28.09.2015) erst im Laufe des Jahres 2016 – wann genau, wisse man nicht -, erscheinen würde. Aber man bot mir ein Buch an, „dass das gleiche Thema behandelt“. Da ich mit meinem Roman diesen Sommer auf den Markt gehen will, griff ich natürlich erfreut zum Ausweichtitel.

Doch dann kam er … mit dem Titel „An den Grenzen des Reiches“. Jawoll, denke ich, geht auch. Gleichzeitig stellte sich mir aber die Frage: Warum legt ein Verlag zwei Bücher zum gleichen Thema auf? Dann las ich den Untertitel „Grabungen im Xantener Legionslager am Vorabend des Ersten Weltkrieges“. Auweia, mir schwante Böses. Und als ich mich so durcharbeitete, erschloss sich mir ein durchaus tolles Buch, archäologisch und übersichtlich gestaltet … doch zu 90% eben den Aspekt „.. am Vorabend des Ersten Weltkrieges“ behandelnd.

In der Schule hätte der Lehrer geurteilt: „Themaverfehlung, setzen: …“, die Note können Sie sich denken. Doch – wie oben erwähnt – das wäre dem erhaltenen Buch gegenüber nicht fair. Ergo lasse ich hier den Verlag selbst sprechen:

Vor dem Großen Krieg

Kaiser Augustus stationierte kurz vor Christi Geburt im Lager Vetera auf dem Fürstenberg bei Xanten große Teile seiner Truppen, die von hier aus ins freie Germanien zogen. Auch nach der verheerenden Niederlage im Teutoburger Wald und der Festlegung des Rheins als Grenze des Römischen Reiches blieb der Fürstenberg mit ungefähr 10.000 dort stationierten Soldaten ein zentraler Schauplatz römischer Machtausübung.

Schon um 1900 wurden in diesem größten Standlager des Imperium Romanum Ausgrabungen durchgeführt. Sie fügten sich in die allgemeine Archäologiebeisterung der Zeit ein. Zwischen der Bewunderung für die Selbstbehauptung der als Urahnen verklärten Germanen und dem Respekt vor der Disziplin und Zivilisation der Römer konnte sich die Archäologie der wilhelminischen Zeit nur schwer entscheiden.

Abseits der zunehmenden nationalpolitischen Ideologisierung von Geschichte richtet sich der Blick des vorliegenden Katalogs auch auf die Menschen, die an den Grabungen beteiligt waren, auf ihr Leben und ihren Grabungsalltag vor 100 Jahren. In dem reich mit alten Fotografien, originalen Fundstücken, Zeitdokumenten und Modellen illustrierten Band wird eine Epoche und ihre Archäologie am Vorabend des Ersten Weltkrieges lebendig.

Quelle: NA-Verlag

Fazit: Ich werde mir in Zukunft Alternativvorschläge entweder genauer beschreiben lassen oder dankend ablehnen. Schade, denn beide Bücher sind – oder werden – sicher ihre begeisterten Leser finden. Vielleicht erhalte ich ja noch rechtzeitig meinen Wunschtitel, wer weiß? Freuen würde es mich. Und noch einen zweiten Plus-Punkt habe ich behalten: Ich werde das Programm des NA-Verlages aufmerksam im Auge behalten.

Copyright © 2016 by Werner Karl

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