Archäologie – Von der Schatzsuche zur Wissenschaft

Dr. Jeorjios Martin Beyer
Archäologie – Von der Schatzsuche zur Wissenschaft

Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 02/2010
HC mit Schutzumschlag
Sachbuch, Archäologie, Geschichte
ISBN 978-3-8053-4166-0
Titelfoto: Ausgrabungsarbeiten in Sakkara (Ägypten) unter der Leitung von Jean-Philippe Lauer
62 Farb- und 17 SW-Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.zabern.de
www.instag.geschichte.uni-mainz.de/96.php

Titel erhältlich bei buch24.de
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Was ist eigentlich „Archäologie“? Dr. Jeojios Martin Beyer von der Fakultät für Alte Geschichte der Uni Mainz schreibt im Vorwort seines Buches: „Gegenstand der Archäologie sind Kunst, Kultur und Zivilisation der Vergangenheit einschließlich ihrer kulturellen Vorstufen und Nachwirkungen. Archäologie basiert dabei auf den materiellen, visuell erfassbaren Zeugnissen.“ (S. 9). Und kurz: „das Forschen nach den Wurzeln unserer eigenen Vergangenheit.“ (S. 10). Dass auch die Archäologie eine Geschichte hat, die genauso spannend ist wie die Wissenschaft selbst, erfährt man aus den hier gesammelten Beiträgen von Dr. Jeojios Martin Beyer und anderen Autoren, die sich mit dem Thema auseinandersetzten für eine sechsteilige Artikelserie, die anlässlich des vierzigjährigen Jubiläums der Zeitschrift „Antike Welt“ erschien.

Tatsächlich befasst man sich nicht erst seit der neueren Zeit mit der Archäologie, wenngleich sich die Motivation, die Arbeitsmittel, die Art und Weise, wie man das Vergangene birgt, konserviert, erforscht und interpretiert, im Laufe der Jahrhunderte sehr veränderten, stets in Abhängigkeit vom kulturellen Hintergrund, der Weltanschauung und der politischer Situation der Grabungsteilnehmer und Wissenschaftler. Die Römer sahen ihre Wurzeln im antiken Griechenland und idealisierten die überlieferte Kunst und Kultur so sehr, dass sie diese sogar kopierten. Tempel und andere Gebäude wurden geplündert; die geraubten Schätze (Skulpturen, Säulen etc.) schmückten römische Villen. Auf diese Weise wurde viel zerstört, aber manches Relikt auch bewahrt, selbst wenn es sich dabei ‚nur‘ um eine römische Nachbildungen handelt.

Durch das Aufkommen des Christentums, das alles Heidnische strikt ablehnte, sank das Interesse an den Kunstwerken der Antike, bis die Kirchenfürsten und Gelehrten anfingen, in z. B. den Statuen – fälschlicherweise – christliche Kaiser zu sehen und eine entsprechende Symbolik hinein zu interpretieren. Im Dritten Reich wurden die antiken Zeugnisse genutzt, um die Ideologie vom Herrenvolk zu legitimieren. Lange interessierte sich nur ein kleiner Kreis Gebildeter für die Entdeckungen. Um der Fachwelt und privaten Sammlern regelmäßig aufsehenerregende Funde präsentieren und teuer verkaufen zu können, entwickelte sich eine Art ‚Sensations-Archäologie‘, deren Vertreter genauso rücksichtlos verfuhren wie einst die Römer. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren viele Archäologen durch Achtlosigkeit und brachiale Methoden kaum besser als Grabräuber.

Erst mit dem Aufkommen eines neuen Respekts vor der Relikten und den Ländern, in deren Besitz sie sich befinden, und den immer feiner werdenden Werkzeugen wurde die Archäologie zu einer Wissenschaft, die nicht nur forscht, sondern auch bewahrt. Da die Archäologie durch das Miteinbeziehen von Teilgebieten immer komplexer wurde, gliederte man die Wissenschaft in Ur- und Frühgeschichte, die Archäologie Ägyptens, Vorderasiatische Archäologie, Klassische Archäologie, Provinzialrömische Archäologie, Epigraphik, Biblische Archäologie, Christliche und Byzantinische Archäologie, Mittelalterarchäologie und Islamische Archäologie.

Auch diese Bereiche werden näher vorgestellt. Alle Autoren unterstützen ihre Artikel mit reichlichen Zitaten aus belegten Quellen, die sich blau unterlegt von den übrigen Texten abheben. Ergänzt wird mit zahlreichen Farb- und SW-Abbildungen, die passend zum Thema gewählt wurden. „Archäologie“ ist ein interessantes, sehr schön gestaltetes Sachbuch – Hardcover mit Schutzumschlag, Hochglanzpapier, angenehmes Layout und zahlreiche Abbildungen -, das fundiert, aber keineswegs trocken über die Geschichte und Entwicklung der Archäologie berichtet. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis zu den einzelnen Artikeln rundet ab. Der Titel wendet sich an interessierte Laien, Studenten der Geschichtswissenschaften und Fachkreise, die mehr als nur vordergründige Informationen wünschen.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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