Das Spiel der Könige

Rebecca Gablé
Das Spiel der Könige

der Hörverlag, München, 10/2008
Hörspielfassung nach dem Roman „Das Spiel der Könige“, Ehrenwirth Verlag, 8/2007
7 CDs in (Twin-)Jewel-Cases im Pappschuber, Hörspiel, Belletristik, Geschichte, Romanze, Drama, 978-3-86717-306-3, Laufzeit: ca. 450 Min., gesehen 11/08 für EUR 23.95
Hörspielbearbeitung: Ariane Skupch
Regie: Axel Pleuser
Titelgestaltung von Alexandra Dohse unter Verwendung von Bildern von Bibliothèque Nationale, Paris/The Bridgeman Art Library und Musée Conde, Chantilly/The
Seite 13 von 50
Bridgeman Art Library
Karte aus Hermann Kinder/Werner Hilgemann/Manfred Hergt: „dtv-Atlas Weltgeschichte Bd. 2“, Grafische Gestaltung der Abbildungen von Harald und Ruth Bukor, dtv Verlag, München, 1964
Fotos von Cinetext/Creaps, interfoto/Moore, Interfoto/Ohlenbostel
Musik: Gerd Nesgen
Sprecher: Max von Putendorf, Udo Schenk, Hans-Michael Rehberg, Doris Kunstmann u. a.
3 Booklets à 4 Seiten mit Karte, Liste der Sprecher, Inhaltsangabe. Weitere Informationen zum historischen Hintergrund, der Autorin und einigen Sprechern auf den Einlagen der Jewel-Cases und der Pappbox.
www.hoerverlag.de
www.gable.de
www.grafikkiosk.de

Rebecca Gablé, geb. 1964 in Wickrath, studierte Literaturwissenschaften und Mediävistik in den Fächern Germanistik und Englisch. Ihre dabei erworbenen Kenntnisse wendet sie seit den 1990er Jahren als Autorin an, erst im Genre Krimi/Thriller, später wechselte sie zum historischen Roman.

„Das Spiel der Könige“ ist ein in sich abgeschlossener Roman, doch finden sich Figuren daraus oder deren Verwandte auch in anderen Büchern Rebecca Gablés, die chronologisch davor oder danach angesiedelt sind. Der Titel bezieht sich auf das Schachspiel, bei dem die Figuren nach Belieben auf bestimmte Felder gesetzt und geopfert werden – eine Metapher für den skrupellosen Umgang der Herrscher mit ihren treuen Vasallen und dem einfachen Volk, die wegen des Machthunger einzelner leiden und sterben müssen.

Die Handlung spielt in England in den Jahren der Rosenkriege 1455 – 1485. Die Adelshäuser York (rote Rose) und Lancaster (weiße Rose), beide Seitenlinien der Plantagenets, führen ihre Herrschaftsansprüche auf König Edward III zurück und beginnen einen erbitterten Krieg um die Thronfolge. Die Auseinandersetzungen werden erst durch die Eheschließung von Henry Tudor (Henry VII) als Erbe der Lancasters mit Elizabeth of York beendet.

Vor dem Hintergrund von 30 Jahren Bürgerkrieg agieren historisch belegte und fiktive Persönlichkeiten. Hauptfiguren sind Julian und Blanche of Waringham, die sich wie die meisten ihrer Zeitgenossen für eine Seite entscheiden müssen und viel Leid erfahren, bis die Unruhen vorbei sind.

Julian hält an seiner Treue zum Haus Lancaster und dessen schwachen König Henry VI fest. Tatsächlich wird er sogar der Liebhaber der Königin Margarete von Anjou, die als Französin beim englischen Volk unbeliebt ist und verbissen um den Erhalt ihrer Macht kämpft. Nach der Niederlage der Lancastrianer und der Thronbesteigung durch Edward IV wird Julian mit einer Feindin zwangsverheiratet. Nach anfänglichem Misstrauen verlieben sich die beiden und kämpfen schließlich für Henry Tudor.

Blanche wird die dritte Frau eines grausamen Yorkisten und kann sich seinen Quälereien erst entziehen, nachdem sie ihm die Hand abschlug und nach Wales floh. Dort findet sie ihr Glück an der Seite Jasper Tudors, darf ihn aber nicht heiraten, da ihr Mann noch lebt und nach ihr sucht. Jasper kommt später mit Julian zusammen, und gemeinsam bereiten sie die Landung von Henry Tudor in England vor.

Das sind nur zwei Beispiele für die verschiedenen Einzelschicksale, die „Das Spiel der Könige“ beleuchtet. Jeder muss tragische Verluste hinnehmen, und einige finden sogar den Tod. Es werden Allianzen geschmiedet und wieder gebrochen. Intrigen und Verrat bringen mal der einen, mal der anderen Seite Vorteile. Auf Augenblicke des Glücks folgen Tragödien.

Die Autorin lässt die Vergangenheit vor dem inneren Auge des Lesers bzw. Zuhörers lebendig werden und offeriert eine Mischung aus spannendem Abenteuer, Drama und Romantik. Die versierten Sprecher und die musikalische Untermalung leisten einen wichtigen Beitrag, dass man sich schnell in den Bann der Geschichte ziehen lässt.

Allein die Vielzahl der Personen, wer wer und mit wem verbündet oder verwandt ist, macht es manchmal etwas schwierig, der Hörfassung zu folgen. Die Leser des Romans dürften es hier etwas einfacher haben, zumal das Buch mit Stammbäumen und Erläuterungen aufwartet. Vergleichbares hätte man sich auch für das Hörspiel gewünscht, bei dem man leider ein ‚richtiges’ Booklet einsparte und nur wenige Informationen auf den Einlagen der Juewl-Cases verteilte.

„Das Spiel der Könige“ bietet auch in der Hörfassung kurzweilige Unterhaltung und spricht vor allem die Freunde romantischer Historiendramen an. Man sollte sich für das Hören der CDs Zeit nehmen und die spannende, detailreiche Geschichte in Ruhe genießen. (IS)

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Das Spiel der Könige – Das Hörspiel

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