Den Religionen auf der Spur – Die Welt des Glaubens in 26 Objekten

Claudius Müller
Den Religionen auf der Spur – Die Welt des Glaubens in 26 Objekten

Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt/Mainz
ARD αlpha, Mainz, BR media, München, 03/2014
HC, Sachbuch, Religion, Geschichte, Kunst
ISBN 978-3-8053-4555-2
Titelgestaltung von Jutta Schneider, Frankfurt am Main unter Verwendung eines
Fotos „Guanyin © Museum Fünf Kontinente“ von Swantje Autrum-Mulzer
Alle Fotos im Innenteil von Swantje Autrum-Mulzer, Marianne Franke,
Alexander Laurenzo, Marietta Weidner, Bildarchiv © Museum Fünf Kontinente, München

www.zabern.de
www.ard.de
www.br-media.de

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Von jeher glaubten die Völker der fünf Kontinente, dass sie und ihre Welt von überirdischen Mächten abhängig, wenn auch nicht zwangsläufig ihnen unterworfen wären. Durch rituelle Gebete und Opfer sowie ‚magische‘ Praktiken versuchte man, diese Kräfte wohlwollend zu stimmen und positiv zu beeinflussen. Die in ihren Details vielfältigen religiösen Anschauungen und Bräuche drücken sich vor allem in Kultgegenständen aus. Ihr Erscheinungsbild ist geprägt von den lokalen Gegebenheiten, der jeweiligen Glaubenswelt und den Ritualen. Interessanterweise entdeckt man bei der Erforschung dieser Objekte immer wieder Parallelen zwischen Kulturkreisen, die sich völlig unabhängig voneinander entwickelt haben. Beispielsweise meinen manche Ethnologen und Religionswissenschaftler, in dem Bodhisattva Avalokiteshvara, auch bekannt als Guanyin und Kannon, eine Verkörperung der Jungfrau Maria zu sehen.

Tatsächlich lässt sich mitunter belegen, dass irgendwann ein kultureller Austausch stattgefunden hat, u. a. durch Handelskarawanen, Pilger, Sklaven. Einfacher, solche Hinweise zu finden, ist es, wenn Aufzeichnungen oder eindeutige Relikte vorliegen. Bei rein mündlichen Überlieferungen verlieren sich die Informationen im Reich der Vermutungen.

Dr. Claudius Müller, Sinologe und Ethnologe, stellt in „Den Religionen auf der Spur“ seine Entdeckungen im Rahmen der „Welt des Glaubens in 26 Objekten“ vor, die gezielt ausgesucht wurden, da sie Glaubensrichtungen von allen Kontinenten berücksichtigen, welche auch den meisten Laien geläufig sind, sodass sie sich leicht auf die faszinierenden Ausführungen einlassen können. Der Autor beschreibt die Objekte, das lokale Umfeld, die religiösen Ansichten und Kulte. Zudem erzählt er die eine oder andere Mythe und zeigt Parallelen sowie Weiterentwicklungen aus gemeinsamen Wurzeln auf, wie sie z. B. der Islam, das Christentum und das Judentum oder der Buddhismus und der Hinduismus haben. Das Christentum birgt außerdem viele Spuren ‚heidnischer‘ Bräuche. So geht der Karneval auf die römischen Saturnalien zurück, und Jesus‘ Geburtstag ist identisch mit dem des bei römischen Soldaten beliebten Mithras‘ (Sol invictus).

Zu den 26 Kultgegenständen, die näher betrachtet werden, gehören die Hand der Fatima, eine Statue des vielgestaltigen Gottes Vishnu, ein Bierkessel aus Afrika, ein indonesischer Kris, das Kreuz der Nestorianer an der Seidenstraße und noch vieles mehr. Zu jedem Objekt findet sich ein ganzseitiges Farbfoto, zur Verfügung gestellt vom Museum Fünf Kontinente in München, dessen Direktor der Autor einige Jahre war. Interessiert man sich für Religion – präziser: für die vielen verschiedenen Religionen, ihre Kulte und Mythen, kann man mit diesem Buch tatsächlich „Den Religionen auf der Spur“ sein und viel Wissenswertes erfahren, das einem vorher vielleicht unbekannt war. Claudius Müller erläutert nachvollziehbar die wissenschaftlich fundierten Forschungsergebnisse.

Schade nur, dass es kein Verzeichnis weiterführender Bücher gibt. Aber der Band wendet sich nun mal an den Laien – was durch die Beteiligung des Bildungskanals ARD αlpha und der BR media deutlich wird -, der Dokutainmentsendungen etc. schätzt und mit einem allgemeinen Abriss zufrieden ist, und weniger an das Fachpublikum, das sich nach dem Einstieg in die Thematik detailliertere Kenntnisse aneignen möchte. Daher kann man den Titel einem breiten Laien-Publikum sehr empfehlen, aber für Philologen, Ethnologen, Religionswissenschaftler und Historiker ist er doch etwas zu oberflächlich.

Copyright © 2015 by Irene Salzmann (IS)

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