Die Maske der Verräter

Ulrike Schweikert
Die Maske der Verräter

cbj-Verlag, München, 2/2007
HC mit Schutzumschlag
Jugendbuch, historischer Krimi, Romance, Drama
ISBN 9783570129678
Titelgestaltung von Hauptmann & Kompanie, Werbeagentur München – Zürich unter Verwendung eines Gemäldes von Ridolfo de Ghirlandaio, akg images/Rabatti – Domingie
Autorenfoto von Robert Brembeck
www.cbj-verlag.de
www.ulrike-schweikert.de

1453: Jos und Sara verlassen ihren Heimatort Hall, um in Würzburg ihr Glück zu machen. Während Jos von einem Schmied als Lehrling aufgenommen wird, verdingt sich Sara als Magd in den Häusern der Fürsten. Wann immer es ihnen möglich ist, treffen sie einander, aber es wird noch einige Jahre dauern, bis Jos eine Familie ernähren kann und sie daran denken dürfen zu heiraten.

Ganz unglücklich ist Jos nicht darüber, denn er hat Rebecca, seine geheime Liebe, nicht vergessen. Eine Beziehung zwischen ihnen ist unmöglich, denn als Henkerstochter gehört Rebecca zu den Unberührbaren und darf nur unter ihresgleichen heiraten. Saras Eifersucht ist groß, als sie entdeckt, dass die Rivalin ebenfalls nach Würzburg gezogen ist und Jos sich auf ein gefährliches Spiel einlässt, wenn er die neue Gemahlin des hiesigen Henkers besucht.

Auch Rebecca ist Jos nach wie vor zugetan, wahrt jedoch die Distanz, die ihr ihre Stellung gebietet. Sie bemüht sich, dem viel älteren Mann eine gute Ehefrau und für seine Kinder, die ungefähr in ihrem Alter sind, eine gute Mutter zu sein. Luzia hätte sich gern mit Rebecca angefreundet, wird aber von Simon aufgehetzt, der grollt, weil die ihm versprochene Braut mit seinem Vater vermählt wurde. Arglistig beobachtet er jeden Schritt seiner Stiefmutter, um sie zu verderben.

Zufällig belauscht Jos das Gespräch dreier Kunden seines Meisters. Es geht um Verschwörung und Mord! Als guter Christ hält es Jos für seine Pflicht, das Verbrechen zu verhindern. Er schlägt alle Warnungen seines Lehrherrn in den Wind und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Bald gerät er in große Gefahr. Sara und Rebecca müssen ihren Streit begraben, um dem Mann zu helfen, den sie beide lieben, und dadurch ziehen auch sie unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich…

Historische Krimis haben eine große Fan-Gemeinde, denn das Genre bietet ein interessantes, manchmal wenig verbrauchtes Setting, das dem Leser auf unterhaltsame Weise geschichtliches Wissen vermittelt, und spannende Abenteuer. Gewürzt wird mit einigen romantischen Szenen, denn die mutigen Ermittler kommen einander langsam näher, während sie gemeinsam versuchen, ein Unrecht zu verhindern oder einen Täter zu überführen.

Das trifft auch auf den Roman „Die Maske der Verräter“ zu, der bei cbj als Jugendbuch erschienen ist, wenngleich er durchaus ein All Age-Publikum ansprechen kann. Routiniert und nicht zu ausführlich beschreibt die Autorin die Gegebenheiten im spätmittelalterlichen Würzburg. Daraus erschafft sie eine lebendige Kulisse, vor der ihre sympathischen Figuren glaubwürdig agieren. Schnell wird man in den Bann der Geschichte gezogen und möchte das Buch erst weglegen, wenn die letzte Seite gelesen wurde und man weiß, wer die Verschwörer sind, wer auf wessen Seite steht, ob der Anschlag verhindert und die unschuldig Eingekerkerten befreit werden können.

Das Finale vermag zu befriedigen, denn jeder bekommt in einem realistischen Rahmen das, was er verdient, und alle Fragen werden beantwortet. Dabei rangiert die Verschwörung nicht einmal als Hauptthema, sondern die Beziehungen der Protagonisten stehen im Mittelpunkt. Ihr Denken und Handeln werden beeinflusst vom Glaube und den Regeln der Gesellschaft, die viele Tabus kennt, welche sich nur schwer umgehen lassen, selbst wenn der eine oder andere für seine Zeit sehr aufgeschlossen ist wie Ruprecht Buchner, der alte Schmiedemeister, der aufmerksam beobachtet, die Vorgänge durchschaut, ironisch und weise kommentiert, immer wieder mit guten Ratschlägen aufwartet oder schweigt, wenn es der Sache dienlich ist. Man könnte ihn als den heimlichen Helden des Buchs betrachten, denn er ist sogar freier und flexibler als die jungen Leute.

Ergänzt wird mit einem Nachwort, das die historischen Daten der Dichtung gegenüber stellt, einem Glossar und einem Personenverzeichnis. „Die Maske der Verräter“ ist ein spannender historischer Krimi, der Leser beiderlei Geschlechts und aller Altersstufen anspricht. Vor allem durch ihre Vampir-Romane um „Peter von Borgo“ und „Die Erben der Nacht“ konnte die Autorin in den letzten Jahren einige Fans um sich scharen, die gespannt auf ihre weiteren Bücher warten. Ob diese nun im phantastischen oder historischen Genre angesiedelt sind, Ulrike Schweikerts Name ist ein Garant für spannende Unterhaltung. (IS)

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