Die schöne Philippine Welserin

Brigitte Riebe
Die schöne Philippine Welserin

Gmeiner-Verlag, Meßkirch, 03/2013
PB mit Klappbroschur
Histo-Krimi, Drama
ISBN 978-3-8392-1351-3
Titelgestaltung von U.O.R.G. Lutz Eberle, Stuttgart unter Verwendung eines Motivs des Kunsthistorischen Museums, Wien
Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen
Autorenfoto von Schelke Umbach

www.gmeiner-verlag.de
www.brigitteriebe.com

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Augsburg/Reich der Habsburger in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die bürgerliche Kaufmannstochter Philippine Welser verliebt sich unsterblich in Erzherzog Ferdinand, den Sohn des Kaisers. Getrennt durch die unterschiedlichen Stände scheint eine Ehe ausgeschlossen, und bloß eine Mätresse will sie nicht sein. Heimlich heiraten die beiden, und Philippine schenkt ihrem Mann mehrere Kinder, von denen jedoch nur zwei am Leben bleiben. In der Öffentlichkeit gilt sie als seine Buhlin und die Kinder als Bastarde. Lange müssen sie um die Anerkennung ihrer Ehe kämpfen, denn der Kaiser möchte seinen Sohn, später der neue Kaiser seinen Bruder nutzbringend verheiraten. Ferdinand bleibt jedoch an der Seite seiner Philippine, selbst als sie älter wird und immer mehr kränkelt, und erwehrt sich der Zwänge seiner Familie. Trotzdem kann er Philippine nicht vor den Anschlägen schützen, die auf sie verübt werden. Einzig ihr Misstrauen, ihre Vorsicht und ihre Kenntnisse der Kräuter bewahren sie vor so mancher vergifteten Speise. Obwohl sie schließlich einen Verdacht hegt, will sie lange nicht glauben, wie nah ihre Feinde sind.

Überzeugend und nachvollziehbar erzählt Brigitte Riebe die Geschichte der historisch belegten Philippine Welser, die das Herz eines Habsburger Kaisersohnes erobert und gegen alle Widerstände seine Frau wird. Die Autorin stützt sich auf reale Begebenheiten, die sie mit viel Fantasie zu einer interessanten, dramatischen Erzählung ausschmückt, der man gern von der ersten bis zur letzten Seite folgt. Das Buch beginnt mit den letzten Tagen der schwer kranken Hauptfigur, die sich nach Erlösung sehnt, aber noch etwas erledigen muss. Dann geht die Handlung 24 Jahre zurück und setzt zu einem Zeitpunkt von Philippines Leben ein, als sie versucht, ihre hoffnungslose Liebe zu Ferdinand zu vergessen und ihr Glück bei einem anderen zu finden. Im Wechsel kommt sie selbst durch ihr (fiktives) Tagebuch zu Wort bzw. werden die Ereignisse von der Autorin geschildert, wobei sie die Sicht ihrer Protagonistin berücksichtigt. Philippines Leben ist ein ständiges Auf und Ab, denn mal erfährt sie großes Glück, dann wieder schlimmstes Leid. Obwohl sie aus einer angesehenen Familie stammt und für ihre Liebe kämpft, erwartet sie ein für diese Zeit typisches Frauenschicksal:

Für ihre Angehörigen ist sie bloß eine Ware, die man auf dem Heiratsmarkt nicht gut genug verschachern kann, weil der Vater seine Frau und die Kinder im Stich ließ und auch seinen Unterhaltsverpflichtungen kaum mehr nachkommt, sie folglich keine große Mitgift zu erwarten hat. Für die Männer ist sie Beute, der man nachstellt, bis man bekommen hat, was man begehrte, und anschließend entziehen sie sich der Verantwortung. Ferdinand erwidert Philippines Liebe und setzt sich über viele, aber nicht alle Konventionen hinweg, indem die Ehe heimlich geschlossen wird, die Kinder als ‚Findelkinder‘ aufgenommen werden, seine Frau sich zurückziehen muss, sobald wichtige Gesandte den Erzherzog aufsuchen, und sie ihn nicht an den Hof begleiten darf. Dennoch ist es erstaunlich, dass Ferdinand seine Liebe zu Philippine wichtiger nimmt als alles andere und nach der späten Anerkennung der Ehe bis zum Tod seiner Gemahlin bei ihr bleibt, bevor er sich dem Druck der Familie beugt und einer politischen Heirat zustimmt. Neben Philippine bleibt er jedoch blass und hat ebenso wie die anderen Charaktere bloß geringe Handlungsanteile.

Die Geschichte selbst bemüht sich um realistische Beschreibungen, die frei sind von spannenden oder übertrieben tragischen Momenten, und auch die Romanze verläuft eher verhalten. Dennoch fühlt man sich gut unterhalten, was teils am angenehmen Schreibstil der Autorin, teils am geschickten Aufbau des Romans liegt. Sehr schön ist der Anhang, in dem erläutert wird, was auf Fakten fußt und was Fiktion ist. Auch die Szenentrenner – Arznei- und Giftpflanzen mit ihren volkstümlichen Namen und Eigenschaften -, die aus historischen Kräuterkundebüchern entnommen wurden, gefallen.

Schätzt man historische Romane, in denen eine ungewöhnliche Persönlichkeit im Mittelpunkt steht – wobei man erwähnen muss, dass „Die schöne Philippine Welserin“ eigentlich kein Krimi ist, da nicht wirklich Ermittlungen betrieben und Verbrechen aktiv aufgeklärt werden -, dann wird man viel Freude an diesem Titel haben.

Copyright by 2013 © Irene Salzmann (IS)

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