Gutenberg und das Geheimnis der Schwarzen Kunst

Andreas Venzke
Gutenberg und das Geheimnis der Schwarzen Kunst

Arena Bibliothek des Wissens 14
Arena Verlag, Würzburg, 1. Auflage: 8/2008
TB mit Klappbroschur, Jugendbuch 6180, Sachbuch, Geschichte, 978-3-401-06180-1, 112/795
Titelillustration von Joachim Knappe
Innenillustrationen von Klaus Puth
www.arena-verlag.de
www.andreas-venzke.de
www.illustrationen-joachim-knappe.de/
www.klausputh.de

Als eine historische Persönlichkeit, deren Wirken die Geschichte nachhaltig beeinflusste, gilt Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdrucks.

Er wurde um 1400 als Sohn eines Adligen geboren. Schon früh erweist er sich sowohl als Lebe- wie auch als kluger und risikofreudiger Geschäftsmann. Nachdem er aufgrund von Stände-Konflikten Mainz verlassen musste, zieht er nach Straßburg, wo er sich erstmals mit dem Gedanken der Massenvervielfältigung von Devotionalien, Ablassbriefen usw. beschäftigt. Um mit dem Buchdruck ein Vermögen verdienen zu können, muss jedoch etwas Besonderes, was jeder haben möchte, hergestellt werden: die Bibel, das meist gelesene Buch aller Zeiten. Zuvor kehrt Gutenberg jedoch zurück nach Mainz, denn marodierende Söldner bedrohen Straßburg. In seiner Heimatstadt realisiert Gutenberg sein Vorhaben, und weitere Bücher folgen, bis er 1468 stirbt.

Wenig ist bekannt über das 15. Jahrhundert und seine Menschen. Was man weiß, lässt sich nur aus Quellen rekonstruieren, in denen dritte über die Vorgänge berichten oder bereits ein bestimmtes Bild zu schaffen versuchen. Man geht davon aus, dass es jenen Gutenberg, den man zum moralisch tadellosen Visionär aufbaute, nie gegeben hat. Realistischer scheint, dass er ein Geschäftsmann war, der seine eigenen Interessen verfolgte und darauf bedacht war, genug Geld zu verdienen, um seine Existenz abzusichern und als Patrizier bzw. Angehöriger der Zünfte Status zu zeigen.

In Konsequenz entspringt dann die Erfindung des Buchdrucks keineswegs dem Wunsch, der Menschheit etwas Gutes zu tun: das Dokumentieren von Geschehnissen und die Verbreitung von Wissen. Stattdessen standen finanzielle Interessen im Vordergrund. Da es seinerzeit noch keine Patente gab, wurde das Prinzip zunächst von Gutenbergs Mitarbeitern, später von anderen parallel weiter geführt und immer wieder verbessert.

Der Buchdruck eroberte die ganze Welt und sorgte für radikale Änderungen: Lehrbücher konnten immer mehr Menschen zur Verfügung gestellt werden, so dass nicht länger bestimmte Schichten ein Exklusiv-Recht auf Bildung hatten, Nachrichten verbreiteten sich schneller, korrekt und legten den Grundstein für politische Reformen. Im Prinzip kann man den Buchdruck auch als ersten Schritt auf dem Weg zum modernen Computer und der Textverarbeitung betrachten.

Andreas Venzke bemühte sich, sich in das Leben und Denken Gutenbergs zu versetzen, das zweifellos ganz anders war als in der heutigen Zeit. Sein salopper Ton im Stil von „Die Sendung mit der Maus“ spricht junge Leser an und vermittelt auf unterhaltsame Weise Wissen. Ergänzt wird mit einem Glossar und einer Zeittafel, aufgelockert wird mit den lustigen Illustrationen von Klaus Puth. Kinder ab 10 Jahren, die sich für Geschichte interessieren, dürften vieles aus dieser Lektüre für sich herausziehen können. Sicher wäre der Band auch als Begleitmaterial für den Schulunterricht reizvoll. (IS)

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