Hispanien: Vom Tartessos-Mythos zum Arabersturm

Michael Koch
Hispanien: Vom Tartessos-Mythos zum Arabersturm

Nünnerich-Asmus Verlag, Mainz, 10/2014
Hardcover
Sachbuch, Archäologie & Geschichte
ISBN 978-3-943904-73-4
Titelgestaltung von Sebastian Ristof unter Verwendung der Fotos
„Die antiken Ruinen von Rio Tinto (Sevilla)“, „Cordoba, Moschee“,
„Dama de Baza“, „Hadrianus, der zweite Hispanische Kaiser“, „Leovigild, König der Wisigoten“
58 Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen

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Im Vorwort erzählt Michael Koch von seiner Faszination für das Land Spanien mit seiner wechselhaften Geschichte, historischen Stätten und Architektur, Literatur und Kunst. Der Nünnerich-Asmus Verlag ermöglichte ihm schließlich die Realisierung eines Wunschprojekts: die Publikation seiner Forschungen über das alte „Hispanien“ von etwa dem späten 4. Jt. v. Chr. bis ins Jahr 711, als das Wisigotenreich von den Arabern zerstört wurde, wobei vor allem der Zeitabschnitt in den Fokus gerückt wird, der beginnend „vom Tartessos-Mythos zum Arabersturm“ führt.

Dabei hebt der Autor jene Völker und Herrscher hervor, die die Entwicklung der iberischen Halbinsel maßgeblich beeinflusst haben bzw. deren Namen mit Hispanien verbunden sind. Bedauerlicherweise beruhen immer noch viele Erkenntnisse auf mitunter zweifelhaften Quellen aus späteren Jahren, die eine neutrale Haltung vermissen lassen, und auf Vermutungen. Gerade über die iberische Urbevölkerung ist sehr wenig bekannt. Erst mit der Besiedlung der Küste durch seefahrende Völker wie z. B. den Phoinikern, Griechen, Karthagern und Römern sowie die über den Landweg eindringenden Stämme während der Völkerwanderung, die alle ihre mehr oder minder prägnanten Spuren hinterließen, mehren sich die Informationen.

Angeblich soll es zuvor schon ein legendäres Königreich oder eine Hafenstadt, Tartessos, gegeben haben, das/die in der Antike quasi als Eldorado galt und durch reiche Silbervorkommen und andere Metalle von sich reden machte (Herodot). Die moderne Geschichtsforschung geht von einer Region aus, die phoinikisch beeinflusst wurde. Der Handel insbesondere mit Tyros ist seit dem 9. Jh. v. Chr. nachgewiesen, und es gibt Funde von befestigten Stadtanlagen. Im frühen 5. Jh. v. Chr. verschwindet diese Kultur abrupt.

Hispanien gerät als nächstes unter den Einfluss von Karthago und nach dem 2. Punischen Krieg unter den Roms. In den Jahren 98 – 117 n. Chr., 117 – 138 und 379 – 395 stellt Hispanien drei römische Kaiser: Trajan, Hadrian und Theodosius I. Nach der Zerstörung Westroms etabliert sich in Hispanien das Visigotenreich, das namhafte Herrscher wie Leowigild, Swintila und Wamba hervorbrachte. Der Autor schließt seine kritische Betrachtung mit dem Ende des Wisigotenreichs durch den Sieg Tariq ibn Ziyads am Rio Barbate. Abgerundet werden die Texte durch zahlreiche passend ausgewählte Schwarz-Weiß-Fotos und Landkarten.

Interessiert man sich für die Geschichte und Kultur Spaniens dieses Zeitraums, erhält man eine Fülle an reizvollen Informationen zu verschiedenen Themen. Allerdings merkt man Michael Koch den Wissenschaftler an: Sein Buch ist hoch theoretisch, spart nicht an Fachtermini und persönlichen Interpretationen. Für Leser, die ‚mal eben schnell‘ Wissenswertes überfliegen wollen, ist „Hispanien“ die falsche und eine Dokutainmentsendung die bessere Wahl.

Der Autor wendet sich an Fachkreise und Laien, die sich bereits mit der Materie beschäftigt haben und noch tiefer vordringen wollen. Dafür spricht auch das ausführliche Literaturverzeichnis, das alle Bücher nennt, aus denen hier zitiert wurde. Eine interessante, aber keineswegs einfache Lektüre.

Copyright © 2015 by Irene Salzmann (IS)

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