Aufstand der Roboter

Nikolai von Michalewsky (Buch) & Balthasar von Weymann (Skript)
Aufstand der Roboter
Mark Brandis 4

steinbach sprechende bücher, Schwäbisch Hall, 3/2009
Sprecher: Michael Lott, Rasmus Borowski, Martin Wehrmann, Thomas Vogt, Sven Björnsen, Christine Mühlenhof, Ulrike, Kopfler, Dorothea Anna Hagena u. a.
1 CD, SF-Hörspiel, Laufzeit: ca. 80 Min.
ISBN 9783886984367
Titelgestaltung von N. N.
www.sprechendebuecher.de
www.markbrandis.de
http://forum.markbrandis.de
www.interplanar.de

Zu den eher unbekannten deutschen SF-Klassikern gehören die im Jugendbuchbereich erschienenen „Mark Brandis“-Romane von Nicolai von Michalewski. Allerdings waren die Themen, mit denen sich der Autor beschäftigte, gar nicht so kindgerecht und naiv, wie es zuerst scheinen mochte, nahm er sich doch politischen wie gesellschaftlichen Themen an, die in der Zeit des Kalten Krieges eine besondere Bedeutung besaßen, wie die Verantwortung des Einzelnen in einer Diktatur. Dennoch blieben die Geschichten auch immer spannende Unterhaltung.

Die Erde des 22. Jahrhunderts hat mit nicht minder großen Problemen zu kämpfen wie in der Jetztzeit. Zwar existieren nur noch zwei Machtblöcke – die kommunistisch orientierten Vereinten Orientalischen Republiken und die demokratisch-freiheitlich regierte Westliche Union -, aber gerade Letztere ist von dem Macht besessenen texanischen General Gordon B. Smith und seinen Spießgesellen durch einen Staatsstreich in eine totalitäre Diktatur umgewandelt worden.

Wer sich gegen ihn zu erheben wagt, muss um sich, seine Familie und das Leben der Menschen in seinem Umfeld fürchten. Trotzdem gibt es tapfere Männer und Frauen, die sich nicht scheuen, auch weiterhin für die Freiheit zu kämpfen, um das Regime zu stürzen. Zu ihnen gehört Commander Mark Brandis und die Crew der ‚Delta VII’. Bei Smith und den Truppen seiner ‚Reinigenden Flamme’ sind das Schiff und seine Besatzung verhasst und gefürchtet, haben sie dem Regime doch bereits einige Schlappen zugefügt.

Allerdings war auch die ‚Delta VII’ nicht immer erfolgreich und musste sich nach dem Verlust des Stützpunkts auf der Venus für fast ein Jahr in die Tiefen des Weltalls zurückziehen. Abgeschnitten von jeglichem Nachschub gehen die Vorräte langsam zur Neige. Allerdings gelingt es schließlich, eine aufgegebene Raumstation wieder zu finden, die von ihrer ursprünglichen Position abgedriftet ist. Dort entdecken Brandis und seine Leute nicht nur Essen und Wasser sondern auch ein Geheimlabor des Generals.

Um auch die Vereinten Orientalischen Republiken zu kontrollieren haben seine Wissenschaftler eine neue Geheimwaffe entwickelt. Geklonte Körper werden mit dem Bewusstsein eines besonders fanatischen Gefolgsmannes versehen. Zwar muss dieser sterben, wenn sein Bewusstsein tausendfach kopiert wird, aber das zählt wenig. Heraus kommt die künstlich geschaffene Rasse des ‚Homo factus’ – perfekte Roboter-Soldaten ohne eigenen Willen.

Mit neuen Vorräten und diesem Wissen fliegt die ‚Delta VII’ wieder zurück Richtung Erde. Dabei erhalten sie den Befehl, einen Konvoi aufzuhalten, der ein altes Frachtschiff schützt, nicht ahnend, dass diese Aufgabe das Schicksal einiger Crewmitglieder so entscheidend verändern wird, dass dies auch Auswirkungen auf den Kampf gegen die Freiheit hat.
In der vierten Episode scheint anfangs alles verloren zu sein. So wie die Crew der ‚Delta VII’ langsam, aber sicher die Hoffnung verliert, scheint auch der Kampf gegen den Diktator zu Ende zu sein, da man nach dem Fall der Venus kaum noch Kontakt zur Erde hat. Doch mit der Entdeckung wendet sich das Blatt. Mark Brandis und seine Leute werden vor harte Prüfungen gestellt, als sie wieder in das Geschehen zurückkehren, und müssen schon bald schwerwiegende Entscheidungen treffen. Dürfen sie ihr persönliches Wohl über das der gesamten Menschheit stellen? Müssen sie vielleicht nicht die Opfer hinnehmen, die das Schicksal von ihnen fordert?

Vor allem Mark Brandis steht vor großen Entscheidungen, als er Pflichterfüllung und Rechtsbewusstsein mit persönlichen Gefühlen abwägen muss, als um ihn herum große Tragödien geschehen.

Gerade diese menschliche Seite heben die Geschichte – und auch die Hörspielserie aus der Masse ähnlicher Publikationen heraus. „Aufstand der Roboter“ erzählt zwar in Grundzügen eine klassische Geschichte, bleibt aber durchweg auch heute noch faszinierend, denn obgleich der Kalte Krieg lange vorbei ist, so sind viele der angesprochenen Themen durchaus keine Zukunftsmusik mehr und geschehen im Kleinen tagtäglich auf der Welt. Vielleicht geht das Hörspiel nicht ganz so in die Tiefe, wie es ein Buch könnte, aber gerade die Unmittelbarkeit und eindringlich berührende Atmosphäre regen zum Nachdenken an.

Die Mischung aus Erzählung, Musik und Dialogen ist einfach nur überzeugend, weil die Figuren vor dem inneren Auge des Zuhörers lebendig werden. Dank der Sprecher spürt man förmlich ihre Sorge und Verzweiflung, die aufkeimende Hoffnung und die Momente der Mutlosigkeit, wenn alles verloren scheint.

„Aufstand der Roboter“ führt den ersten Zyklus von „Mark Brandis“ zu einem dramatischen Ende. Dank der hochwertigen und liebevollen Gestaltung wird auch der vierte Teil der Serie zu einem Hörgenuss, der unter die Haut geht und nicht verpasst werden sollte. Jung wie Alt können hier erleben, dass es durchaus möglich ist, Unterhaltung und Anspruch in der Science Fiction zusammen zu bringen. (CS)

Titel bei Amazon.de:
Mark Brandis – Aufstand der Roboter. Hörspiel.

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