Das blaue Kreuz/Der verborgene Garten/Die sonderbaren Schritte

Gilbert Keith Chesterton
Das blaue Kreuz/Der verborgene Garten/Die sonderbaren Schritte
Father Browns Einfalt 1

Hörbuch mit ungekürzten Erzählungen der Sammlung aus dem Insel Taschenbuchverlag, Frankfurt/Main
steinbach sprechende bücher, Schwäbisch Hall, 03/2010
2 CDs im Jewel-Case
Hörbuch, Krimi
ISBN 978-3-86974-010-2
Laufzeit: ca. 157 Min.
Übersetzung aus dem Englischen von Hanswillhelm Haefs
Gelesen von Michael Schwarzmaier
Titelbild von N. N.

www.sprechendebücher.de
www.krimiwelten.de
www.father-brown.de
www.chesterton.org/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die meisten Deutschen werden „Pater Brown“ vermutlich durch die Verfilmungen mit Heinz Rühmann aus den frühen 1960er Jahren kennen. Allerdings beruhen sie nur sehr rudimentär auf den Kurzgeschichten von G. K. Chesterton, da bereits die deutschen Übersetzungen aus dieser Zeit eher glättend und verharmlosend waren. Seit einigen Jahren gibt es allerdings eine dem Original wesentlich mehr entsprechende Übersetzung von Hanswilhelm Haefs. Auf dieser beruht das Hörbuch, das drei Kurzgeschichten aus der Sammlung auf zwei CDs präsentiert. Diese werden von Michael Schwarzmaier gelesen.

In „Das blaue Kreuz“ soll Father Brown ein altes und kostbares silbernes Kreuz nach London bringen, damit es Priester aus dem Ausland an seinen eigentlichen Bestimmungsort weiterleiten können. Natürlich ahnt er zunächst nicht, dass einer der Männer, der sich freundlich um ihn bemüht, in Wirklichkeit der französische Meisterdieb Hercule Flambeau ist. Doch ein anderer weiß schon Bescheid und ist ihm seit Frankreich auf der Spur …

„Der verborgene Garten“ ist eigentlich nur durch das Haus des Pariser Polizeichefs Valentin zu betreten. Doch dann verliert ein Amerikaner, der zu Gast ist, buchstäblich seinen Kopf. Wer ist dafür verantwortlich? Father Brown sucht nach der Antwort. „Die sonderbaren Schritte“ führen Hercule Flambeau und Father Brown wieder zusammen. Der Meisterdieb plant, den Club der ‚Zwölf wahren Fischer‘ zu bestehlen. So treffen die beiden aufeinander, weil der katholische Pater gerade in dem elitären Haus anwesend ist, nachdem unter den Bediensteten jemand verstarb. Man merkt schon, dass die Geschichten gut hundert Jahre alt sind. Durch sie weht ein Hauch viktorianischen und edwardianischen Stils, das britische Empire ist noch nicht wie die anderen Staaten Europas vom Krieg gezeichnet – und die eigentliche Geschichte entwickelt sich sehr behäbig, verzichtet auf plakative Action. Sie setzt mehr auf detaillierte Schilderungen der Menschen und ihrer Handlungen.

Doch im Gegensatz zu den Erzählungen um „Sherlock Holmes“, die zur gleichen Zeit spielen und auch einen Mann in den Mittelpunkt stellen, der sich die Taten genauer ansieht, setzt Chesterton nicht auf die Kombination von Indizien, sondern auf die Menschen. Wie ein Profiler studiert der katholische Pfarrer die beteiligten Personen, versetzt sich in sie hinein und kann so besser verstehen, was sie zu ihren Taten trieb. Auch wenn er das Beichtgeheimnis wahrt, lehrt es ihn doch viel über die Natur des Menschen. Das alles ist gepaart mit einem fast schon naiven Gottvertrauen in das Gute im Menschen. Und so ist Father Brown auch in erster Linie an der Reue der Täter interessiert und nicht unbedingt an deren Bestrafung, auch wenn sie natürlich am Ende der Polizei übergeben werden.

Diese Punkte kommen in der Neuübersetzung besonders gut zur Geltung und sprechen von der feinsinnigen Menschenkenntnis des Autors ebenso wie von seiner Lust am Philosophieren. Das Hörbuch fängt diese Elemente sehr gut ein und wird dadurch zu einem tiefgründigen Genuss. Man hat nicht nur Freude an der Findigkeit des Paters, sondern denkt auch über seine Worte nach. Es ist schön, dass man sich dieser kleinen Perlen des Krimi-Genres angenommen hat und sie endlich auch einem größeren Publikum in ansprechender Form als Hörbuch präsentiert. Viele, die „Pater Brown“ ganz anders kennen, werden jetzt jedenfalls erfahren können, das erheblich mehr in den Geschichten steckt als nur leichter, naiv scheinender Humor und eine gewitzte Spürnase, die eigentlich im Auftrag des Herrn unterwegs sein sollte.

Copyright © 2011 by Christel Scheja (CS)

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