Das schwarze Reich

Ascan von Bargen
Das schwarze Reich
Insignium – Im Zeichen des Kreuzes 3

Verlagsgruppe Hermann/Studio Maritim, Dortmund, 07/2010
1 Audio-CD, Hörspiel, Thriller
ISBN 978-3-867142-73-1
Laufzeit: ca. 64 Min.
Sprecher: Helmut Krauss, Florian Halm, Dietmar Wunder, Bernd Vollbrecht, Gertie Honeck, Andreas von der Meden u. a.
Musik von Nightwish
Titelgestaltung von Tatosian – Fotolia.com
1 Booklet

www.verlagsgruppe-hermann.de/
www.maritim-produktionen.de/
www.ascanvonbargen.com
www.nightwish.co

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

„Die Dunkelheit um mich herum war absolut. Hatte sich wie eine zähflüssige Masse geronnener Schwärze um mich herum verdichtet. Ich schmeckte faulig-stinkendes Brackwasser in meinem Mund, die Kälte sickerte lähmend in meinen Körper und ich wusste instinktiv, dass mir jetzt nicht mehr viel Zeit blieb.“

Der neuste Auftrag des päpstlichen Sonderermittlers Sante della Vignas lautet, die wahren Hintergründe über den Fall ‚Abendrot„ ans Licht zu bringen, der 1943 spurlos verschwand. Abendrot soll mit Graf von Galen, Kardinal und Bischof von Münster, in Verbindung gestanden haben, einem ehernen Gegner der Nazis. Die Spur führt della Vigna und seinen Freund Don Aurelio de Boschi nach Deutschland, wo beide nur knapp einem Mordanschlag entgehen. Auf der Bürener Wewelsburg gerät della Vigna in die Gewalt einer Gruppe von Neonazis, die kurz zuvor die heilige Lanze des Longinus – den Speer des Schicksals – aus der Wiener Hofburg gestohlen haben. Auch innerhalb des Vatikans hat der Ermittler nicht nur Freunde. Einige Personen haben kein Interesse daran, dass die dunklen Kapitel der Vatikangeschichte ans Licht kommen.

Ohnehin stehen die kirchlichen Unterlagen aus der Zeit des zweiten Weltkriegs unter besonderer Geheimhaltung. Der Fall ‚Abendrot„ entwickelt sich sehr geradlinig, auch wenn Autor van Bargen mit dem Trick der ‚Vorblende„ arbeitet, um von Beginn an Spannung zu erzeugen. Auf Personenvorstellungen kann in dieser dritten Folge verzichtet werden. Die historischen Ereignisse um Bischof Abendrot, Bischof von Galen und seine Haltung zur Naziideologie werden unaufdringlich als „Ich stelle mir Ereignisse damals so vor“-Rückblende eingefügt. Das pointierte Gespräch zwischen Bischof von Galen und Gestapo-Mann Felix Lischka, in dem sich der Kirchenmann offen gegen die Vernichtung „unwerten Lebens“ durch die Nazis ausspricht, ist eine lebendige Geschichtsstunde.

„Insignium“ als Lehrmittel? Das wäre einen Versuch wert. Die Anführerin der Nazis mit dem bezeichnenden Namen Greta Wolff (Autor van Bargen hat scheinbar zu viele Jess Franco-Streifen gesehen) wird von der ‚Captain Janeway„ („Star Trek: Voyager“) -Stimme Gertie Honeck gesprochen, ihr Gehilfe Wotan vom enorm wandlungsfähigen Andreas von der Meden (Chauffeur Morton/Skinny Norris bei den „Drei ???“). Michael Habeck, im Allgemeinen für komödiantische Synchronparts (Oliver Hardy, Danny De Vito, Ernie aus der „Sesamstraße“, einige „Simpsons“-Figuren) und als Schauspieler („Der Name der Rose“) bekannt, darf als Bischoff von Galen glänzen, unverhohlen bedroht von Torsten Münchow als Felix Lischka. Sprecher und Inszenierung sind wieder allererste Sahne, und auch die musikalische Untermalung kann sich mehr als hören lassen. Mit dem Titelsong „Amaranth“ der schwedischen Female-Voice-Goth-Rock-Band Nightwish hat Maritim ohnehin einen genialen Coup gelandet. Auch wenn der eigentlich Fall im actionreichen Verlauf der Handlung etwas ins Hintertreffen gerät, ist dieser dritte Fall von Vatikan-‚Bond„ Sante della Vigna wieder feinstes Thrillerkino für die Ohren.

Im Zusammenspiel mit den sehr gelungenen Cover wieder eine absolute Empfehlung! Nur, warum ist der Cover-Hinweis auf den Nightwish-Titelsong in Englisch?

Copyright © 2011 by Elmar Huber (EH)

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