Isola

Isabel Abedi
Isola

Hörbuch nach dem gleichnamigen Jugendbuch „Isola“ von Isabel Albedi, Arena-Verlag, Würzburg, 2007
Arena Verlag, Würzburg, 6/2008
6 CDs im Juwel-Case mit Schuber, Jugend-Hörbuch, Mystery, 978-3-401-26048-8, Laufzeit: ca. 450 Min., EUR 24.95
Gekürzte Lesung, vorgetragen von Jessica Schwarz und Andreas Fröhlich
Titelgestaltung von Frauke Schneider unter Verwendung der Fotos von Bruce Byers & Alfonso Incrocci/gettyimages

www.arena-verlag.de
www.abedi-isola.de

Isabel Albedi hat sich mit ihren Thrillern in die Aufmerksamkeit der Leser geschrieben, weil sie hochaktuelle Themen anspricht. So beschäftigt sich ihr Roman „Isola” mit der Sensationsgier der Menschen und der Dynamik zwischen einer höchst unterschiedlichen Gruppe von Jugendlichen.

Nun, mehr als ein Jahr nach dem Roman, ist auch das Hörbuch erschienen, das in einem Jewel-Case mit Schuber erhältlich ist. Jessica Schwarz und Andreas Fröhlich tragen die gekürzte Fassung auf 6 CDs mit einer Laufzeit von ungefähr 450 Min. vor.

Angeregt durch „Big Brother” und ähnliche Formate beschließt der Regisseur Tempelhof, zwölf Jugendliche auf eine einsame Insel vor der südamerikanischen Küste zu schicken. Zwar soll es ihnen an nichts mangeln, aber sie werden ansonsten auf sich selbst gestellt sein.

Eine von den Auserwählten ist die siebzehnjährige Vera. Sie ist stiller und erwachsener als die anderen Jugendlichen, die mit ihr auf die Insel kommen. Und obwohl sie nicht glaubt, das etwas Gutes aus der Sache erwachsen kann, hat sie zugestimmt, bei dem Experiment mitzumachen. Allerdings hat sie auch noch ganz andere Gründe, um nach Brasilien zu reisen.

In den ersten Tagen sind die sechs Jungen und sechs Mädchen sich vollkommen selbst überlassen und lernen einander erst einmal richtig kennen. Am ehesten kommt Vera mit ruhigen Charakteren wie Neander und Pearl oder Moon zurecht, während sie gegenüber Darling und Joker lieber Abstand wahrt. Und zu dem einzelgängerischen Solo verbindet sie bald eine seltsame Zuneigung.

Dann jedoch erschüttert eine Aufgabe die Gemeinschaft. In einem Mörderspiel soll einer von ihnen die auserwählten Opfer nach und nach entführen und so lange wie möglich unentdeckt bleiben. Das säht Misstrauen und Angst unter den zwölf Jugendlichen – vor allem als aus dem Spiel bitterer Ernst wird.

Neben ein wenig Kritik an der derzeitigen Sensationslust der Medien wendet sich die Geschichte vor allem den Charakteren zu, die ein wenig mehr Farbe und Profil erhalten. Dabei entwickeln sich Vera und Solo schnell zu den wichtigsten Protagonisten, Joker und Darling werden durch ihre derbe extrovertierte Art zu deren Gegenspieler. Zwar erhalten die anderen Jugendlichen auch individuelle Charakterzüge, sind aber längst nicht so ausgearbeitet wie die vier Vorgenannten.
Das Mörderspiel ist geschickt angelegt, so dass es auch den Zuhörer zunächst auf eine völlig falsche Spur führt. Es kommt zu einer überraschenden Wendung, mit der man so nicht gerechnet hat.

Isabel Albedi braucht trotzdem keine vordergründige Action, um die Spannung in ihrem Roman ins Unerträgliche zu steigern. Ihre Charaktere und deren Geheimnisse tragen die Handlung; sie weiß immer wieder in die Irre zu führen und aufs Neue zu überraschen.

Der Vortrag von Jessica Schwarz selbst ist eher zwiespältig zu betrachten. Zwar fängt sie den Charakter von Vera sehr gut ein, wirkt dadurch manchmal aber auch ein wenig teilnahmslos, was dem Inhalt die Kraft nimmt. Andreas Fröhlich gelingt es, den Leser besser an sich zu binden.

Deshalb sollte man, wenn man nicht gerade ein Fan der Hörbücher ist, doch besser zum Buch greifen und in sich selbst die Stimmen der Protagonisten entstehen lassen, denn davon hat man mehr. (CS)

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