Lodoiska

Theodor Hildebrand, Marc Gruppe
Lodoiska
Gruselkabinett, Folge 79

Titania Medien, Leverkusen, 09/2013
1 Audio-CD im Jewel-Case
Hörspiel, Gothic Novelle, Mystery
ISBN 978-3-78574-894-7
Laufzeit: 13 Tracks/79 Min.
Sprecher: Jana Nagyova, Susanne Uhlen, Sascha Wussow, Lene Bierstedt, Hanna Bierstedt  u. a.
Musik: N. N.
Titelillustration: Firuz Askin
1 Booklet

www.titania-medien.de
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Oberst Alfred Lobenthal lebt mit seiner Frau Helene und seinen beiden Töchtern Julchen und Mina in Berlin. Das traute Familienglück wird eines Tages getrübt als Lobenthal eine verhängnisvolle Nachricht erhält, die ihn zwingt, mit seiner Familie und seinem treuen Weggefährten Werner auf ein Schloss in Böhmen umzusiedeln. Seiner Frau und seinen Kindern gegenüber begründet er dies durch den plötzlichen Verlust eines Großteils seines Vermögens. Die Wahrheit indes ist weit grausamer.

Die Familie lebt sich schnell auf dem Schloss ein, das in einer herrlichen Waldgegend liegt. Nach über einem Jahr zwingt eine neue Nachricht den Oberst zu einem längeren Aufenthalt in Stettin. Werner bleibt zum Schutz der Familie in Böhmen. Kurz nach der Abreise von Alfred Lobenthal bezieht eine allein lebende Frau mit ihrem alten Diener die alte, verfallene Hütte im Wald. Schon bald kreuzen sich die Wege von Lodoiska, die man nur in Trauerkleidung gehüllt zu Gesicht bekommt, und der beiden Kinder Julchen und Mina Lobenthal, die sofort Vertrauen zu der Frau aus Osteuropa fassen. Ganz im Gegensatz zu Werner, der Lodoiska feindselig gegenübertritt und sie offenbar zu kennen scheint. Doch dies Geheimnis behält er wohlweislich für sich, und Lodoiska versteht es vortrefflich, seine Bemühungen, den Oberst in Stettin brieflich von der Anwesenheit der schwarzen Dame in Kenntnis zu setzen, zu vereiteln. So nimmt das Verhängnis seinen Lauf …

Über den deutschen Schriftsteller Theodor Hildebrand ist wenig bekannt, doch mit seiner Geschichte „Der Vampyr oder: Die Todtenbraut“ hat er eine herausragende Erzählung über das Treiben einer blutsaugenden Untoten in Böhmen verfasst, lange bevor Bram Stoker seinen „Dracula“ zu Papier brachte. Die Hörspielreihe „Gruselkabinett“ zeichnet sich ja, neben der qualitativ hochwertigen Produktion, vor allem durch ihre Vielfältigkeit aus. Klassiker des Genres gehen hier Hand in Hand mit den vergessen geglaubten Perlen der Gothic Novel,. „Lodoiska“, nach der oben genannten Kurzgeschichte Hildebrands, gehört zur letzteren Kategorie und jeder Hörer darf sich glücklich schätzen, dass Marc Gruppe und Stephan Bosenius diese Story gefunden haben.

Dank der eindrucksvollen Darstellung Lodoiskas durch die Schauspielerin Jana Nagyova und der Mitwirkung von Susanne Uhlen und Sascha Wussow, dem Sohn von Klausjürgen „Dr. Brinkmann“ Wussow, zählt das vorliegende Hörspiel zu den bewegendsten und schönsten Vampir-Vertonungen in deutscher Sprache. Unterlegt mit einer fast schon melancholischen Musik entfaltet sich langsam eine immer düsterer werdende Atmosphäre. Dabei besitzt das Hörspiel mit knapp 80 Minuten Laufzeit fast schon Spielfilmlänge.

Wie zu der Zeit üblich stammt das blutsaugende Grauen auch hier aus Osteuropa und verbirgt sich gekonnt hinter einer wunderschönen Maske. Ein wenig erinnert die Geschichte an Joseph Sheridan LeFanus bekannte Novelle „Carmilla“, die als erste Folge der Hörspielreihe vertont worden ist. Der Verlauf der Geschichte ist jedoch ein gänzlich anderer, und was relativ harmlos und idyllisch beginnt, entwickelt sich bald zu einem düsteren Horror-Drama über eine geradezu zerstörerische Liebschaft. Die beiden Kinder Julchen und Mina werden übrigens von Lene und Hanna Bierstedt gesprochen, den Töchtern der begabten Sprecherin Marie Bierstedt. Der Schauspieler Detlef Bierstedt hingegen ist der Großvater der beiden Geschwister, die für Titania Medien das allererste Mal vor dem Mikrofon standen.

Laut dem Booklet stammt die eindrucksvolle und äußerst passende Titelillustration noch von dem verstorbenen Künstler Firuz Askin. Ein wahrhaft kunstvolles Meisterwerk, das Lodoiskas Trauer lebhaft zur Schau stellt. Düsteres Horror-Drama, das erst harmlos beginnt und bald immer bedrohlicher und unheimlicher wird. Ganz großes Kino für die Ohren.

Copyright © 2015 by Florian Hilleberg (FH)

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