Mark Brandis – Raumsonde Epsilon 2

Raumsonde Epsilon 2
Mark Brandis 10
(sfbentry)

Universal/Folgenreich (2010)
Hörspielbearbeitung: Balthasar v. Weymarn
Buchvorlage: Nikolai v. Michalewsky
Produktion und Regie: Jochim C. Redeker, Balthasar v. Weymarn
1 CD (10 Tracks), ca. 61 Minuten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
ISBN 978-3-8291-2318-1

Sprecher: Wolf Frass, Michael Lott, Mark Bremer, Anke Reitzenstein, Kai Jürgens, Martin Wehrmann, Michael Westphal, Udo Schenk, Michael Pan, Julien Haggége, Christine Mühlenhof, Cho See-Young, Tomasina Ulbricht, Gerhart Hinze, Stefan Peters, David Nathan, Oliver Seidler

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Commander Mark Brandis und seine Mannschaft habe sich aus der Gefangenschaft von Captain Roger D’Arcy befreit. Brandis versucht weiterhin die Epsilon-Sonde zu erreichen, um einen erfolgreichen Erstkontakt mit ihr herzustellen. Doch der politische Gegner sitzt ihm im Nacken: Oberst Lao Wu. Als Brandis endlich die Sonde erreicht, droht die Situation zu eskalieren …

Politische Intrigen, Weltraumkaperungen und der Kontakt mit einer außerirdischen Lebensform. Der zweite Teil der Doppelfolge „Mark Brandis – Raumsonde Epsilon“ kommt sehr kompakt daher. Eine spannende Situation jagt die Nächste und die Charakterentwicklung der Figuren tritt ein Stück in der Hintergrund. Dadurch gewinnt das Hörspiel deutlich an Tempo.

Im Zentrum stehen diesmal die politischen Ränkespiele und das Ausleuchten der ewig menschlichen Niederungen. Die Menschheit bekommt eine einmalige Gelegenheit. Wie wird sie damit umgehen? Die Antwort auf diese Frage zu finden, darum dreht sich das Finale der Folge. Die Anspannung aller Beteiligten liegt dabei hörbar in der Luft, die Atmosphäre ist regelrecht aufgeladen und die Dramatik der Situation beinahe überwältigend. Regisseur Jochim C. Redeker und seine Mannschaft laufen zur Höchstleistung auf, um ihre Hörerschaft spannend zu unterhalten. Und das gelingt ihnen hervorragend. Das Finale der Doppelfolge ist einfach erstklassig!

Das liegt natürlich auch an der guten Leistung der Schauspieler. Unter anderem ist auch die Figur des Grigori „Grischa“ Romen wieder mit von der Partie, die von David Nathan gesprochen wird. Herr Nathans Stimme scheint derzeit allgegenwärtig zu sein, was – sollte dieser Zustand anhalten – trotz seiner erstklassigen Leistung, zu einer Reizüberflutung der Zuhörerschaft führen kann.

Bei den Sprechern gibt es nur wenig Grund zum Mäkeln. Das ein oder andere Mal kommt der chinesische Akzent falsch herüber und der französische Akzent von D’Arcy fällt beinahe unter den Tisch, aber wirklich schlechte Leistung bringt nur Tomasina Ulbricht in der Rolle der Ludmilla Wolska. Es gibt zwar die ein oder andere stimmliche emotionale Regung, aber dass kann durchaus daran liegen, dass Redeker den ein oder anderen Schieberegler betätigte, um die schwache schauspielerische Leistung seiner Aktrice auszugleichen. Denn Redeker ist ein Vollprofi, was er mit seiner Mischung aus Klang und Musik zeigt. Trotzdem leidet auch „Mark Brandis – Raumsonde Epsilon 2“ darunter, dass die tolle Musik einen Tick lauter als die Dialoge ist. Das ist aber verschmerzbar.

Die Aufmachung der CD ist erstklassig und das Motiv des Booklets passend gewählt. Es unterstreicht die düstere Stimmung und zeigt die Dimensionen auf, um die es geht. Das Booklet selbst ist zwar dünn, kommt dafür aber mit einigen Informationen über das Mark-Brandis-Universum daher. Ebenfalls eine schicke Sache. Die eigentlich CD fällt dagegen ab, denn sie bleibt – wie bisher auch – schlicht silbern und ohne Blickfänger. Das ist Absicht und soll einen Retro-SF-Effekt erzeugen, wirkt dadurch – im Vergleich zu dem starken Motiv des Booklets – aber langweilig.

Abschließend ist „Mark Brandis – Raumsonde Epsilon 2“ eine an sich feine Sache und sehr unterhaltsam. Glücklicherweise hält sich die Sprechzeit von Frau Ulbricht in Grenzen und es bleibt die Hoffnung, dass es Jochim C. Redeker in zukünftigen Folgen gelingt etwas mehr Gefühl aus ihr herauszukitzeln. Eventuell wirkt Frau Ulbrichts Leistung auch deswegen so schwach, weil Balthasar v. Weymarn die Darstellung einer emotional blockierte Wissenschaftlerin forciert.

Zusammengenommen ist diese Doppelfolge spannend, unterhaltsam und bietet den Kick bodenständiger, real anmutender Science Fiction.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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