Sherlock Holmes 35 – Die verschleierte Mieterin

Sir Arthur Conan Doyle
Sherlock Holmes 35 – Die verschleierte Mieterin

Maritim-Verlag, vghaudio, Dortmund, 2/2009
1 CD, Hörspiel, Krimi
ISBN 9783867141918
Laufzeit: ca. 53 Min.
Sprecher: Christian Rode, Peter Groeger Pia Werfel, Karin Eckhold u. a.
Musik von N. N.
Titelgestaltung von N. N.
Empfohlen ab 12 Jahre
www.maritim-produktionen.de/

Mrs. Merrilow, ihres Zeichens Vermieterin einer kleinen Wohnung, sucht Holmes auf, um ihm von ihrer bizarren Mieterin zu erzählen. Diese ginge, so sagt sie, nur verschleiert vor die Tür. Und dies aus gutem Grund, denn ihr Gesicht ist nichts anderes als eine entstellte Fratze.

Im Prinzip kein Verbrechen und schon gar kein Fall für den Meisterdetektiv. Doch Mrs. Ronder, die besagte Mieterin, ist dem Tode nahe und möchte noch einmal ihr Gewissen erleichtern. Aber kein Priester soll es sein, dem sie die Geschichte ihres Lebens beichtet, sondern eben Sherlock Holmes.

Und dieser reist nur zu gerne zu Mrs. Ronder, weiß er doch um deren Schicksal, ohne jedoch die genaueren Hintergründe zu kennen. Schon einmal befasste er sich am Rande mit ihrem Unglück. Nun erhalten er und Watson die Gelegenheit, tiefe Einblicke in ein menschliches Drama nehmen zu können…

War „Folge 34 – Charles Augustus Milverton“ schon kein typischer „Holmes“, so ist es dieser noch viel weniger. Denn hier geht es gar nicht mehr darum, ein Verbrechen zu verhindern oder aufzuklären. Ähnlich der „Bond“-Kurzgeschichte „Quantum Of Solace“ geht es hier schlicht darum, dass Holmes und Watson eine Episode aus dem Leben von Mrs. Ronder erzählt bekommen. Eine Geschichte voll Dramatik zwar, aber eben nur etwas, das sich vor langer Zeit abgespielt hat.

Entsprechend dem werden einige Zuhörer sagen, dass dies mit Sicherheit die langweiligste „Holmes“-Story ist, die vertont wurde. Man kann ihnen durchaus zustimmen. Auch wenn die Schilderung realistisch und mitreißend ist, bleibt die Spannung eines „Holmes“ ebenso auf der Strecke, wie es die Spannung eines „Bond“ bei „Ein Minimum Trost“ tut. Sie ist quasi nicht vorhanden.

Positiv ist, dass die Geschichte so umgesetzt wurde, wie sie einst erschien. Maritim widerstand hier dem Versuch, die Story durch neue Handlungen aufzupeppen. Man beließ sie so, wie sie von Doyle einst geschrieben wurde und vertonte sie. Und dies nicht einmal schlecht, denn sowohl die Haupt- wie auch die Nebenrollen wissen zu überzeugen. Sie können der Story zwar auch keine Spannung einhauchen, bleiben aber zumindest technisch auf hohem Niveau.

Fazit: Eine der langweiligsten „Holmes“-Geschichten, technisch einwandfrei umgesetzt. (GA)

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