Teufelsleib

Andreas Franz
Teufelsleib
Peter Brandts 2. Fall

Audio media Verlag, 2010
Reihe: Target – mitten ins Ohr
ISBN 978-3-86804-609-0
Hörbuch; Krimi
Gelesen von Thomas Piper
Hördauer ca. 460 min., auf 6 CDs, gekürzte Lesung

www.audiomedia.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Sprecher:

Thomas „Tommy“ Piper braucht man eigentlich nicht mehr vorzustellen, Leider als Schauspieler nicht mehr so oft zu sehen, gehört er doch gerade wegen seiner Stimme auch zu jenen, denen man entsprechende Rollen anbieten könnte, die unbedingt so ein Organ verlangen. Ihn jedoch allein auf seine Stimme zu reduzieren, ist reine Verschwendung. Ein guter Teil der positiven Merkmale dieses Hörbuches gehen auf sein Konto.

Klappentext:

Kommissar Peter Brandt ist gerade aus dem Weihnachtsurlaub zurück, als er mit einer besonders grausamen Mordserie konfrontiert wird. Ein kaltblütiger Serienmörder hat es auf junge, schöne Frauen abgesehen, die einem äußerst lukrativen Nebenerwerb nachgehen: Alle Opfer arbeiteten als Edelprostituierte. Bei seinen Ermittlungen betritt Brandt eine Welt aus religiösem Fanatismus und Gewalt.

Ich zitiere hier bewusst für die Inhaltsbeschreibung nur den Klappentext, um das Wenige, was da an Spannung noch geboten wird, nicht auch noch vorwegzunehmen.

Fazit:

Einem Serienmörder zu attestieren, er habe den „Teufel im Leib“ ist sicher legitim. In Verbindung mit dem Terminus „religiöser Fanatismus“ schraubt es aber natürlich die Erwartungshaltung des Hörers/Lesers schon ziemlich nach oben. Spätestens seit „DaVinci Code“ und „Illuminatus“ hat sich hier der Level einschlägiger Romane deutlich erhöht. „Teufelsleib“ kann dieses Niveau leider nicht erreichen. Misstrauisch wie ich mittlerweile geworden bin, könnte es ja auch so sein, dass der gekürzten Hörbuchfassung gerade die Textteile zum Opfer fielen, welche diesem Anspruch gerecht geworden wären. Allerdings bleibt es zu bezweifeln, denn der restliche – gehörte – Text erlaubt genug Einblick.

Die ganze Geschichte strotzt nur so von Klischees: Der ermittelnde Kommissar hat eine gescheiterte Beziehung hinter sich, die Opfer haben anfänglich nur eines gemein, nämlich die Prostitution. Weitere Übereinstimmungen eröffnen sich dem Hörer aber sofort, als sie erscheinen, dem Kommissar seltsamerweise aber nicht. Die erste Hälfte dümpelt mehr oder weniger belanglos vor sich hin und man erlangt den Eindruck, dass dem Autor nichts mehr eingefallen ist und er eine Schreibblockade hatte. Eine neue Idee ändert dies schlagartig und mit deutlichem Schnitt nimmt die Story einen anderen, trotz allem voraussagbaren Verlauf.

Als weiteres Klischee hat der Täter eine schlimme Jugend hinter sich, wurde verstoßen, missbraucht und das über viele Jahre hinweg. Anstatt aber daran zu zerbrechen, bleibt er äußerst vital, scheinbar geistig gefestigt, kaum aus dem Heim entlassen, fängt er munter an zu studieren, besteht alle Prüfungen und wandelt sich zu einem bei allen beliebten Gymnasiallehrer, einem guten Mitglied der Gemeinde.

Vor allem das, was ihn im Heim widerfahren ist, ist teilweise schon wieder ein Klischee, der Umfang, die Art und Weise und vor allem, von wem ihm die Leiden zugefügt wurden, ist völlig unglaubwürdig. Und es gibt (leider) genug Menschen, die in Heimen aufgewachsen sind, Schlechtes erlebt und erlitten haben, und die nicht zu Serienmördern wurden. Sprich, der ganze Plot hinkt. Und das ist der eigentliche Mangel, die Unglaubwürdigkeit. Auch ganz am Ende wird dies deutlich: Ausgerechnet die einzige Person, welche der Täter liebt und die ihn anhimmelt, wird von ihm geschändet und streichelt ihm dann auch noch – kaum der Fesseln entledigt – zur „Belohnung“ zärtlich seine Wange und besucht ihn als Einzige fortan im Knast.

Copyright © 2010 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Peter Brandts 1. Fall: ISBN 978-3-86804-517-8 „Jung, blond, tot“

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