Darth Scabrous

Joe Schreiber
Darth Scabrous
Star Wars

(sfbentry)
Star Wars: Red Harvest, USA, 2010
© Lucasfilm Ltd., USA, 2010
Blanvalet, München, 05/2012
PB, SF, Horror
ISBN 978-3-442-37938-5
Aus dem Amerikanischen von Andreas Kasprzak
Titelgestaltung von HildenDesign, München
Inklusive Timeline: Die Romane – Was geschah wann?

www.randomhouse.de/blanvalet/
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www.lucasart.com
www.lucasfans.de/star_wars_literatur-romane.html
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Darth Scabrous, Sith-Lord und Oberhaupt der Sith-Akademie auf Odacer-Faustin, strebt nach der Unsterblichkeit. Bei seinen Forschungen stößt er auf ein geheimes Experiment eines anderen Sith-Lords. Um dieses zu perfektionieren, benötigt Scabrous eine seltene Orchidee. Um die Pflanze in seinen Besitz zu bringen, entsendet er Kopfgeldjäger in die Weiten des Alls.

Der Whiphide Thulk wird tatsächlich fündig. Ausgerechnet in einer Forschungsanlage des Jedi-Ordens entdeckt er eine solche Blume. Es gelingt dem Kopfgeldjäger, sie an sich zu nehmen, doch damit die sensible Pflanze überlebt, muss er auch die junge Jedi Hestizo Trace mitnehmen, die durch die Macht eine besondere Bindung zu Pflanzen hat. Darth Scabrous kann seine Experimente endlich fortsetzen, doch etwas geht entsetzlich schief. Seine Versuchsperson stirbt, und der Leichnam erwacht kurz darauf mit einem mörderischen Appetit auf frisches Fleisch. Die Seuche verbreitet sich rasend schnell auf dem Planeten, und plötzlich sehen sich die Überlebenden einer unüberschaubaren Schar von untoten, fleischfressenden Sith-Schülern gegenüber …

„Star Wars“ ist ein Multimedia-Phänomen, das bis heute Jung und Alt gleichermaßen begeistert. Die literarischen Beiträge zum „Star Wars“-Universum aus der Feder von Joe Schreiber indes sind keineswegs für kleine Fans geeignet. Hier zeigt sich die Vielfältigkeit des Kosmos, den George Lucas erfunden hat, denn fleischfressende Zombies und Lichtschwerter wirken zunächst wie unvereinbare Anachronismen. Bereits mit „Der Todeskreuzer“ hat Schreiber allerdings bewiesen, dass auch Horror-Elemente im „Star Wars“-Universum ihre Daseinsberechtigung haben und teilweise sogar sehr gut funktionieren können. „Darth Scabrous“ ist der zweite „Star Wars“-Zombie-Roman des Autors, bildet jedoch nicht die direkte Fortsetzung von „Der Todeskreuzer“. Vielmehr ist es eine komplett eigenständige Geschichte, und während die in „Der Todeskreuzer“ geschilderten Ereignisse lediglich ein Jahr vor dem ersten Kinofilm spielen, der als „Eine neue Hoffnung“ in die Chronologie eingegangen ist, wird die vorliegende Story nicht weniger als 3645 Jahre vordatiert.

Die Sith, welche in den Kinofilmen lediglich nur noch rudimentär vertreten sind, sind in dieser Zeit noch äußerst zahlreich und agieren keineswegs im Hintergrund. Tatsächlich ist das Setting, das Joe Schreiber für seinen Roman gewählt hat, sehr interessant und vor allem originell, denn bis auf Hestizo Trace und ihren Bruder Rojo, der seiner kleinen Schwester zu Hilfe eilt, bestehen die Protagonisten des Romans fast ausschließlich aus Charakteren, die eher als Bösewichter geeignet wären. Der titelgebende Darth Scabrous wird als skrupelloser Urheber der Zombie-Seuche zum ultimativen Gegenspieler. Hestizo Trace, alles andere als eine typische Jedi, ist die Heldin des Romans, und ihre Fähigkeit, mit Pflanzen zu kommunizieren, ist eine weitere interessante Facette der Macht. Bis die ersten Untoten auftauchen, vergeht zwar ungefähr ein Viertel des Romans, doch langweilig ist es bis dahin trotzdem nicht.

Mit dem Auftreten der Zombies, die im Buch meistens nur als „Dinger“ tituliert werden, nehmen Action und Spannung kein Ende mehr. Dabei begegnet der Leser fast ausschließlich Menschen, bis auf einen Zabrak, jener Rasse, zu der auch Darth Maul aus „Episode 1“ gehört, einem wookie-ähnlichen Whiphiden und einem baumartigen Neti. Da kein Charakter aus den Filmen oder der Serie vertreten ist, bleibt das Überleben sämtlicher Protagonisten fragwürdig. Die Angriffe der Infizierten sind äußerst brutal und lassen das Herz eines jeden Zombie-Fans höher schlagen. Ein wirklich gelungener Roman, obwohl das Ende ein wenig an „Alien – Die Wiedergeburt“ erinnert. Etwas störend lesen sich einige ärgerliche Druckfehler. So wird aus einem „Lichtschwert“ schnell einmal ein „Lichtwert“. 

Das Cover zeigt einen untoten Sith-Lord mit dem typisch roten Lichtschwert. Ein sehr kunstvolles und treffendes Titelmotiv. Ebenfalls mit im Buch enthalten ist die unverzichtbare „Star Wars“-Timeline, die hilft, jeden Roman in die Chronologie einzuordnen.  

Joe Schreiber ist der Spagat zwischen Zombie-Horror und „Star Wars“ hervorragend gelungen. „Darth Scabrous“ ist ein düsterer und sehr brutaler Roman aus dem Universum von George Lucas, und gewiss keine Lektüre für kleine Fans.

Copyright © 2012 by Florian Hilleberg (FH)

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