Don Harris Psycho-Cop 04 – Das Erbe der Wächter

Psycho Cop 4Jason Dark, Oliver Döring
Das Erbe der Wächter

Don Harris – Psycho-Cop
Folge 4
ab 12 Jahren
ca. 60 Minuten
1 Audio CD
WortArt / Folgenreich / Universal Music
ISBN 9783829122566
www.wortart.de
www.folgenreich.de
(sfbentry)

Azucena, eine erfahrene und kaltblütige Profikillerin, hintergeht ihre Auftraggeber. Sie schickt das Schwarze Amulett mit der Post nach London. Kurz darauf wird Azucena vom Club der Höllensöhne abgefangen und verschleppt. Unter Folter soll sie verraten, wo sich das Amulett befindet. Azucena behauptet nun Don Harris würde das Amulett besitzen. Die Höllensöhne nehmen Kontakt zu ihm auf und verlangen das Amulett zurück. Don setzt nun alles auf eine Karte, um Azucena zu befreien …

„Das Erbe der Wächter“ setzt nahtlos hinter „Das Schwarze Amulett“ an und erzählt die Geschichte weiter. Was stark begann, fällt nun steil. So gelingt es Jason Dark und Oliver Döring nicht, aus dem Schatten des Geisterjägers John Sinclairs zu treten. Im Gegenteil, stellenweise glaubt man beinahe einen Sinclair vor sich zu haben, der mit ein paar zusammenhanglosen Stilelementen aufgebessert wird. Dabei hatte Jason Dark mit seinem Vorzeigehelden Harris doch so einiges vor, wollte neue Wege gehen. In „Das Erbe der Wächter“ wurden scheinbar nur einige Bezeichnungen ausgetauscht. Gepaart mit der langweiligen Inszenierung von Oliver Döring eine schlechte Mischung. Irgend etwas ist hier eindeutig schief gegangen.

Zu allem Übel ist die Geschichte auch nur leidlich spannend, was vor allem an dem unglücklichen Wandel von Azucena liegt. Anstatt weiter die eiskalte Killerin zu geben, ist sie plötzlich bekehrt und wird zum weinerlichen Opfer. Katrin Fröhlich leistet bei dieser Rolle ganze Arbeit, handwerklich gibt es keine Meckereien, aber hier hätte man mehr herausholen können. Erinnert irgendwie an Sinclair, wo beliebte Bösewichter sich dann schon mal gerne dem Helden anschließen, ohne eine glaubwürdige Charakterentwicklung durchzumachen.

Wenigstens erfährt man nun mehr über Scotland Yard – Verzeihung! – über die ESI, die Organisation, in der Don Harris Mitglied ist. Und prompt bekommt Don von einem seiner Kollegen einen dämlichen Spitznamen verpasst: Psycho-Cop. Aha, so erklärt der Autor also nun den Titel der Serie, was im Grunde genommen vollkommen egal ist. Im Hörspiel ist die Sache übrigens besonders ärgerlich, da „Psycho-Cop“ deutsch ausgesprochen wird. Wenigstens ein markiges „Psseiko-Kopp“ wäre mal schick gewesen. Aber die Regie hat eh geschlafen. Es gibt wenig musikalische Untermalung und auch kaum Audiodetails. So wird schon mal eine Waffe weitergegeben – optimal um als Klang durchgeladen und entsichert zu werden – und nur der Erzähler weist darauf hin.

Douglas Welbat leistet als Erzähler wenigstens ganze Arbeit und trägt dazu bei die Episode halbwegs vor dem vollständigen absacken zu schützen. Allerdings verlässt sich Oliver Döring zu sehr auf seinen Mann an der Front und setzt erklärende und unterstützende Klänge viel zu selten ein. Das sorgt vor allem für ein laues Ambiente. Ein starker Gegensatz zur klanglich starken dritten Folge der Reihe.

Wenigstens die Sprecher leisten ganze Arbeit. Doch noch immer kann sich Dietmar Wunder kaum als Actionrolle durchsetzen. Weniger weil er neben Daniel Craig auch Adam Sandler spricht, sondern weil es das Drehbuch kaum hergibt. Keiner der Dialoge profiliert den Charakter. Das gilt leider auch für die Rolle der Elektra, die von Claudia Urbschat-Mingues gesprochen wird. Eine hervorragende darstellerische Leistung, aber mickrige und unglaubwürdige Dialoge.

Aauch bei der Altersempfehlung ist einiges Unstimmig. Ab 12 Jahre ist sehr irreführend. Im Hörspiel gibt es etliche sexistische und brutale Stellen, die das Alter eindeutig auf 16 Jahre anheben. Vor allem weil diese Elemente eindeutig ihrer selbst Willen eingebracht werden und keineswegs zur Handlung beitragen. Ihnen mangelt es auch an Sarkasmus, Gesellschaftskritik oder moralischer Botschaft. Nein, es ging wohl eher darum, sich von einem braven John Sinclair zu lösen. Leider wurde das Thema verfehlt.

Was hinter diesem Qualitäts- und Handlungseinbruch steckt, wissen sicherlich nur die Macher. Bleibt zu hoffen, das weitere Episoden wieder an Wert gewinnen und die Sache ein einmaliger Ausrutscher war.
(Günther Lietz)

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