Das Eulentor

das-eulentorAndreas Gruber
Das Eulentor

Allgemeine Reihe Band 1
BLITZ-Verlag, Windeck, 11/2007
HC mit Schutzumschlag, Mystery/Horror
ISBN 9783898402736
Umschlaggestaltung und Illustration von Mark Freier

www.BLITZ-Verlag.de
www.agruber.com
www.freierstein.de

Der 1968 in Wien geborene Andreas Gruber lebt heute zusammen mit seiner Familie im niederösterreichischen Grillenberg. Er hat schon einige phantastische Romane veröffentlicht, die wie viele Werke Lovecrafts der düsteren Phantastik angehören und das Übernatürliche mit der Wissenschaft verbinden.

Im Winter 1911 reist eine aus dem deutschen Kartographen Hansen, dem Expeditionsleiter Berger und einer Handvoll Norwegern bestehende Mannschaft per Schiff in den hohen Norden, um die Grenzen der Arktis zu erkunden. Das Wagnis fordert schnell Opfer. Einer nach dem anderen stirbt durch die erbarmungslose Kälte, stürzt in bodenlose Gletscherspalten oder verschwindet in den heftigen Eisstürmen, welche die zerklüftete Landschaft aus Schnee und gefrorenem Wasser durchziehen.

Doch noch sind die Deutschen nicht bereit, den Kampf aufzugeben. Sie wollen die Kartografierung der Arktis zu Ende bringen. Kurz bevor es nicht mehr weiter geht, machen sie im ewigen Eis jedoch eine folgenschwere Entdeckung. Sie finden einen Schacht, der keinen Boden zu besitzen scheint und schnurgerade nach unten führt. Außerdem ist sein Umfang ein Vielfaches der Zahl Pi. Sie markieren den Ort und kehren zurück, als die Witterungsverhältnisse wieder besser sind. Dank neuer Geldgeber beginnen sie, den Schacht zu erforschen und wundern sich, dass er irgendwann nicht mehr den physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu entsprechen scheint. Und schließlich drängt sich der Verdacht auf, dass ihn weder Menschen noch die Natur geschaffen haben können. Doch als sie dem Geheimnis auf die Spur kommen, schlägt das Grauen gnadenlos zu.

Man merkt schon, dass Andreas Gruber mit seinem Roman Lovecraft’schen Traditionen folgt. Die Schilderungen erinnern an ähnliche Schilderungen des amerikanischen Autors aus der Antarktis, in denen er auch die Kälte und Einsamkeit, die Bösartigkeit der Natur und das unheimliche Wesen der Entdeckung hervorhob. Gruber nimmt sich sehr viel Zeit, die zentralen Figuren einzuführen und die Expeditionsteilnehmer zu dezimieren. Dabei bleiben trotz aller Beschreibungen selbst die Hauptpersonen sehr blass. Der phantastische Anteil der Geschichte ist eher gering und kommt erst zum Ende des Bandes hin zum Tragen.

Der Roman besitzt ohne Zweifel Atmosphäre, leider aber auch Längen, da das Buch am Anfang überhaupt nicht in die Gänge kommt und erst ab der Mitte in der Spannung und im Tempo anzieht Auch das Ende kommt nicht ganz so überraschend, wie man es sich erhofft, da es doch mehr eingefahrenen Mustern folgt. Wer Lovecraft mag, der wird auch „Das Eulentor“ genießen können. Allerdings sollte man keine all zu großen Ansprüche an Spannung und Charaktertiefe haben; beides findet man hier leider nicht.

Copyright © 2010 Petra Weddehage (PW)
 
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