Das Pestmädchen

Astrid Pfister & Curd Cornelius
Das Pestmädchen
Dan Shockers Larry Brent – Neue Fälle, Band 04

(sfbentry)
BLITZ-Verlag, Windeck, limitierte Auflage:  05/2014
TB, Mystery-Thriller, Horror
ISBN 978-3-89840-399-3
Titelillustration von Rudolf Siber Lonati
Illustrationen im Innenteil von Ralph G. Kretschmann
Extra: Kurzgeschichte „Rendezvous mit Madeleine“

www.blitz-verlag.de
http://larrybrent.wordpress.com/
http://www.astridpfister.eu/
www.rs-lonati.de/
www.ralph-kretschmann.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

„Einst war Annie bestimmt ein wunderschönes fünfjähriges Mädchen gewesen, das mit seinen langen blonden Locken vielleicht wie eine lebendige Porzellanpuppe ausgesehen hatte, aber jetzt waren ihre Haare verfilzt und starrten vor Dreck, Annies Augen waren rot vom Weinen, und ihr Antlitz glich einer Kraterlandschaft. Die zarte Kinderhaut war mit eitrigen Geschwüren und großen, blutunterlaufenen Beulen übersät, die ihren Gesichtszügen ein groteskes Aussehen verlieh.“

Während in Deutschland auch X-GIRL-C, Morna Ulbrandson, nach ihrer Flucht mit dem Medium Inka Roll (siehe „Angriff aus der Vergangenheit“) in den Bann der anderen Ebene gerät und sich plötzlich selbst gegenübersteht, ereignen sich in Edinburgh unerklärbare Fälle vom Pesterkrankungen. Der Ursprung der Seuche ist die Touristenattraktion ‚Mary King’s Close‘, ein Stadtviertel, das während der Pestepidemie abgeschlossen und sich selbst überlassen wurde. Noch heute werden aus dem Gebiet immer wieder mysteriöse Phänomene und Geistersichtungen gemeldet. Von vielen als Lockmittel für die Touristen abgetan, scheint die Legende von ‚Mary King’s Close‘ doch über einen wahren und tödlichen Kern zu verfügen. David Gullan schickt Larry Brent und Morna Ulbrandson gemeinsam mit X-RAY-18 Achmed Chachmah in die schottische Hauptstadt, um die Vorfälle zu untersuchen, die bereits mehrere Tote forderten.

Kurzgeschichte „Rendezvous mit Madeleine“:
Während seines Südfrankreichurlaubs bleibt Rolf Solkans Auto in einem gottverlassenen Kaff liegen. Sein Ärger wandelt sich zu Hoffnung, als er die schöne Madeleine erblickt. Doch die ablehnende Haltung der Dorfbewohner wie auch die Andeutungen eines Journalisten wecken die Neugier in Solkan, was es mit Madeleine und ihrer bettlägerigen Mutter wirklich auf sich hat. „Elenas Zustand verschlechterte sich rapide, und ihre Haut begann auch ohne sichtbare Verletzungen zu bluten. […] Sie atmete tief ein, stemmte sich in die Höhe und rief um Hilfe, doch dieser Schrei ließ ihre Lungen kollabieren. Während sie starb, galten ihre letzten Gedanken ihren Freundinnen.“

Band 4 der „Neuen Fälle“ (Taschenbuchausgabe) führt zunächst den losen Storyfaden um Morna Ulbrandson aus Band 2 zu Ende und bereitet parallel schon den Fall „Pestmädchen“ vor, der schließlich vom Team Brent/Ulbrandson mit Unterstützung des mental begabten PSA-Kollegen Achmed Chachmah bearbeitet wird. Tatsächlich liegt die Quelle der Krankheitsfälle im ehemaligen Pestviertel von Edinburgh, das einst von den Stadtvätern abgeriegelt wurde, um eine Verbreitung der Krankheit zu verhindern. Das sichere Todesurteil für die Bewohner von Mary King’s Close, deren Hass gegen die Lebenden die Zeiten überdauert hat. Die Spur der Ereignisse führt zu Dr. Nicholas Graham, einem Wissenschaftler, der durch die Manipulation von Geistern längt ausgestorbene Krankheitserreger reaktivieren und als Waffe einsetzen will.

„Das Pestmädchen“ ist nach „Das Sanatorium“ der zweite Roman in Folge, der den aktuellen Zyklus um die – bisher nur angedeutete – Rückkehr von Dr. Satanas unterbricht. Zwar werden die Romane zeitlich in der Storyline verankert – erkennbar an der fortlaufenden Nummerierung der Tage -, doch funktioniert „Das Pestmädchen“ grundsätzlich als eigenständiger Fall. Und obwohl man dem Roman mit seiner detaillierten Schilderung der gegenwärtigen Pestfälle und den recht ausführlichen Rückblenden ins Edinburgh des 17. Jahrhunderts schon einiges an Seitenschinderei vorwerfen könnte, präsentiert sich „Das Pestmädchen“ insgesamt so flott und kurzweilig, dass man darüber leicht hinwegsehen kann.

Die Autorin Astrid Pfister ist neu im „Larry Brent“-Autorenteam, kann jedoch schon auf einige Veröffentlichungen – Kurzgeschichten wie auch Romane – im fantastischen Bereich zurück blicken. Sie war überdies Mitherausgeberin von Bernd Rothes „Welt der Geschichten“.  Als Covermotiv wurde ein Originalmotiv von Rudolf Siber-Lonati verwendet, an dessen Werken der BLITZ-Verlag die Rechte hält. In den Roman haben die Autoren eine Handlungsszene eingebaut, die exakt der Abbildung entspricht, für die Geschichte allerdings nicht relevant ist.

Wie bei den vorherigen Bänden der Reihe ist auch hier wieder eine Geschichte aus „Dan Shockers Gruselmagazin“ – „Rendezvous mit Madeleine“ – enthalten. Diese Bonusgeschichten, die nach und nach an dieser Stelle erscheinen werden, sind amerikanischer Herkunft und wurden unter dem Pseudonym J. A. Grouft und der Redaktion von Jürgen „Dan Shocker“ Grasmück zuerst im „Chance International Magazin“ veröffentlicht. Später sammelte er diese Gruselgeschichten und spann darum eine Rahmenhandlung mit Larry Brent. Auf diese Art entstand ein Episodenroman, der unter dem Titel „Schreckensmahl“ komplett unter dem Pseudonym Dan Shocker erschien und sogar diverse Auflagen im Zauberkreis Verlag (u. a. auch innerhalb der „Larry Brent“-Serie als Band 57) erlebte. Die jüngste Auflage erschien im Bastei Verlag als „Dämonenland 146“.

Kurzweiliges Abenteuer im klassischen „Larry Brent“-Stil, das wieder flüssiger daherkommt als der Vorgänger-Roman und mit seinen Rückblenden in die Vergangenheit auch mehr Abwechslung bietet.

Copyright © 2014 by Elmar Huber (EH)

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.