Die Bestien

Brett McBean
Die Bestien

(sfbentry)
Torment, USA, 2011
Festa-Verlag, Leipzig, 10/2011
TB mit Umschlag in Lederoptik
Horror 1535
ISBN 978-3-86552-132-3
Aus dem Amerikanischen von von Doris Hummel.
Titelmotiv von istockphoto.com

www.festa-verlag.de
http://brettmcbean.com/
http://deutsch.istockphoto.com/

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei Libri.de

„Seitlich von der Veranda standen der ältere Bulle von letzter Nacht, sowie ein junger, knabenhaft aussehender Polizist Anfang zwanzig. Beide trugen Uniformen. Während Dale Jim nach wie vor fest gepackt hielt, trat der Chief an den Rand der Veranda und schaute auf die kleine Versammlung hinab, deren Mitglieder allesamt so blutrünstig und jagdlustig wie ein Rudel wilder Tiere aussahen.“

Jim Clayton möchte sich in dem kleinen Kaff Billings nur kurz von den Strapazen seiner Reise erholen, doch die Einheimischen machen keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen Fremde. Zu allem Überfluss wird Clayton Zeuge, wie ein Mädchen verprügelt wird. Seine Einmischung zahlt er mit einer schrecklichen Erkenntnis: Der Sheriff und ein Kreis seiner Vertrauten machen Jagd auf Typen wie ihn. Typen, denen man ein Verbrechen anhängen kann, ohne dass jemand daran zweifelt und die niemand vermisst. Also findet sich Clayton bald im nahen Wald wieder, bewaffnete Verfolger auf seinen Fersen. Doch er erhält unerwartete Hilfe und muss erkennen, wie tief die Abgründe hinter Billings Fassade tatsächlich sind. „Jim war müde und hungrig, und ihm tat alles weh. Er wollte raus aus diesem Keller, raus aus dieser Stadt, weg von irgendwelchen Blechdosen und psychotischen Polizisten.“

Die offensichtlichen Parallelen mit David Morells „Rambo“ werden sogar auf dem Backcover genannt. Doch bereits im Prolog deutet Brett McBean an, dass Menschenjäger nicht das einzig Unerfreuliche sind, das sich in Billings Wäldern aufhält. Was der Autor hier noch aus dem Hut zaubert, kann nur ruhigen Gewissens als skurril bezeichnet werden. Neben den psychologischen Abgründen, die man nach „Die Mutter“ hier erwartet – Folter, Inzest, Wahnsinn – bekommt man es plötzlich mit einer ganz speziellen Art lebender Toter zu tun, die den Romanfluss allerdings spürbar ins Wanken bringen. Statt sich auf die Menschenjagd als durchgehende Haupthandlung zu konzentrieren, drängen sich die anderen Facetten des Romans mehr und mehr in den Vordergrund und nehmen der Geschichte merklich die Intensität. Dabei funktioniert der unverhoffte Genre-Mix prinzipiell überraschend gut.

Ebenfalls überraschend ist der angenehm unwägbare Umgang des Autors mit seinen Figuren. Charaktere, die sich als finale Gegner für den Showdown förmlich aufdrängen, werden bald abserviert, Nebenfiguren – auf beiden Seiten – wachsen über sich hinaus. So bleibt „Die Bestien“ bis zuletzt unvorhersehbar. Wie aus dem Originaltitel „Torment“ im Deutschen „Die Bestien“ wurde, weiß wohl nur der Verlagsleiter. Dieser Titel reiht sich wohl optisch besser ins Gesamtbild der Brett McBean-Cover ein, als ‚Gejagt„ oder ‚Gequält„. Das Frontcover zeigt ein rot eingefärbtes Waldstück hinter dem Schattenriss eines Arms mit Axt. Das Titellayout entspricht dem der weiteren Brett McBean-Veröffentlichungen im Festa-Verlag. Die Verarbeitung folgt dem gewohnt guten Festa-Standard, und das Buch sieht nach dem Lesen noch wie neu aus.

Auch wenn „Die Bestien“ nicht die Intensität und die Melancholie von „Die Mutter“ erreicht – dazu möchte Brett McBean einfach zu viel unterbringen –, gefällt der Roman durch seinen unkonventionellen Genre-Mix und seine Unvorhersehbarkeit.

Copyright © 2012 by Elmar Huber (EH)

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei Libri.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.