Die da kommen

Liz Jensen
Die da kommen

The Uninvited, GB, 2012
dtv-Verlag, München,  06//2013
PB mit Klappbroschur
Thriller, Horror, SF
ISBN 978-3-4232-4960-7
Aus dem Englischen von Susanne Goga-Klinkenberg
Titelgestaltung von Lisa Höfner

www.dtv.de
www.dtv.de/home_3.html
www.lizjensen.com

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Überall auf dem Erdball kommt es zu grausamen und unerklärlichen Angriffen von Kindern auf ihre nächsten Angehörigen. Der autistische Anthropologe Hesketh Lock untersucht derweil für seine Firma eine sonderbare Serie von Sabotage-Fällen, bei denen sich die Täter gegen ihre Arbeitgeber gerichtet haben und anschließend auf tragische Weise ums Leben kamen beziehungsweise Selbstmord begingen. Hesketh reist um den halben Globus, um der Ursache für dieses seltsame Phänomen auf den Grund zu gehen. Dabei entdeckt er alsbald einen beunruhigenden Zusammenhang zwischen den Sabotage-Fällen und den Angriffen der Kinder. Doch zu diesem Zeitpunkt ist das Phänomen bereits außer Kontrolle geraten. Die betroffenen Kinder werden in Einrichtungen gebracht, um sie zu untersuchen und weiteren Übergriffen vorzubeugen. Der Fall bekommt für Hesketh ganz neue Dimensionen, als auch sein eigener Stiefsohn Freddy sich immer sonderbarer verhält …

„Die da kommen“ ist nach dem Bestseller „Endzeit“ Liz Jensens zweiter apokalyptischer Roman, der bei dtv erschienen ist. Dabei ist sie alles andere als geradlinig und vorhersehbar zu Werke gegangen. Trotz des düsteren Settings und des beklemmenden Plots hat die Autorin es perfekt verstanden, gängige Klischees zu umschiffen. Auch plakative Mordszenarien sucht der Leser hier vergebens. Wer auf blutige Splatter-Szenen hofft, wird gewiss nicht fündig und mit dem Roman auch nicht glücklich werden. Dafür sind Handlung und Plot nämlich viel zu komplex aufgebaut. „Die da kommen“ ist kein herkömmlicher Thriller, sondern besitzt auch deutliche Horror-Elemente, sowie einen Hauch Science-Fiction. Entsprechend tolerant sollte der Leser an die Lektüre herangehen. Zumal das Finale ebenso wenig dem Mainstream entspricht. Doch gerade in dieser Andersartigkeit liegt der Reiz des Buches, das eine originelle Alternative zu den vielen anderen, oberflächlichen Weltuntergangsszenarien darstellt, die zurzeit so populär sind. Hinzu kommt eine Fülle an überraschenden Wendungen, mit denen man gewiss nicht rechnet, zumal die Autorin sie sehr geschickt in die Handlung integriert hat.

Ein weiterer Pluspunkt des Romans ist der außergewöhnliche Protagonist Hesketh Lock, der dank seines Asperger-Syndroms in der Lage ist, Verhaltensmuster zu entdecken, die anderen Menschen verborgen bleiben. Dabei gelingt es Liz Jensen hervorragend, Heskeths Erleben seiner Umwelt und seiner Gefühle glaubhaft darzustellen. Dass die Schriftstellerin den Roman aus der Ich-Perspektive geschrieben hat, verstärkt diesen Eindruck um ein Vielfaches. Dank des flüssigen und pointierten Schreibstils bietet der knapp 320 Seiten umfassende Roman eine extrem spannende und kurzweilige Lektüre, die man allerdings nicht unbedingt vor dem Einschlafen lesen sollte. Der Roman ist bei dtv als Premium-Paperback mit Klappenbroschur erschienen. Das Titelbild wirkt äußerst beklemmend, obwohl das Buch weit mehr Facetten zu bieten hat, als die mordenden Kinder. Satzspiegel und Schriftgröße sind sehr gefällig. Außerdem liegt das großformatige Taschenbuch gut in der Hand und besitzt überdies eine hervorragende Papierqualität.

Anspruchsvoller Endzeit-Thriller mit einem außergewöhnlichen Protagonisten. Liz Jensens apokalyptische Vision ist purer Horror, wobei sie neue Pfade beschreitet und sich abseits gängiger Klischees bewegt. Ein grandioses Werk.

Copyright © 2013 by Florian Hilleberg (FH)

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