Die Sünder

Brett McBean
Die Sünder

(sfbentry)
Horror-Taschenbuch 43
Tales of Sin and Madness, Australien
2011 Festa Verlag, Leipzig, 08/2012
TB mit Cover in Lederoptik
Horror-/Mystery-Kurzgeschichten, Thriller
ISBN 978-3-86552-148-4
Aus dem Australischen von Doris Hummel
Titelgestaltung von Danielle Tunstall

www.festa-verlag.de
www.brettmcbean.com
www.danielletunstall.com

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„Dieser Mann hatte etwas äußerst seltsames an sich – und es war nicht alleine die Tatsache, dass er etwas schlicht wirkte oder irgendwo in Nirgendwo, USA überfahrene Tiere und Seelen am Straßenrand verkaufte. Craig spürte, dass noch mehr dahintersteckte. Eine tiefere Intelligenz, die er verzweifelt zu verbergen versuchte.“ („Der ewige Kreis“)

„Ein schöner Ort“: Simon reist zu Fuß mit seiner kranken Frau im Seesack durch das zombieverseuchte Australien, um ihr ihren letzten Wunsch zu erfüllen.

„Amandas Geschenk“: Beim Besuch eines verlassenen Hauses, in dem ein Mädchen getötet wurde, findet die Autorin Julia ein Familienfoto auf dem Boden des ehemaligen Kinderzimmers. Unbewusst nimmt sie das Bild an sich, das sich nach und nach zu verändern beginnt.

„Gestohlene Leben“: Als Ray sich mit seinem Kumpel Jerry ein Footballspiel ansehen will, ruft der Entführer seiner Frau und Tochter an. In 20 Minuten soll Ray entscheiden, wer von beiden sterben soll.

„Eine neue Religion“: Die neue Religion feiert nicht Gott oder Jesus Christus, sondern andere, neue Ikonen, die viel populärer sind.

„Genie eines kranken Geistes“: Als Sherry und Simon von einem Restaurantbesuch nach Hause zurückkehren, entdecken sie nicht nur einen abgetrennten Kopf in ihrem Waschbecken, sondern auch einen Zettel mit Anweisungen.

„Das Meeresrauschen in der Muschel“: Eine vermeintlich ganz normale Fahrstuhlfahrt wird für Jackson zu einer Reise in seine eigene Vergangenheit.

„Eine Frage des Glaubens“: Reverend Bill Blight nimmt einen verwahrlosten, stummen Mann in sein Haus auf, der eine erschreckende Vorliebe für rohes Fleisch an den Tag legt. Dem Tagebuch des Mannes zufolge war er Seemann und kürzlich auf Haiti.

„Der Sarg“: Alle Versuche Dougs, sich zu bewegen, scheitern. Als es ihm schließlich gelingt, sein Feuerzeug zu entzünden, wird ihm bewusst, wie aussichtslos seine Lage ist.

„The Song remains the same“: Auf Station C – der Psycho-Station – des Baltimorer Gefängnisses hat einer der Insassen unvermittelt 11 Patienten und drei Pfleger ohne erkennbaren Grund regelrecht abgeschlachtet. Der Insasse im Nebenzimmer summt schon seit fünf Jahren unablässig dieselben drei Töne.

„Die Versuchung der Rechtschaffenen“: Der ehemalige Börsenmakler Aleister P. Donaldson weiß nicht, wie ihm geschieht, als er in der Gosse von einem ‚Erlöser‘ angesprochen und schließlich Zeuge einer surrealen Gerichtsverhandlung wird.

„Der Müllmann“: Als George bei seinem Sohn die ersten Anzeichen für eine Serienkillerkarriere erkennt – die toten und ausgeweideten Tiere in seinem Garten – beschließt er, ihn zu Edmund Mulroys privater Mülldeponie zu bringen. Denn neben der legalen Müllentsorgung betreibt Edmund ein lukratives Zweitgeschäft.

„Wer wird überleben?“: Eine Gruppe bewaffneter Männer stürmt den Fernsehsender, in dem die beliebte Live-Show von Marty Laffin produziert wird. Die Gruppe übernimmt die Sendung, um ein Exempel gegen das Fernsehen zu statuieren.

„Junkies“: Es gibt Filmverrückte, es gibt aber auch regelrechte Filmjunkies, denn unter all den erhältlichen DVDs und VHS-Bändern findet jeder die Droge, die er braucht.

„Ein Licht für Rose“: Jede Nacht um die gleiche Zeit wird Clayton von den Schritten seiner Nachbarin Rose geweckt, die auf den Anruf ihres Mannes wartet. Eines Nachts gesellt sich zu den Schritten ein Lichtschein, für den es keine Erklärung zu geben scheint.

„Der ewige Kreis“: Ein Straßenverkäufer bietet ‚überfahrene Tiere und Seelen‘ zum Kauf an. Clayton ist neugierig und kauft eine der angebotenen Blechdosen. „Das Projekt“: Drei Nächte benötigt Hartford, um sein Projekt zu verwirklichen. Zunächst ist es mühsam, die Körper in die gewünschte Form zu bringen, doch Nacht für Nacht erlangt er mehr Routine.

„Der unheimliche Ort“: Ben ist glücklich, als sein Vater ihn endlich alleine den Rasen mähen lässt. Doch zuerst muss das Unkraut auf dem schmalen und dunklen Streifen zwischen Zaun und Garage entfernt werden. Dort, wo in Bens Fantasie Trolle und andere Sagengestalten leben.

„Weihnachtliches Leuchten“: Das diesjährige Weihnachtsfest von Doreen und ihrem Sohn Lucas besteht darin, das rote Leuchten am Horizont zu beobachten, das unaufhaltsam näher kommt.

„Mad Fred“: Die Hinrichtung von „Mad Fred“ Deering in Melbourne ließ viele Leute aufatmen. Doch war tatsächlich er der berüchtigte Dirnenmörder „Jack the Ripper“? Und wie erklären sich die seltsamen Vorkommnisse in einem Haus in Windsor?

„Ungeborene Leben“: Plötzlich, in einer Kiste erwachend, stellst du fest, dass tausende solcher Kisten sich um dich herum befinden. Jede mit einem Mensch darin, werden sie auf verschiedenste Arten zerstört.

„Wenn der Morgen kommt“: Nur eine Nacht noch, dann wird er nach 15 Jahren Gefängnis wieder entlassen. Schon jetzt freut er sich auf die Zerstreuungen, denen er sich dann wieder zuwenden kann. Doch die Nacht scheint nicht enden zu wollen.

„Das Skelett lag nicht mehr als einen Meter von ihm entfernt. Seine langen Arme schienen sich ihm entgegen zu strecken und wirkten wie der irrsinnige Versuch einer Umarmung. Doug konnte die gebrochenen Fingerglieder erkennen – einige davon merkwürdig verrenkt, andere komplett zerschmettert. Er blickte dorthin, wo einst der Kopf gewesen war. Obwohl er wusste, dass dieser Mensch eines entsetzlichen Todes gestorben sein musste, wirkte es durch das Licht, das auf seinen Schädel fiel, als würde er Doug anlachen.“ („Der Sarg“)

Nach den Romanen „Die Mutter“, „Die Bestien“ und „Das Motel“ (alle bei Festa) legt der Festa- Verlag nun eine Kurzgeschichtensammlung von Brett McBean nach, die in gleicher Zusammenstellung bereits in der Originalsprache erschienen ist. McBean beweist damit, dass er eine ganze Bandbreite moderner Horror- und Thriller-Spielarten beherrscht und sich auch in andere Genres tastet. Das reicht vom fiesen Thriller mit doppeltem Boden („Genie eines kranken Geistes“, „Gestohlene Leben“, „Der Müllmann“) über leisen, mysteriösen Grusel („Ein Licht für Rose“) bis zur lakonischen Utopie, die ihren Schrecken aus der bewussten Unabwendbarkeit zieht („Weihnachtliches Leuchten“).

Sehr positiv sind die jeweiligen „Notizen zur Entstehung“ zu bewerten, die jeder Geschichte angefügt sind. So erfährt man neben Infos zur Inspiration und ursprünglichen Veröffentlichung etwa, dass „Ein schöner Ort“ auf Brian Keenes Anfrage entstanden ist und in seiner Welt aus „Auferstehung“ und „Stadt der Toten“ spielt, dass der seltsame Seelenverkäufer aus „Der ewige Kreis“ nochmals in Brett McBeans Roman „Die Bestien“ auftaucht oder dass der Autor sich ausführlich mit Jack the Ripper beschäftigt und auch eine Webseite dazu betreibt (http://saucyjacky.wordpress.com/). Ob die geballte Ladung McBean gut tut, muss jeder Leser selbst entscheiden. Mancher mag es schade finden, dass einige Storys fast zwangsläufig untergehen, die hier dem direkten Vergleich mit den persönlichen Favoriten unterworfen sind. In einer themenbezogenen Sammlung, wo auch viele der Geschichten zunächst erschienen sind, wären einige der Stories wirkungsvoller platziert.

Als Covermotiv dient dem Festa-Verlag eine Fotoarbeit von Danielle Tunstall, die mit dem wiedererkennbaren Brett McBean-Titellayout überzogen wurde. Wie alle Bücher der Horror TB- Reihe ist das Buch in der exklusiven Festa-Lederoptik gefertigt und einwandfrei verarbeitet. Melancholischer Grusel bis blutiger Thriller: „Die Sünder“ zeigt eindrucksvoll die Bandbreite des australischen Autors, ergänzt durch Brett McBeans persönliche Notizen.

Copyright © 2013 by Huber, Elmar (EH)

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