Die Zombies

Thomas Plischke
Die Zombies

(sfbentry)
Piper Verlag, München, 04/2010
PB, Horror
ISBN 978-3-492-26746-5
Titelgestaltung von Guter Punkt, München unter Verwendung eines Motivs von Sylwia Makris

www.piper-fantasy.de
www.im-plischke.de

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Der Opener das Romans beginnt am 10. September 2009 in Notthing Hill, wo sich Lily auf der Straße wiederfindet und sich fragt, ob sie tot ist und doch wiederum nicht: ob sie ein Zombie ist … Und nun beginnt die Handlung als Rückblick auf Lilys Leben und wie es zu dem kam, was sie jetzt ist. Denkt der geneigte Leser nun, diese Beschreibung nähme dem Roman die Spannung, weil somit zu viel vorweggenommen würde – weit gefehlt!

Die Handlung ist in drei Teile untergliedert und startet mit dem:

1.Teil: „Injektion“.

Lily Young, Doktorandin in Oxford, befasst sich mit dem Mythos der lebenden Toten, den Zombies. Die Rückblickshandlung beginnt am 28. August 2009 bei der Beerdigung ihres Großvaters Jules Young. Dort erfährt die junge Frau, dass ihr verstorbener Großvater vor seinem Tod sonderbare Wünsche, seine Beerdigung betreffend, geäußert hatte, die ihr Vater aber missachtete. Lily erzählt ihrem Freund Gottlieb, dass sie mit ihrem Großvater einen Streit über ihre Arbeit hatte und er sie gedrängt hat, dass sie diese beenden solle, weil sie in Gefahr schwebe. Und dass die Schatten, in denen sie herumstochere, ‚hungrig‘ seien. Nach der Beerdigung begegnet Lily auf dem Friedhof einem mysteriösen Mann: Victor Cunningham. Kurz danach reist Gottlieb überstürzt nach Deutschland zu seiner Familie, ohne Lily den Grund zu nennen. Sein Vater ist gestorben. Lily sieht derweil den gutaussehenden und selbstbewussten Fremden vom Friedhof wieder. Hannah, Lilys Mitbewohnerin, warnt sie zwar davor, sich mit Victor zu treffen, aber Lily kann sich seiner Faszination nicht entziehen.

Victor Cunningham (stammt aus Schottland) nimmt sie mit in einen sonderbaren Club, in dem eine morbide Performance um Leben und Tod stattfinden soll. Lily wird auserkoren, gegen ein Zombie-Paar, das sie für Schauspieler hält, zu kämpfen. Als der Mann sie beißt und sie von Victor gerettet wird, merkt sie sehr schnell, dass das Zombie-Paar echt war, denn nach dem Biss verändert sie sich. Ihre Sinne verschärfen sich, und ihr Hunger auf Fleisch wächst. Ihr Leben als Vegetarierin hat ein jähes Ende und sich ins Gegenteil verkehrt Auch ihr Wesen wandelt sich, z. B. Hannah und ihrem Doktorvater gegenüber. Als Lily von Hannah dabei ertappt wird, wie sie eine Taube tötet und roh mitsamt Federn verspeist, flieht Lily erst einmal in ihr Elternhaus, in dem zu diesem Zeitpunkt ihre Schwester Veronica allein ist, da die Eltern vereist sind. Dort kommt es zu einem weiteren Vorfall: Veronica wird Zeugin, wie Lily den Hund der Familie tötet. Das ist aber nicht das einzige Problem, das Lily hat, denn sie wird die ganze Zeit verfolgt. Somit sieht sie sich erneut dazu genötigt zu fliehen.

2. Teil: „Inkubation“.

Im zweiten Teil erhält der Leser Einblick in Gottlieb Bergers Familie, die sich zur Beerdigung seines Vaters Anselm in Frankfurt zusammengefunden hat: Hedwig Berger, die Stiefmutter, und Rochus und Mathilde, Gottliebs Geschwister. Gottlieb spricht lange und offen mit seiner kranken Stiefmutter über die Fehde, die er mit seinem Bruder Rochus hat. Dann tritt er das Erbe an, das ihm sein Vater auferlegt hat: Er soll dessen Nachfolge antreten. Denn sein Vater führte ein besonderes Familienunternehmen; sie sind eine spezielle Art von Jäger – Zombiejäger. Und somit wird schnell erkennbar, dass Lily und Gottlieb, der Lily liebt, nun auf zwei verfeindeten Seiten stehen. Aber das ist nicht der einzige Brennpunkt. Gottlieb und Rochus müssen nun notgedrungen zusammenarbeiten und sich ihrem alten Konflikt stellen. Der Leser wird von dem Autor mit zu Zombiejagden genommen, blickt aber auch Gottlieb über die Schulter, als dieser die Aufzeichnungen seines Vaters sichtet. Nach und nach wird gewahr, dass sich Gottlieb und Lily nicht zufällig begegnet sind … Dann erhält Gottlieb einen Anruf von Lilys Mutter und erfährt, dass Lily verschwunden ist und wie sie sich verändert hat. Er reist sofort nach England und schwört, den zu töten, der Lily zu dem gemacht hat, was sie jetzt ist.

Lily findet sich derweil nach ihrer Flucht bei Victor wieder, erfährt dort eine Bestätigung auf ihre Vermutung, dass er ein Zombie ist – wie sie jetzt auch. Victor gesteht ihr in einem Brief, dass er sie liebt, und Lily lässt sich auf ihn ein. Wohl auch aus Verunsicherung über ihre ‚neue Natur‘, mit der sie nun zu leben lernen muss. Sie hadert damit, dass sie ihre Eltern, aber vor allem Gottlieb nicht mehr sehen darf, sie sich fortan im Verborgenen halten muss …, doch es kommt alles anders. Lily erfährt etliches über Victor und seine Familie, auch dass diese nur Verbrecher und Übeltäter töten und verzehren, und Victor gesteht ihr, was das Furchtbarste an ihrem neuen Dasein ist: die Einsamkeit. Dann nimmt er Lily das erste Mal mit auf die Jagd – auf einen Serienvergewaltiger und ‚Bulle‘. Als Lily Victor das Opfer essen sieht, wird ihr bewusst, zu was er sie gemacht hat.

3.Teil: „Eruption“.

Als Dougal Cunningham (Victor ist ein Ur-Ur-Großonkel von ihm) aus Manger (Schottland) bei Victor erscheint und ihn wegen einer dringenden Angelegenheit in seine Heimat bittet, folgen Victor und Lily und somit der Leser dem Ruf, der sie in einen Kreis weiterer mysteriöser Charaktere führt und in eine zusätzliche, spannende Handlung mit einem brisanten Finale in Schottland …, denn dort fällt schließlich die Entscheidung, was aus Victor, Lily und Gottlieb wird. Doch damit nicht genug. Auch wenn die Haupthandlung schon genug fesselte, so gibt es einen zusätzlichen Reiz im Romans: die von Lily während ihrer Arbeit geführten Interviews, darunter eines mit ihrem Großvater, der behauptet zu wissen, dass es lebende Tote, „Zombies“, gäbe. Er erzählt ihr von einer Begebenheit, als er ein kleiner Junge war und einen Toten sah, der nicht ruhen durfte (in Port-of-Spain/Karibik). Der Leser erfährt in den Interviews etliches über die Mythen über lebende Tote aus verschiedenen Kulturen – so z. B. über Draugr, skandinavische Untote. Aber auch Informationen, wie über die Maschalismos-Praktiken.

Die lebhafte, kurzweilige Sprache des Autors trägt ebenso wie der Plot zu einer fesselnden Unterhaltung bei, von der man sich nicht mehr lösen kann und will. Ihr bildhafter Duktus erzeugt Nähe zum Leser und eine stetig steigende Spannung – von der ersten bis zur letzten Seite. Auch die Aufmachung weiß zu überzeugen. Das Covermotiv spricht sehr an und vermittelt bestens die Atmosphäre des Romans. Papier, Satz und Lektorat sind ebenfalls ordentlich. „Die Zombies“ ist ein spannender Zombie-Roman, der geschickt Informationen einbindet und intelligent zu unterhalten versteht – absolut empfehlenswert.

Copyright © 2012 by Alisha Bionda (AB)

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Comments

  1. Wie schön..eins meiner absoluten Lieblingsbücher!!! Ich habs mittlerweile dreimal gelesen und hoffe immer noch auf eine Fortsetzung 😉

    Liebe Grüße
    Bine

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