Drive In

Joe R. Lansdale
Drive In

Verlag: Maas (1997)
übersetzt von Dietmar Dath
ISBN-10: 3929010445
(sfbentry)

Mein erster Lansdale! Yeah! Heißer Stoff – was soll man sagen!
Angeregt durch das selige NIGHTLIFE, wandte ich mich nun endlich auch mal diesem Autoren zu, der wohl immer noch so was wie’n Geheimtip mit Kultcharakter ist. Zu Recht! Zu schade! – Denn seine blühende, glühende, ungehemmte und furztrockene Phantasie muß man einfach kennen!
Freunde des grottenschlechten B-Movies kommen an ihm sowieso nicht vorbei, sein „Drive In“ zumindest ist ein zu Worten gewordener mieser Horrorschinken. Ansonsten entzieht er sich jeglicher Schubladisierung: Ein Hauch von Road Movie/Novel, von SF, von Horror, von Sozialsatire weht durch die Seiten; und wer weiß, was nicht sonst noch alles.
Die Sprache ist die des texanischen Bauern, dreckiger Ausdrücke, roher Worte roher Gesellen und dumpfer Rednecks.
Pädagogisch wird der Autor dabei in seinen gesellschaftsspiegelnden Aspekten keineswegs, ist nicht mal „politisch korrekt“, provoziert auch mal, man merkt schnell, wo sein Herz schlägt. Helden gibt’s nicht, nur ein paar Überlebende.

In der staubigen Prärie von Texas gehört es zu den beliebtesten Freizeithöhepunkten eines jeden Weekends, das Drive In und seine mehrstündige Horrorfilmvorführung am Freitag Abend bis zum Samstag Morgen zu besuchen; gezeigt werden „Klassiker“ des Genres, übler Splatterstoff und Blutorgien. Dabei kommen schon mal ein paar 1000 Autos mit Insassen zusammen. – Eines Freitags Nacht wird der Horror wahr. Ein Komet rast auf die Erde zu, entfernt sich kurz vor dem Aufschlag und läßt eine undurchdringliche schwarze Substanz zurück, die sich über das Drive In wölbt und niemanden hinausläßt. Die, die es versuchen, verschwinden im Nichts, bzw. werden innerlich von selbigem Nichts in ein Häufchen Dreck verwandelt.
Die Hölle beginnt, das gegenseitige Zerfleischen, Töten und dergleichen. Alles Unwirkliche und vielleicht Wahrscheinliche, das in so einer Situation vorkommen kann, wird in schwarz-humoriger und rotzfrecher Art dargeboten. Richtig phantastisch geht es noch zu, als zwei unzertrennliche Freunde in einer Gewitternacht (Nacht ist es eigentlich die ganze Zeit, manchmal herrscht gewittrige Atmosphäre unter dem tiefschwarzen Gewölbe) zum Popkorn King mutieren, der nahezu unsterblich und allmächtig wird und die anarchistische Modellgesellschaft beherrscht. Na, verrückte Sache, das.
Alles nimmt ein Ende, doch „da draußen“ beginnt ein neuer Film, ein Urzeitmonsterfilm…

Die Freunde des blasphemischen Wortes kommen hier auch voll auf ihre Kosten, spätestens dann, wenn das mit dem Abendmahl allzu wörtlich genommen wird. Gekreuzigt wird dann auch noch, die Nägel schon mal durch die Hände und Füße getrieben, als es dann aber…
Und: Klappe, Fade out. (th)

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