Gezeichnet

gezeichnetP. C. Cast & Kristin Cast
Gezeichnet
House of Night 1

Marked – A House of Night Novel, USA, 2007
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 12/2009
HC mit Schutzumschlag, Jugendbuch, Horror, Romantic Mystery
ISBN 978-3-596-86003-6
Aus dem Amerikanischen von Christine Blum
Titelgestaltung von Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, München – Zürich,
Hanna Hörl, nach einer Idee von Cara E. Petrus, unter Verwendung eines Motivs von Elke Hesser/gettyimages
Autorenfoto von Kim Doner

www.fischerverlage.de
www.HouseofNight.de
www.pccast.net/

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Die Romane von Stephenie Meyer haben gerade auch im Jugendbuch-Bereich eine Welle losgetreten, die jetzt immer noch nach Deutschland hinüber schwappt – nicht nur in Form von einfachen Nachahmungen, in denen die jugendliche Heldin durch Zufall in Berührung mit der Welt der Dunkelheit kommt, und sich dort in den schönen und starken Vampir verliebt, sondern durchaus auch in eigenständigen Geschichten, die klassischen Handlungsmustern neue Facetten abzugewinnen versuchen. Eine Reihe, die neu bei Fischer erscheint, ist „House of Night“ von P.C. und Kristin Cast. Mit „Gezeichnet“ führen Mutter und Tochter erstmals in ihre Welt ein. Die sechzehnjährige Zoey Heffer ist ein ganz normaler Teenager, wenngleich sie ziemliche Probleme mit ihrem Stiefvater hat, der einer fundamentalistisch-christlichen Kirche angehört.

Doch dann ändert sich alles, als plötzlich ein fremder junger Mann auf sie zutritt und sie zeichnet. Ein bläulich schimmernder Halbmond erscheint auf ihrer Stirn und macht damit für alle anderen deutlich, dass sie mehr als ein Mensch ist. Sie wird sich in nicht all zu ferner Zukunft in einen Vampyr verwandeln. Das führt dazu, dass sich alle von ihr abwenden – Bekannte und Freunde, ja selbst die eigene Familie. Allein ihre Großmutter Sylvia Redbird steht zu Zoey und nimmt das Mädchen erst einmal bei sich auf, als wisse sie, was mit ihr passieren wird. Später bringt sie Zoey sogar in das „House of Night“, ein Internat in dem junge Vampyre lernen sollen, ihr Leben zu meistern. Das Mädchen wird freundlich empfangen; vor allem Neferet, die sich als ihre Mentorin vorstellt, scheint eine ganze Menge in ihr zu sehen. Mit ihrer Zimmerkameradin Stevie Rae und deren Freunde Erin, Shaunee und Damien kommt das junge Mädchen auch sofort gut aus.

Doch es läuft nicht alles so glatt, wie Zoey hoffte. Zwar sind die erwachsenen Vampyre in Ordnung und die meisten anderen Mitschüler recht nett, aber da sind auch noch die arrogante Aphrodite und ihre Anhänger, die ziemlich großen Einfluss im „House of Night“ zu haben scheinen. Schon sehr früh entwickelt sich Rivalität zwischen den beiden und das nicht nur wegen dem attraktiven Eric Night, denn Zoey ist auch noch mit anderen Besonderheiten gesegnet, die Aphrodite mehr als neidisch machen. Natürlich erfinden die beiden Autorinnen das Genre nicht neu, denn sie bedienen sich vieler Versatzstücke, die man bereits aus anderen Romanen kennt. Sie verleihen ihren Vampiren eine mystische Seite, die man sonst nur aus Büchern kennt, in denen junge Frauen von alten Göttern oder Göttinnen gestreift und magische Gaben verliehen bekommen, mit denen sie Geister, aber auch die Elemente beeinflussen können. Viel davon ist hier zu finden, auch die damit einhergehenden Rituale, wie man sie etwa von den Wicca kennt. Selbst die Moral und Einstellung der Vampyre sind daran angelehnt und unterscheiden sich damit ein wenig von denen anderer Romane. Trotz aller Überlegenheit versuchen sie, im Einklang mit der Schöpfung zu leben, auch wenn sie diese zerstören könnten.

Wie zu erwarten ist, erweist sich Zoey als die Auserwählte, die allen anderen überlegen ist, wenn sie erst einmal das volle Potential ihrer Gaben erkennt. Um nicht ganz zu einer Superheldin zu werden, begreift sie zuerst nicht, was eigentlich mit ihr los ist und bleibt auch später sehr menschlich und bescheiden. Das Ganze ist in eine recht typische Highschool-Atmosphäre eingebettet, wie man sie schon aus einschlägigen Teenie-Romanzen kennen gelernt hat. Aphrodite entspricht der zickigen und egoistischen Schulschönheit, die glaubt, alle anderen nach ihrer Pfeife tanzen lassen zu können, Eric dem von allen umschwärmten Schönling, der letztendlich doch das Herz auf dem rechten Fleck hat. Natürlich gibt es auch die Außenseiter und Freaks, die letztendlich hier aber zu den Opfern werden, und letztendlich die auf dem Boden gebliebenen Jungen und Mädchen aus Zoeys Freundeskreis.

Das alles wird aber recht lebendig und unterhaltsam erzählt. Den beiden Autorinnen gelingt es, einem die Helden so nahe zu bringen, dass man mit ihnen fiebert und gespannt ist, ob sie die Gefahren und Probleme meistern. Und auch wenn am Ende die Geschichte abgeschlossen ist, so bleiben doch noch einige Fragen offen, die neugierig darauf machen, wie es weiter geht. Obwohl sich das Buch in erster Linie an Jugendliche ab 13 oder 14 Jahre wendet, werden auch ältere Leser gut unterhalten, da die Figuren nicht all zu übertrieben dargestellt sind und sich die Handlung als vielschichtiger erweist, als erwartet.

Alles in allem ist „Gezeichnet“ ein gelungener Auftakt der „House of Night“-Reihe, der nicht nur Fans von Geschichten im Stil von „Bella und Edward“ gefallen dürfte sondern auch denen, die inzwischen von Vampirbüchern mehr erwarten als nur eine dramatische Romanze.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.