Hexensabbat

Paul Wolf, Neal Davenport
Hexensabbat

Coco Zamis  Band 1
Verlag: Zaubermond Hardcover
Umfang: 347 Seiten
ISBN 9783931407148
(sfbentry)
erschienen: April 1999
Genres: Horror
  

Die junge Coco Zamis ist in den Augen ihrer Familie eine ziemlich missratene Hexe, da ihr die Grausamkeit ihrer dämonischen Artgenossen fern liegt.
Zur Ausbildung wird sie deshalb mit ihrer bösen Schwester Vera für mehrere Jahre auf das Schloss des Grafen Cyrano von Behemoth geschickt. Hier geschieht es, dass sich Coco in Rupert Schwinger, einen Sterblichen, verliebt, was sowohl ihr als auch Rupert schon bald allerlei Probleme beschert.
Als Coco schließlich sechzehn Jahre alt wird und zurück nach Hause darf, erscheint anlässlich ihrer Hexenweihe Asmodi, der gegenwärtig amtierende Fürst der Finsternis. Dieser will auf einem Hexensabbat mit ihr einen Dämon zeugen. Coco ist von diesem Gedanken naturgemäß wenig begeistert und stellt sich gegen ihre Familie.

Coco Zamis ist, wie vielleicht bekannt, eine der Hauptfiguren der klassischen Heftroman-Serie DÄMONENKILLER, die derzeit unter dem nicht ganz so martialischen Titel „Edition DK“ fortgeführt wird. So spannend ich es in den sonnigen Achtzigern auch fand, von den Jugendabenteuern der abtrünnigen Hexe zu lesen, war ich von diesem Roman doch enttäuscht.

Enthalten sind in dem vorliegenden Buch Passagen aus den Dämonenkiller-Heftromanen Nr. 30 (HEXENSABBAT) und 31 (DIE STUNDE DER AMEISEN) – beide von Neal Davenport – sowie aus den Taschenbücher Nr. 28 (COCO UND DER TEUFELSSCHÜLER) – von Paul Wolf – und 31 (COCO UND DER MAGIER) – wiederum von Davenport – in einer gekürzten und stark bearbeiteten Fassung. Bibliografische Angaben jedweder Art wird der geneigte Leser allerdings wie bei sämtlichen Zaubermond-Publikationen vergeblich suchen.

So beachtenswert die Absicht auch ist, die Jugendabenteuer der Hexe und insbesondere den Coco/Merlin-Zyklus aus den damaligen Taschenbüchern neu herauszubringen und mit einem Ende zu versehen, scheinen den Herren Lektoren hier doch so ziemlich sämtliche Gäule durchgegangen zu sein.
Die beiden enthaltenen Heftromane waren damals beispielsweise Bestandteil des vier- bzw. in der Neuauflage fünfbändigen Zamis-Zyklus, in welchem Coco sich mit dem Testament ihres von Asmodi hingemeuchelten Vaters auseinandersetzen muss und gezwungen werden soll, den fiesen Graf von Behemoth zu ehelichen. In einigen Rückblenden erinnert sie sich im Rahmen dieser Romane an ihre Jugendzeit. Für das vorliegende Buch wurde die Gegenwartshandlung kurzerhand weggeschnippelt und die in der dritten Person geschilderten Rückblenden brachial in die Ich-Form umgebrezelt.

Ganz ähnlich verfuhr man bei COCO UND DER TEUFELSSCHÜLER (das zweite Taschenbuch ist für mich leider gerade nicht greifbar, so dass ich nicht beurteilen kann, inwiefern diesem Gewalt angetan wurde). Dort war die Handlung sogar noch enger verzahnt, so dass man nach der kompletten Streichung der mehr als 40-seitigen Gegenwartsebene letztendlich gezwungen war, den Ereignissen ein neues Ende zu verpassen. Glücklicherweise entfiel hier wenigstens das Umschreiben in die Ich-Form, da besagtes Taschenbuch von vorneherein so abgefasst war.

Obige Kritik soll nun allerdings nicht bedeuten, dass es sich bei HEXENSABBAT etwa um ein sagenhaft schlechtes Buch handelt. Immerhin handelt es sich bei den verwursteten (denn anders kann man diese Form der Bearbeitung nicht bezeichnen) Romanen durchaus um Höhepunkte der damaligen Serie. Noch immer liest sich der Text recht flüssig; lediglich an den „Nahtstellen“ stutzt man unwillkürlich ein wenig. Für Neu-Leser, die mit dem Dämonenkiller weniger vertraut sind, wird HEXENSABBAT daher auch zweifellos eine vergnügliche Lektüre darstellen. Wer jedoch eine unverfälschte Version von Cocos Jugendabenteuern vorzieht, sollte besser ins nächstbeste Antiquariat stiefeln und versuchen, die entsprechenden Hefte bzw. Taschenbücher aus den Siebzigern zu ergattern. Zwischen den Buchdeckeln von HEXENSABBAT wird man diese nämlich nicht finden.

(…) Wenn eine eventuelle DK-Classic-Edition in ähnlich verstümmelter Form daherkommen sollte, packt mich ehrlich das kalte Grausen. Romanbearbeitung mit der Heckenschere mag ich nämlich nicht.

Copyright (C) 2004 by Michael Breuer

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Coco Zamis 01. Hexensabbat

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