Hollywood Babylon

Ed Brubaker
Hollywood Babylon
Fatale 2

Fatale Vol. 2: Fatale 6 – 10: The Devils’s Business, Image, USA, 2013
Panini Comics, Stuttgart, 09/2013
PB mit Klappbroschur
Krimi/Thriller, Mystery/Horror
ISBN 978-3-86201-741-6
Aus dem Amerikanischen von Claudia Fliege
Titelillustration und Zeichnungen von Sean Phillips, Farben von Dave Stewart
Extras: Cover-Galerie

www.paninicomics.de
www.imagecomics.com
www.edbrubaker.com
www.seanphillips.co.uk
www.dragonmonkeystudios.com

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2011: Nicholas Lash ist nach wie vor auf der besessenen Suche nach Josephine. Unter den Vorwand, eine Biografie über seinen Onkel Dominic Raines zu schreiben, trägt er Informationen zusammen in der Hoffnung, eine Spur von ihr zu finden. Ein Privatdetektiv hatte offenbar Kontakt zu ihr, doch bevor Lash mehr von ihm erfährt, wird er von Josephines geheimnisvollen Verfolgern getötet. Auf seiner weiteren Suche erinnert er sich plötzlich, dass er Anfang der 1970er – als Junge – Josephine schon einmal getroffen hat.

1972: B-Film-Schauspieler Miles träumt von der Gelegenheit, endlich groß in Hollywood rauszukommen. Dazu müsste er nur mit reichlichen Drogen auf der Party bei Nicholson auftauchen. Dann überrascht er seine Freundin Suzie auf einer Feier der sektenartigen Method-Kirche, wo diese gerade einem Priester den Schädel eingeschlagen hat. Der Auslöser der Tat war offensichtlich ein geheimnisvoller 16mm-Film, den Miles nun auf ihrer Flucht gleich mitgehen lässt. Ihre Flucht führt Miles und Suzie zu Josephines Villa, wo diese seit den Ereignissen in San Francisco („Fatale 1“) – nahezu vollständig von der Außenwelt isoliert – das Leben einer Einsiedlerin  führt. Der Inhalt des Films, den Miles dabei hat, zwingt sie zum Handeln und so werden auch ihre Verfolger wieder auf Josephine aufmerksam.

Nachdem der erste Storybogen (gesammelt in „Fatale Paperback 1“) das Flair der 1960er Jahre geatmet hat, sind nun die 70er dran. Drogen und dubiose Sekten, die unter dem Deckmantel der Religion Prostitution betreiben, sind offenbar allgegenwärtig in der Stadt der Engel. Dazwischen einige exzentrische Spinner, die bereit sind, für einen (dämonischen ?) Snuff-Film – genau erfährt man nicht, was auf dem Film zu sehen ist – ein Vermögen hinzublättern. Angesichts des Handlungsortes passt auch der Paperbacktitel „Hollywood Babylon“, der von Kenneth Angers berühmter Skandalchronik geliehen ist. Die unsterbliche Josephine glaubt sich nach fünf Jahren des Einsiedlerdaseins in Sicherheit, ist jedoch gezwungen, ihr Versteck aufzugeben, als Miles in ihre Villa und ihr Leben tritt. Trotz anfänglichem Widerstand muss sie ihn bald der Liste der Männer hinzufügen, deren Leben sie unfreiwillig, aber sehenden Auges zerstört. Denn auch ihre Verfolger, allen voran Mr. Bishop, dem sie in San Francisco das Augenlicht geraubt hat, sind näher als gedacht.

Wie schon in „Fatale 1“ erzählt das geübte Autoren/Zeichner-Duo Ed Brubaker und Sean Phillips („Criminal“, „Incognito“) seine Geschichte im bewährten Noir-Stil. Das ist einerseits den schattenreichen Zeichnungen von Sean Phillips – mit Unterstützung von Starkolorist Dave Stewart – geschuldet, andererseits aber auch den ambivalenten Figuren. Es ist schon fast des Guten zuviel, Josephines Antagonisten mit Dämonen zu besetzen. Vor allem Josephine selbst gelingt es trotz aller Bemühungen nicht, ihre verderbliche Wirkung auf Männer zu unterbinden. Sie ist glücklich, endlich wieder so etwas wie Liebe zu erfahren, endlich wieder zu ‚leben‘, auch wenn ihr bewusst ist, dass das zwangsläufig mit dem Tod ihres Geliebten endet. Zweifellos ist Ed Brubaker ein begabter Erzähler, doch insgesamt gleicht „Fatale 2“ in Aufbau und Atmosphäre dem ersten Band, den man zum besseren Verständnis kennen sollte. Über Josephines Fluch oder Schicksal dagegen erfährt man hier nicht viel Neues. Ein typischer zweiter Teil also, der im Grunde die Geschichte des Vorgängerbandes wiederholt und damit reichlich überraschungsarm ist. Sehr schön ist allerdings die direkte Verknüpfung der beiden Zeitebenen, die an einer Stelle geschieht und die der Gegenwartshandlung wieder ordentlich Schub gibt.

Obwohl Anknüpfpunkte zu Band 1 vorhanden sind, funktioniert „Fatale 2“ grundsätzlich als eine weitere im Großen und Ganzen eigenständige Geschichte aus Josephines Vergangenheit. Als Klammer dient die Gegenwartshandlung um Nicholas Lash, der jeden Strohhalm ergreift, der ihn Josephine näher bringen könnte.

Copyright © 2014 by Elmar Huber (EH)

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