Dorian Hunter – Im Labyrinth des Todes

Bei Buch24.deIm Labyrinth des Todes
Dorian Hunter: Dämonen-Killer – Episode 9

(sfbentry)

Folgenreich / Universal / Zaubermond
Regie von Marco Göllner
Sprecher: Thomas Schmuckert, Tom Broke, Stefan Krause, Claudia Urbschat-Mingues, u.v.a
Hörspiel, CD, zirka 76 Minuten
Empfohlen ab 16 Jahren
ISBN 3-8291-2340-X

Mit der neunten Episode der Horror-Mystery-Reihe „Dorian Hunter“ wechselt die Produktion des Hörspiels vom Zaubermond-Verlag zu Universal. Somit teilt „Dorian Hunter“ das Schicksal etlicher anderer Serien, die ebenfalls inmitten der Reihe umzogen. Bisher tat das der Qualität nie einen Abbruch – und das gilt auch für den Dämonenkiller.

Dorian erhält die Nachricht vom Tod seine Freundin Coco Zamis. Sie ging mit Michael Lundsdale nach Hongkong und brach dort tot zusammen. So jedenfalls die offizielle Darstellung der Ereignisse. Dorian Hunter fliegt nun ebenfalls nach Hongkong, um dort die Wahrheit zu erfahren. Diese ist schrecklicher, als sich manch einer vorzustellen mag …

„Dorian Hunter“ hat zu recht eine Altersempfehlung ab sechzehn Jahren. Viele der Szenen sind sehr düster, bedrohlich und oft auch abstoßend eklig. Im Vergleich zu den vorangegangenen Folgen gibt es auch weniger schwarzen Humor, so dass eine sehr ernsthafte, erwachsene Stimmung erzeugt wird. Dadurch entwickelt sich eine authentische Atmosphäre, die den Zuhörer rasch und tief in ihren Bann zieht. Das Hörspiel ist kein Kinderkram, sondern handfeste Erwachsenenunterhaltung!

Die Handlung selbst ist sehr einfach gestrickt und vorhersehbar. Niemand ist verwundert, dass die Berichte von Cocos Tod verfrüht sind und etwas ganz anderes dahintersteckt. Trotz diesem Handlungsverlauf, bietet die Geschichte einiges an Überraschungen und viele Schockelemente. Durch die Inszenierung wird auch weitgehend Druck und Tempo aufgebaut, um schlussendlich auf die Krisis zuzusteuern. Der nachfolgende Abgang und die damit verbundene Auflösung kommen allerdings etwas abrupt. Jedenfalls in Bezug auf die stetig steigende Spannung der vorherigen Tracks. Der Hörer erwartet am Ende einfach etwas mehr Kraft in der Szene, einige Sekunden mehr Spannung und Ungewissheit. Dafür entschädigt der Schluss mit einem gelungenen Cliffhanger, der Lust auf die nächste Episode macht.

Die Inszenierung von Marco Göllner ist sehr gelungen. Zu Beginn des Hörspiels werden die vergangenen Ereignisse kurz angerissen, so dass auch Neueinsteiger schnell Fuß fassen. Als nächsten Kniff verzichtet Göllner auf einen Erzähler. Stattdessen spannt er Dorian Hunter ein, der von Thomas Schmuckert gespielt wird. Hunter erzählt einem gewissen Doktor Denning rückblickend von der Ereignissen. Somit erfüllt der Held die Rolle des Erzählers. Die steten Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind gut umgesetzt, nehmen aber etwas die Spannung raus. Immerhin kann Hunter nur dann von den Ereignissen berichten, wenn er die Sache überlebt hat. Aber das ist einfach das Gesetz der Serie: Der Held muss weiterleben, um auch in der nächsten Folge der Held zu sein. „Im Labyrinth des Todes“ überspielt diese Tatsache gekonnt.

Bei den Darstellern greift Herr Göllner aus dem Vollen. Neben den bekannten Rollen, drücken sich auch viele andere Sprecher die Klinke in die Hand. Viele sind dem Hörer bereits aus anderen Produktionen bekannt und so protzt das Hörspiel mit vielen prominenten Stimmen. Einige Sprecher werden offensichtlich in nachfolgenden Episoden noch auftauchen, andere haben nur ein kurzes Stelldichein. Insgesamt wird hier in kleinen und in großen Rollen Leistung auf hohem Niveau geboten. In Verbindung mit der stimmigen Musik und den passenden Geräuschen, bietet sich dem Zuhörer eine erstklassige Komposition. Besonders schick ist die Titelmelodie von Joachim Witt.

Wo Licht ist, da ist leider auch Schatten. So werden hier manchmal lange Kunstpausen eingelegt. Diese sind jedoch so lange, dass manchmal der Verdacht aufkommt, das Hörspiel wäre zu Ende oder das Abspielgerät kaputt. Aber dann geht es, zum Glück, doch weiter.

Die hochwertige Produktion schlägt sich auch in der Aufmachung nieder. Das düstere Booklet zeigt als Motiv ein schmutziges Hongkong aus der Ferne, dazu ein unauffälliger Totenkopf und ein großes Kreuz in der untergehenden Sonne. Das sind bereits äußere Zeichen, die auf den zentralen, nächtlichen Friedhofsbesuch hinweisen – mit all jenen Monstern, die für schaurig schreckliche Augenblicke sorgen. Das Innere des Booklets wartet mit Informationen über Synchronsprecher Stefan Krause auf, der den Bankier Olivaro zum Besten gibt.

Das Motiv des Booklets findet sich auch auf der CD wieder und macht die Scheibe zu einem kleinen Schmuckstück. Wird die CD entnommen, kommt ein Totenschädel zum Vorschein. Schick!

„Im Labyrinth des Todes“ ist eine gelungene Episode aus der Reihe „Dorian Hunter“. Sie bietet für Fans und für Neueinsteiger gute Unterhaltung. Die Geschichte ist spannend und kommt mit vielen Horrorelementen daher, die hörbar gut umgesetzt wurden und gruselige Bilder im Kopf entstehen lassen. Einfach gut.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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