Innswich Horror

Edward Lee
Innswich Horror

The Innswich Horror, USA, 2010
Voodoo-Press, Traiskirchen, 05/2012
TB, Horror
ISBN 978-3-902802-14-9
Aus dem Amerikanischen von Kerstin Fricke
Titelmotiv von Christian Krank

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„Da ist noch etwas anderes. Eine geheimnisvolle Ahnung sagte mir, dass sich das Ganze nicht als bloßer Zufall abtun ließ. Eine Stadt – Olmstead -, die genau so hieß wie die Hauptfigur in Lovecrafts „Schatten über Innsmouth“ …“ Seit Foster Morley H. P. Lovecrafts Geschichte „Der Schatten aus der Zeit“ gelesen hat, ist er regelrecht besessen von dem zwei Jahre zuvor verstorbenen Schriftsteller. Morleys finanzielle Situation erlaubt es ihm, sich ohne anderweitige Verpflichtungen eingehend mit dem Werk und Leben Lovecrafts zu beschäftigen. So beschließt er 1939, die Reise des Robert Olmstead – Lovecrafts Protagonist in „Schatten über Innsmouth“ – zu wiederholen, um auf dessen literarischen Spuren zu wandeln.

Auf der Busfahrt Richtung Salem gerät Morley in das Nest Olmstead, das auf keiner Karte verzeichnet ist. Dort erfährt er, dass Lovecraft tatsächlich diesen Ort besucht hat. Von erwartungsvoller Neugierde gepackt, beschließt Morley, hier Station zu machen. Obwohl Olmstead kürzlich durch ein Regierungsprojekt saniert wurde, wird bald klar, dass Lovecraft genau hier das Vorbild für sein Innsmouth gefunden haben muss. Die Parallelen zwischen Fakt und Fiktion treten immer deutlicher zutage. „Etwas an dieser langweiligen Stadt schien Lovecraft immerhin so stark beeinflusst zu haben, dass er Namen daraus entlehnt hatte, und ich war auf einmal überzeugt davon, dass es hier noch weitere Einflüsse zu finden gab, die nur ihrer Entdeckung harrten.”

Doch gibt es recht bald auch Abweichungen von Lovecrafts Geschichte, denn in den Straßen Olmsteads fallen Morley bald augenfällig viele hochschwangere Frauen auf, die in keinem Verhältnis zur erkennbaren Zahl passender Männer stehen. Was also fast wie eine Nacherzählung von Lovecrafts Geschichte beginnt, nimmt bald eigenständige, originelle Formen an, jedoch ohne das Innsmouth-Muster vollständig zu verlassen. Zum Beispiel existieren Entsprechungen zu dem Monolog Zadok Allens und zu Olmsteads halsbrecherischer Flucht aus dem Hotel. So ist „Innswich Horror“ letztendlich eine Verbeugung vor Lovecrafts Geschichte und ein eigenständiges Werk. Dabei orientiert sich Lee nicht nur in Struktur und Setting an seinem Vorbild, auch in Sachen Spannungshandwerk bedient er sich dem lovecraftschen Instrumentarium aus Andeutungen, Gerüchten und Ahnungen, die sich letztendlich immer mehr verdichten und zu einer grauenvollen Erkenntnis führen und schließlich in ein actionreiches Finale führen. Lediglich der eher pragmatische Schreibstil Edward Lees unterscheidet sich von den auf Atmosphäre ausgerichteten Satzgebilden Lovecrafts. Wie schon die ‚Festa-Lees‘ ist „Innswich Horror“ damit ein echter Pageturner geworden.

Der Comickünstler Christian Krank („Schock!“, „Die Anzeige“, „Tales of Dead Earth“) hat für „Innswich Horror“ ein schön düsteres Covermotiv gezeichnet, das gleich klarmacht, wo die Reise hingeht. Sehr einfach, aber auch sehr wirkungsvoll und nicht das erste Cover, das Krank für Voodoo-Press gezeichnet hat.  Das Taschenbuch ist einwandfrei gearbeitet und sieht auch nach der Lektüre noch aus wie neu. „Nun schien es, als wäre ich durch schauderhafteste Umstände selbst in Lovecrafts fiktionalen Robert Olmstead verwandelt worden, den Außenstädter, versessen darauf, dem Schrecken von Innsmouth zu entrinnen.“

Fan-Fiction der gelungenen Art! Provokateur Edward Lee huldigt – ungewohnt zahm – seinem erklärten Vorbild H. P. Lovecraft, indem er seine eigene Version von „Schatten über Innsmouth“ (mit einer Prise „Re-Animator“) erzählt.

Copyright by 2013 © Elmar Huber (EH)

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