Jack Slaughter – Das Heer der Finsternis

Bei Buch24.deDas Heer der Finsternis
(sfbentry)

Jack Slaughter Episode 8
Folgenreich/Universal Music (2009)
Idee, Konzeption & Story: Lars Peter Lueg
Dialogbücher: Devon Richter & Nikola Frey
Musik, Arrangements, Instrumente: Andy Matern
Weitere Gitarren: Stefan Ellerhorst
Regie, Produktion & Dramaturgie: Lars Peter Lueg
Aufnahmeleitung: Anno Storbeck
Artwork: Alexander Lux, torius
Sprecher: Till Hagen, Klaus-Dieter Klebsch, Gisela Fritsch, Reiner Fritzsche, Simon Jäger, David Nathan, Santiago Ziesmer, Dennis Schmidt-Foss, Ariane Borbach, Delphi Mitzi, Jan Spitzer, Tobias Kluckert, Andy Matern, Scheukje Hönning, Christin Marguitan, Stefan Staudinger, Hasso Zorn, Marianne Groß, Fang Yu
Laufzeit ca. 62 Minuten
ISBN: 978-3829122979

Erneut geht das Böse in Jacksonville um. Doch diesmal in Gestalt eines Poltergeistes, der grausigen Victoria Osborne. Diese lebte lange Zeit im Pfarrhaus, doch Reverend Black hat die Nase voll und führt einen Exorzismus durch. Also sucht sich Victoria eine neue Bleibe und findet diese im Versteck von Professor Doom.

Dieser hat gerade seinen Lieblingsschleimer Basil Creeper zum offiziellen Gehilfen gemacht und ist wenig amüsiert von Victoria und ihrer herrschsüchtigen Art. Er versucht nun ebenfalls den Poltergeist loszuwerden – und wie üblich geht der Schuss nach hinten los. Victoria verwandelt sich in ein Heer der Finsternis …

Mit der Folge „Das Heer der Finsternis“ zieht Lars Peter Lueg mit seinen Leuten richtig vom Leder. Gewohnt ironisch und sarkastisch stellen sich Jack und seine Freunde den üblichen Problemen. Dabei gerät Jack allerdings in einen Gewissenskonflikt, denn die gute Victoria kann ihm etwas über den Verbleib seiner Eltern sagen. Das war aber auch schon alles an Charaktertiefe und das ist auch gut so.

„Jack Slaughter“ will unterhalten und Spaß machen. Eine komplexe Handlung oder fein skizzierte Charaktere wären da nur hinderlich. Sicherlich, es gibt einen roten Faden der sich durch alle Geschichten zieht – mal mehr und mal weniger – aber der ist durchaus zu vernachlässigen. Witz und Charme stehen an erster Stelle, um für eine unterhaltsame Stunde zu sorgen.

In „Das Heer der Finsternis“ sind es aber vor allem die Schurken und Nebenfiguren, die besonders gut gespielt werden. Allen voran Marianne Groß, die als Victoria Osborne dem Hörer ein Schaudern über den Rücken jagt. Auch Professor Doom ist mit von der Partie. Er wird von Klaus-Dieter Klebsch gespielt, der deutschen Stimme von Dr. House aus der gleichnamigen TV-Serie. Einfach nur genial, aber er wird locker von Reiner Fritzsche in den Schatten gestellt.

Bisher stets für eine Überraschung gut, packt Herr Fritzsche ein paar Kohlen, nein, ein paar Zentner Kohlen aufs Feuer drauf. Basils Begeisterung als er endlich offizieller Gehilfe wird, ist einfach mitreißend und erfrischend. Alleine diese Szene verdient Applaus und gehört auf jedes Jack-Slaughter-Fan-Handy als Klingelton. Die Euphorie in der Stimme von Reiner Fritzsche ist einfach der schiere Wahnsinn.

Etwas leiser und mit mehr Mitleid ausgestattet, spielt Santiago Ziesmer den Kobold Frogi Oaktree. Auch hier wird die Hörerschaft mit einer erfrischenden Auslegung der Rolle verwöhnt. Dabei schwankt der arme Frogi zwischen Heldenmut und Selbstmitleid. TV-Kenner und Zeichentrickliebhaber erkennen die Stimme von Herrn Ziesmer natürlich als deutsche Stimme von Spongebob Schwammkopf. Es gibt sogar einige Parallelen zwischen diesen Rollen, denn beide Figuren sind äußerst hilfsbereit. Mit ein wenig Glück wird der gute Frogi eine feste Größe in der Reihe, denn die Rolle ist einfach umwerfend.

Fraglich ist jedoch, ob Professor Doom der Hörerschaft weiterhin erhalten bleibt. Die Episode endet mit einem grandiosen Cliffhanger und einem verzweifelten Basil Creeper. Daumen drücken und hoffen, dass sich in Episode Neun alles in Wohlgefallen auflöst. Denn was wäre Jack Slaughter ohne eine passende Nemesis? Nur ein Mann mit Barbiepuppe, dessen verstorbene Großmutter erneut mit Schminktipps daherkommt. Dieser Running Gag macht einfach noch immer Laune – selbst nach so vielen Folgen.

Überhaupt ist „Das Heer der Finsternis“ eine sehr launige Folge. Andy Matern ist für die Musik und den Sound verantwortlich, der modern und rockig klingt. Unter der Regie von Lars Peter Lueg entsteht somit eine spaßige Horror-Satire, die handwerklich sehr gut umgesetzt wurde. So muss sich gute Unterhaltung anhören.

Die Aufmachung der CD ist mal wieder sehr gelungen. Das Motiv deutet schon auf das Grundthema hin, dass sich ausreichend bei Alfred Hitchcocks „Die Vögel“ bedient. Das Motiv findet sich auch auf der CD wieder und somit bildet das gute Stück ein harmonisches Ganzes. Der unverwechselbare Stil des Artworks macht die Reihe zu etwas Besonderem. Wie üblich lassen sich die Tracks problemlos in MP3s umwandeln und auf jeden normalen Player ziehen. Somit ist „Jack Slaughter“ auch wunderbar für unterwegs geeignet. Die CD bleibt sicher im heimischen Regal, um dort die Blicke auf sich zu ziehen. Eine gute Sache.

„Jack Slaughter – Das Heer der Finsternis“ ist eine der besten Episoden der Reihe, was vor allem an der hervorragenden Leistung von Marianne Groß, Reiner Fritzsche, Klaus-Dieter Klebsch und Santiago Ziesmer liegt. Bravo!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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