Jack Slaughter – Dr. Jekyll und Mrs. Hyde

Bei Buch24.deDr. Jekyll und Mrs. Hyde
(sfbentry)

Jack Slaughter Episode 7
Folgenreich/Universal Music (2009)
Idee, Konzeption & Story: Lars Peter Lueg
Dialogbücher: Devon Richter & Nikola Frey
Musik, Arrangements, Instrumente: Andy Matern
Weitere Gitarren: Stefan Ellerhorst
Regie, Produktion & Dramaturgie: Lars Peter Lueg
Aufnahmeleitung: Anno Storbeck
Artwork: Alexander Lux, torius
Sprecher: Till Hagen, Klaus-Dieter Klebsch, Gisela Fritsch, Reiner Fritzsche, Simon Jäger, David Nathan sowie Santiago Ziesmer, Dennis Schmidt-Foss, Ariane Borbach, Delphi Mitzi, Jan Spitzer, Tobias Kluckert, Andy Matern, Scheukje Hönning, Christin Marguitan, Stefan Staudinger, Hasso Zorn, Marianne Groß, Fang Yu
Laufzeit ca. 62 Minuten
ISBN: 978-3-8291-2296-2

Aus dem Hause Folgenreich stammt das nun mehr siebte Hörspielabenteuer aus der Reihe „Jack Slaughter – Tochter der Lichts“. Erneut nimmt die Reihe gezielt das Grusel- und Horrorgenre aufs Korn. Wie üblich ist die Handlung dabei nur ein großer Rahmen, in dem die Gags und Wortspiele untergebracht werden.

Diesmal erwischt es Jacks gute Freundin Kim, die durch ein Energywässerchen ihr Wesen und auch ihr Äußeres verändert. Noch immer ist sie überaus sexy, verkommt aber zum Dummchen von Nebenan und steht plötzlich auf Surferboys. Die Tochter des Lichts, der tapfere Jack, greift ein …

Das war schon alles an Handlung und bietet den Machern, Lars Peter Lueg, Devon Richter und Nikola Frey, genug Spielraum, um die Figuren agieren zu lassen. Natürlich sind die üblichen Verdächtigen wieder mit von der Partie. Auch Professor Doom, der diesmal zu einer Nebenrolle verdonnert wird, sich aber in einer humorvollen Sequenz aus dem Urlaub meldet. Ja, auch ein Erzbösewicht mit goldenen Hörnchen braucht Urlaub, immerhin muss er in jeder Folge eine bittere Niederlage einstecken.

Diesmal ist die Gefahr jedoch weltlicher Natur. Deswegen muss Jack auf die Zauberkräfte seiner magischen Barbiepuppe Pony Tail verzichten. Aber Kenner der Serie wissen, dass Jack schon einen Weg finden wird – irgendwie, mit Glück – und viel Hilfe … und noch mehr Glück; hoffentlich!

Das bekannte Ensemble ist also erneut mit von der Partie und zieht ordentlich vom Leder. Da es keine tiefgründigen Szenen gibt oder gar eine Charakterentwicklung (böse Zungen behaupten Jack Slaughter wäre charakterlos, was manchmal zutrifft), können sich die Sprecher vollkommen auf die Betonung ihrer Dialoge konzentrieren – was auch gerne und ausschweifend geschieht. Somit wird der Hörer verbal immer auf die Schlüsselworte hingewiesen und keine Pointe vermag es dem geneigten Ohr zu entfliehen.

Humor wird bei „Jack Slaughter – Tochter des Lichts“ ganz groß geschrieben. Immerhin handelt es sich um eine Trivial-Grusel-Hörspiel-Sitcom-Satire (schickes Wort und sollte es zusammenfassen). Alles was irgendwo mal in einem Horrorfilm oder Gruselroman erschien, macht in der Serie seinen Freischwimmer im Kakao, durch den einfach alles gezogen wird. Das ist sehr lustig, falls der Hörer auf jene Art von Humor steht. Kalauer und Klischees stehen nämlich an der Front, subtile Wortspiele agieren weit im Hintergrund, ebenso der ruhige Humor. „Jack Slaughter“ ist eine Serie die spaltet und eindeutig Geschmackssache ist. Es lohnt sich auf jeden Fall in eine Folge hineinzuhören. Das Mindeste was dabei herausspringt ist ein Schminktipp von Großmutter Abigail – denn die hält Jack noch immer für ihre Enkelin.

Auch die siebte Episode der Reihe ist mal wieder die humorvolle Interpretation einer klassischen Vorlage. Nun, im Grunde wird nur die Idee aus „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ übernommen. Aber die Aufarbeitung ist einfach erstklassig, was vor allem an der sehr erotischen Stimme von Arianne Borbach liegt – bekannt als deutsche Stimme von Catherine Zeta Jones, Helen Hunt oder auch Uma Thurman. Kim ist in der Episode Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und wird von Frau Borbach passend lasziv umgesetzt. Einfach herrlich!

Die Aufmachung der CD ist ebenfalls herrlich. In der tpyischen Jack-Slaughter-Optik präsentieren sich Cover und CD. Das sieht einfach schick aus. Das stets grellpoppige Motiv vor düsterem Hintergrund ist ein gelungenes Herausstellungsmerkmal der Reihe. Damit ist „Dr. Jekyll und Mrs. Hyde“ gut anzusehen und vor allem gut anzuhören – ein kurzweiliger Spaß für die Ohren.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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