Krieg der Vampire

Martin Kay, Manfred Weinland
Krieg der Vampire

Volk der Nacht Band 7
Zaubermond (0739x)
ISBN 9783931407391 (sfbentry)
Genres: Horror

Nun ist es also geschafft, der erste Zyklus des „Volks der Nacht“ ist vollendet. Dabei ist es den beiden Autoren gelungen, eine durchaus überraschende Auflösung der Ereignisse zu präsentieren, die der Leser in dieser Form sicherlich nicht unbedingt erwartet hat.

Weinland und Kay erweisen sich in diesem Roman als recht gut zueinander passende Autoren, auch wenn man durchaus leichte Unterschiede im Stilistischen erkennen kann. Dies wirkt sich dann so aus, daß die „Vampira-Atmosphäre“ in einigen Kapiteln nicht so richtig aufkommen will. Vor allem, wenn es um die Action geht, wie z.B. in Kapitel zwei: „Air Force One“ – da kommt beim Leser eher das Gefühl auf, einen Krimi oder Thriller zu lesen. „Jerry Cotton“ war hier mein erster Gedanke – von Vampira bzw. dem „Volk der Nacht“ ist hier trotz des auftretenden Neo-Vampirs wenig zu merken. Und dies zieht sich durch weite Teile des Romans. Ich meine mich zwar zu entsinnen, daß Manfred Weinland auch den einen oder anderen Krimi-Heftroman verfaßt hat, doch sagt mir mein Gefühl, daß diese Stellen wohl eher Martin Kay zuzuordnen sind. Aber vielleicht liege ich hier ja auch falsch…

Dabei stellt „Krieg der Vampire“ einen durchaus würdigen Abschluß dieses Zyklus
dar, vereint einen Großteil der Handlungsstränge und bringt sie zu einem Ende (ein wenig mehr über die zwischenzeitlichen Geschehnisse in Australien hätte ich mir jedoch durchaus gewünscht, und auch Fees Geschichte zumindest kurz anzureißen, wäre nett gewesen – nebst dem einen oder anderen Handlungsteil, der nicht wieder aufgegriffen wurde, bei denen man jedoch damit leben kann). Das Ganze ist auch recht spannend geschildert, und ich habe diesen Roman an einem Abend am Stück durchgelesen, weil ich den Ausgang der Geschichte einfach wissen mußte, doch bleibt hier ein leicht schaler Nachgeschmack. Wirklich „Vampira“ ist das nicht…

Eher schon dem Titel „Krieg der Vampire“ entsprechend eine Art „Kriegsroman“. Hier werden die diversen Pistolen, Revolver, MGs usw. gezogen, daß es den Phantastik-Leser nur so graust. Wenn zum zigsten mal erwähnt wird, daß hier irgendjemand seine Waffe zieht (nicht zu vergessen natürlich die genaue Typenkennung, die gleich mitgeliefert wird), so wirkt das dann doch irgendwann lächerlich. Realitätsbezug schön und gut, aber das ist dann doch ein wenig zu viel des Guten – und nervt schlicht und ergreifend nach einer gewissen Zeit. Das ist Jerry Cotton, Kommissar X oder sonstwas aus dieser Richtung; eine atmosphärische Schilderung, wie wir sie bisher vom „Volk der Nacht“ gewohnt sind, ist es jedenfalls nicht…

Womit wir denn größten Schwachpunkt des Romans bereits abgehandelt hätten. Der Rest der Kritikpunkte liegt eher in Kleinigkeiten:
Wieso verstehen Vampire keine fremden Sprachen mehr? Lewis jedenfalls ist des Italienischen offensichtlich nicht mächtig. Ich dachte, das läge ihnen im „Blut“ – oder zumindest war dies bisher so…

Wie kommt Nona ohne Hilfe in den Dunklen Dom im Berge Ararat? Der nach unten führende Spalt war bisher jedenfalls für niemanden „begehbar“, der nicht fliegen konnte…

Was ist mit den letzten Aboriginal-Vampiren geschehen? Landru hatte 99 von ihnen, Rahel ursprünglich 100, von denen mehrere (drei oder vier – wenn ich mich recht entsinne) bereits tot waren/sind. Da ergibt sich der Schilderung nach ein gewisses Problem des Ungleichgewichts. Wo sind sie also? (Wem dieser Absatz zu ungenau erscheinen mag, der möge bitte beachten, daß ich hier versucht habe, die Frage an den Leser zu bringen, ohne zuviel über die Handlung zu verraten. Wer den Roman gelesen hat, wird die Frage verstehen – zumindest hoffe ich dies .

Fazit:

Ein interessanter Abschluß für den ersten DVdN-Zyklus, der jedoch innerhalb diverser Kapitel ein wenig an einer „Jerry Cotton“-Atmosphäre krankt. „Vampira“-Atmosphäre kommt hier eher seltener auf. Trotz allem ist dies jedoch ein ziemlich spannender Roman, den man gerne gelesen hat

Copyright (C) 2001 by Winfried Brand

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