Schwarzes Herz – D. I. Grace 2 (Hörbuch)

M. J. Arlidge
Schwarzes Herz
D. I. Grace 2

Pop Goes the Weasle, GB, 2014
Argon Verlag, Berlin, 03/2016
Autorisierte Lesefassung nach dem gleichnamigen im rororo Verlag, Reinbek bei Hamburg erschienenen Roman „D. I. Grace: Das schwarze Herz“, 2016
6 Audio-CD im Tripple-Jewelcase, Hörbuch, Thriller, Drama, 9783839814833, Laufzeit: ca. 425 min., gesehen 04/16 für EUR 19,95
Aus dem Englischen von Karen Witthuhn
Ungekürzte Lesung von Uve Teschner
Titelgestaltung von Stephan Siebert, Berlin nach dem Entwurf des Buchumschlags von HAUPTMANN & KOMPANIE Werbeagentur, Zürich unter Verwendung von Motiven von Stephen Carroll/Trevillion Images; Hauptmann & Kompanie Werbeagentur
Autoren- und Sprecherfotos von Bill Waters und Matthas Scheuer

www.argon-verlag.de

www.uveteschner.de

D.I. Helen Grace Schwarzes Herz (Hörbuch) (Audio-CD)

Hinter dem Namen M. J. Arlidge steckt der britische Autor Matthew Arlidge, Jahrgang 1974, der seine Karriere als Autor für TV-Sendungen begann, bevor er sich Kriminalromanen zuwandte. „D. I. Grace“ sorgte sofort für seinen Durchbruch. Inzwischen sind fünf Bände über die Fälle von Detective Inspector Helen Grace erschienen. „Schwarzes Herz“, das als Hörbuch aus dem Argon Verlag vorliegt, ist der zweite Roman der Reihe.

Der treusorgende Familienvater und in seiner Kirche sehr engagierte Alan Matthews kommt eines Abends nicht nach Hause. Seine Frau Eileen will ihre Sorge vor den Kindern nicht zeigen, doch dann wird ein Paket abgeliefert, das ein menschliches Herz enthält – das von Alan! Weitere Morde folgen, bei denen Männer stets auf grausame Weise ermordet und verstümmelt wurden. Zwischen ihnen scheint es keine Verbindung zu geben außer einer: Die Opfer besuchten Prostituierte und waren Kunden einer jungen Frau, die sich Angel nennt.

D. I. Helen Grace wird mit den Ermittlungen betraut und sehr schnell von ihrer neuen Chefin Ceri Harwood unter Druck gesetzt. Diese will unbedingt Erfolge vorweisen und sie nach Möglichkeit für ihre eigene Karriere verbuchen. Helen ahnt, dass ihr Job in Gefahr ist. Aber sie hat noch andere Sorgen, nämlich Robert, den Sohn ihrer verstorbenen Schwester Marianne, der auf die schiefe Bahn zu geraten droht, und die ehrgeizige Journalistin Emilia Garanita, die jeden ihrer Schritte beobachtet und Helen mit ihrem Wissen über deren Privatleben zu erpressen versucht, um Informationen für eine Story zu erhalten.

Unterstützung erhält Helen von ihren Kollegen. Aber auch Charlie Brooks muss persönliche Probleme in den Griff bekommen: Sie leidet unter dem Verlust ihres ungeborenen Kindes und wird von ihrem Mann vor die Wahl gestellt, endlich mit ihm eine Familie zu gründen oder die Konsequenzen zu ziehen, wenn ihr der Beruf wichtiger ist als ein Kind. Nicht viel besser ergeht es Tony Bridges, der, als Freier getarnt, nach Angel sucht und sich in die Prostituierte Melissa verliebt und den Fehler begeht, ihr Insider-Informationen anzuvertrauen. Nicht nur muss er, was geschehen ist, seiner über alles geliebten und schwerkranken Frau beichten, sondern auch im Dienst zu den Folgen stehen.

So kommt es, wie es kommen muss: Die Ermittlungen drehen sich im Kreis, und Helen wird von dem Fall abgezogen. Dann entdeckt sie jedoch den entscheidenden Hinweis und geht ihm auf eigene Faust nach, wodurch sie ihr eigenes Leben in Gefahr bringt.

Obwohl „Schwarzes Herz“ ein in sich abgeschlossener Roman ist, empfiehlt es sich, den Vorgängerband „Einer lebt, einer stirbt“ gelesen zu haben, da immer wieder Bezüge zu zurückliegenden Ereignissen hergestellt werden, die relevant sind für das Verhalten der Protagonisten.

Im Fall der Titelheldin sind das eine schlimme Kindheit, die sie nicht davon abhielt, sich nach oben zu kämpfen und in Southampton Polizistin zu werden, dann das Schicksal ihrer Schwester und aktuell das ihres Neffen Robert, der von der Tragödie lange nichts wusste. Statt zu rauchen, zu trinken oder Drogen zu nehmen, um abzuschalten, zieht Helen Grace den Schmerz vor, den ihr ‚Herr‘ ihr bietet und der für sie allmählich mehr ist als bloß ein Mann für gewisse Stunden.

Aber sie ist nicht die einzige, die einen ‚Knacks‘ davongetragen hat. Praktisch jeder in ihrem Umfeld leidet unter etwas, das ihn belastet, Probleme, die sich nicht mal nebenbei lösen lassen und die sowohl Beruf als auch Privatleben mit sich bringen. beides beeinflusst sich wechselseitig und nicht zum Guten. Daraus erwachsen aber auch neue Fälle für spätere Bände, denn nicht jeder Punkt wird restlos abgehandelt.

In „Schwarzes Herz“ treibt eine Serienmörderin ihr Unwesen, die als Prostituierte arbeitet und offenbar alle Männer hasst, die ihren Familien ein solides Leben vorgaukeln, während sie ihre perversen Wünsche insgeheim für Geld im Milieu befriedigen lassen. Dieser Hass geht so weit, dass die Freier nicht nur ermordet, sondern auch gefoltert und verstümmelt werden.

Dabei geht Angel sehr umsichtig zu Werke, denn sie ist nicht das, was die Beamten zunächst annehmen, und ihre Motive, welche ihre Taten begründen und schließlich für den entscheidenden Hinweis sorgen, bleiben lange im Verborgenen. Falsche Informationen und interne Machtkämpfe tun ein Übriges, um die Ermittlungen zu behindern.

Auch der Leser/Zuhörer, der Vermutungen anstellt, tappt lange im Dunkeln und wird praktisch erst am Schluss von Helen zur Auflösung geführt. Ein Familiendrama wird aufgerollt, das weitreichende Konsequenzen zur Folge hatte. Gleichzeitig wird die Bigotterie der ach so braven, ständig in die Kirche rennenden Biedermänner angeprangert, die innerhalb ihrer Familie hinter verschlossenen Türen und außerhalb ihrer Gemeinde überhaupt nicht christlich handeln, sondern ihr wahres, perverses Ich von der Leine lassen.

Es wirkt etwas ungewöhnlich, dass sich ein männlicher Autor ausgiebig einer weiblichen Hauptfigur widmet und sie überdies mit weiteren starken Protagonistinnen umgibt. Für diesen Fall hätte man eigentlich auch eine Vortragende erwartet statt einen Hörspiel- und Hörbuchsprecher. Aber sowohl M. J. Arlidge als auch Uve Teschner gelingt es vortrefflich, die Charaktere mit all ihren Ecken, Kanten und persönlichen Tragödien überzeugend darzustellen.

Schätzt man harte Thriller dieser Art, empfiehlt es sich, M. J. Arlidge durch sein erstes Buch kennenzulernen. Nicht nur machen die Lektüren bzw. Hörbücher mehr Spaß, wenn man den Geschehnissen chronologisch folgt, man versteht auch die Anspielungen und die Probleme der Protagonisten besser, die einen wichtigen Teil von „Schwarzes Herz“ ausmachen.

Dieser zweite Band ist spannend, durch die Charakterisierungen faszinierend und aufgrund der Enthüllungen/detaillierten Beschreibungen erschütternd. Ein echtes Happy End wäre fehl am Platz, und der Autor findet auch dafür genau die richtige Lösung.

Copyright © 2016 by Irene Salzmann (IS)

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Einer lebt, einer stirbt – D. I. Grace 1

Kalter Ort – D. I. Grace 3 (Hörbuch)

 

 

Comments

  1. Preisrätsel 3 x 1 Exemplar: Wer eines dieser Exemplare erhalten möchte, einfach folgende Frage richtig beantworten und einsenden an sfbgewinne@buchrezicenter.de (im Betreff bitte den Gewinntitel angeben!): Hinter dem Namen M. J. Arlidge steckt der britische Autor welchen Namens? (Antwort auf unserer Homepage zu finden!) Sobald 300 Mails eingetroffen sind, werden daraus die Gewinner mit der richtigen Lösung gezogen, wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen! BITTE NICHT VERGESSEN, DIE ANSCHRIFT UND E-MAIL-ADRESSE MIT ANZUGEBEN!

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