Tochter des Lichts

Lars Peter Lueg
Tochter des Lichts

Jack Slaughter – Tochter des Lichts Band 1
Universal Music
Audio CD
Spieldauer: ca. 66 Minuten
Ab 12 Jahren
Erschienen: 10/2008
www.jack-slaughter.de
www.myspace.com/jackslaughtertochterdeslichts

(sfbentry)

In der us-amerikanischen Kleinstadt Jacksonville erwacht das Böse und sucht sich ein geeignetes Werkzeug. Das findet es in einem arroganten Parapsychologen, der nebenbei Delfinfiguren sammelt. Der Professor wird von Lucifer korrumpiert und nennt sich fortan Professor Doom. Doch wo Schatten, da auch Licht.

Jede zweite Generation wird in der Familie Slaughter die Tochter des Lichts geboren, eine Kämpferin des Guten und mit großer Macht ausgestattet. Doch diesmal hat das Schicksal in die Kloschüssel gegriffen, denn die amtierende Tochter des Lichts ist Jack, Hobbytaucher und Waffenverkäufer in einem Sportgeschäft. Er ist die richtige Person, um das Böse aufzuhalten, die Rätsel seiner Familie zu lösen und den Schminktipps seiner verstorbenen Großmutter zu lauschen …

„Jack Slaughter – Tochter des Lichts“ nennt sich selbst eine Horror-Sitcom. Das Hörspiel ist zwar lustig, aber eine Sitcom zeichnet sich durch andere Elemente aus. „Tochter der Lichts“ ist eher eine Satire auf alle aktuellen Horror-Serien, seien es nun Hefte, TV-Serien, Bücher oder was auch immer. Hier wird alles durch den Kakao gezogen. Ähnlichkeiten zu „Buffy – The Vampireslayer“, „Geisterjäger John Sinclair“ oder auch „Larry Brent“ springen den Zuhörer förmlich an.

Die Handlung ist dementsprechend nur Nebensache. Sie wird von Till Hagen zusammengehalten, der dem Erzähler der Geschichte seine Stimme leiht. Aufmerksame Hörer werden diese Stimme schnell Schauspielern wie Kevin Spacey oder Billy Bob Thornton zuordnen. Herrlich süffisant führt er durch das Stück. Hagen bleibt dabei aber stets ernsthaft, was wiederum die komischen Elemente besonders hervorhebt. Gleiches gilt für Klaus-Dieter Klebsch.

Herr Klebsch leiht Professor Doom seine Stimme und ist ebenfalls ein renommierter Synchronsprecher. Neben Alec Baldwin ist er dem TV-Publikum als deutsche Stimme von Hugh Laurie ein Begriff, der in der Serie „Dr. House“ als Hauptdarsteller fungiert. Die Ähnlichkeit zwischen diesen beiden Rollen ist auffällig und macht großen Spaß. Immerhin ist Professor Doom ein arroganter Egomane, der sich selbst als Mittelpunkt der Welt sieht.

Held der Geschichte ist Jack Slaughter, ein mutiger und wortgewandter Bursche. Auch diese Figur wurde hervorragend besetzt. Jack wird von Simon Jäger gespielt. Der ist vor allem als jugendliche Charakterstimme des verstorbenen Heath Leagder bekannt und hat ebenso Mat Damon oder auch Luke Wilson synchronisiert. An Jacks Seite steht sein guter Freund Tony Bishop, gespielt und gesprochen von David Nathan, ebenfalls eine bekannte Stimme (Johnny Depp, James Marsters) und durch seine ruhige Darstellung die ideale Wahl. Alleine die Besetzung der Hauptpersonen lässt erkennen, mit was für einem Einsatz Lars Peter Lueg das Hörspiel entwickelte und produzierte.

Sämtliche Darsteller verstehen ihr Handwerk und legen große Spielfreude an den Tag. Dabei sind vor allem die Dialoge sehr spaßig. Aber auch Dooms Monologe verführen stets zum Lachen. Vor allem seine Liebe zu Delfinfiguren ist sehr lustig und wird äußerst plastisch dargestellt.

Der Humor steht dabei vor der dem Horror. Der ist zwar latent vorhanden, doch eher Mittel zum Zweck. Das erscheinen eines Höllenhundes oder das ausgraben von Särgen lässt keineswegs Gruselstimmung aufkommen, sondern dient nur als Beet, um kurz darauf die Lacher zu ernten. Dazu gehört unter anderem auch Jacks Großmutter Abigail, die von Gisela Fritsch gespielt wird (Synchronstimme von Dame Judi Dench oder auch bekannt als Karla Kolummna, die rasende Reporterin („Benjamin Blümchen“, Bibi Blocksberg“)). Grandma weigert sich einfach standhaft Jack als Mann zu sehen. Die Umsetzung erinnert ein wenig an „Charmed, zauberhafte Hexen“. Dort spielt eine verstorbene Großmutter ebenfalls eine wichtige Rolle. Doch auch Freunde von Mangas und Anime werde ihre Freude habe, ist Jacks wichtigste Waffe scheinbar eine Barbie-Puppe, die er mit einem dämlichen Zauberspruch aktivieren muss. Einfach lustig.

Die Sprecherriege ist einfach grandios. Allgemein ist die Umsetzung ein großer Hörspaß. Die Geräusche und die Musik sind passend ausgewählt und sehr bildhaft. Es gelingt dem Zuhörer leicht, sich die einzelnen Szenen vorzustellen. Produzent und Regisseur Lars Peter Lueg versteht sein Handwerk. „Jack Slaughter – Tochter des Lichts“ ist ein gelungener Auftakt und macht Lust auf mehr Horror-Comedy mit der Tochter des Lichts.
(Günther Lietz)

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Jack Slaughter – Tochter des Lichts 01: Tochter des Lichts

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