Begegnung auf Sphinx

David Weber
Begegnung auf Sphinx
Stephanie-Harrington Band 1

Originaltitel „A beautiful Friendship”
Bastei Lübbe, 2015
Science-Fiction
ISBN 978-3-404-20779-4
Umfang 414 Seiten
Lektorat: Ruggero Leò
Übersetzer: Dr. Ulf Ritgen
Titelbild: Arndt Drechsler

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www.luebbe.de

Vorwort

Als erklärter Fan von David Weber war für mich klar, dass ich den Titel einfach lesen musste. Vor allem, weil mich gerade das Thema Prequel auch bei meinen eigenen Buchprojekten umtreibt. Und da will man doch mal sehen, wie es die etablierten AutorInnen tun, die dick im Geschäft sind. Um es vorweg zu sagen: Der Roman hat mir nicht gefallen, ja, ich war richtiggehend enttäuscht. Warum? Wer Angst vor Spoilern hat, der sollte jetzt nicht weiter lesen …

Zum Buch

Nachdem die Hauptreihe „Honor Harrington“ in Deutschland (viele Originaltitel wurden geteilt) mittlerweile 31 Bände umfasst und sich mit wahrlich galaktischen Themen befasst, soll wohl die Sub-Reihe „Stephanie Harrington“ (also Honors Mutter als Teenager) eindeutig die gleichaltrige Zielgruppe ansprechen. So weit so gut und auch legitim.

Die von ihren Eltern Richard und Marjorie Harrington nur kurz Steph genannte 12-jährige hat ihren eigenen Kopf. Sie unternimmt nicht immer erlaubte Streifzüge in die Wälder von Sphinx, in denen sich mitunter auch Hexapumas herumtreiben, also reißende Bestien mit einem Gewicht zwischen einer halben oder dreiviertel Tonne … samt dieser Größe entsprechenden Klauen und Reißzähnen. Natürlich ist allen Weber-Lesern bekannt, dass dies auch der Lebensraum der Baumkatzen ist, die eigentlich nichts anderes sind als die kleinere Variante besagter Bestien. Nur mit dem Unterschied, das Baumkatzen Telempathen sind, also Wesen, welche sich untereinander telepathisch verständigen können und sogar bei Fremdwesen, in diesem Falle Menschen, Gefühle „schmecken“ können. Sonnenklar, das sich Steph und „ihr“ Baumkater begegnen müssen … was ja der Titel schon verrät. Die wenigen „Höhepunkte“ der Handlung lasse ich hier unerwähnt, denn 1. sind sie schon Dutzende Seiten zuvor absehbar und 2. wenn sie dann tatsächlich so eintreffen, schwindet auch die letzte Hoffnung auf eine andere Handlung oder gar eine überraschende Wendung.auch

Leider braucht Weber* fast 100 Seiten – also ein Viertel des ganzen Romans -, bis es endlich dazu kommt. Nun sind wir von anderen Weber-Romanen schon gewöhnt, dass er mitunter lange braucht, bis er in die Gänge kommt (was bei oben erwähnten und geteilten Romanen den unschönen Effekt hat, dass sich der erste Teil immer sehr langatmig anlässt und der zweite Teil – Wochen und Monate später endlich erhältlich – die hartgesottenen Fans befriedigen muss). Ich weiß, dass Weber packend, mitunter begeisternd schreiben kann … aber hier hat er es nicht getan. *Wenn er es denn selbst war. Denn das, was ich hier auf rund 400 Seiten gelesen habe, klingt mir einfach nicht nach Weber. Nun will ich niemanden etwas unterstellen, aber die von manchen Verlagen gepflegte Praxis, Teile (Sub-Titel, Füll-Titel an Nebenschauplätzen) einer Reihe eines berühmten Autors von Ghostwritern schreiben zu lassen, hat hier – wenn es denn so war – nicht funktioniert. Das Ergebnis ist schlichtweg langweilig, vorhersehbar** und entspricht nicht dem Können Webers. Sollte er wirklich der Verfasser gewesen sein, dann muss man ihm wohl attestieren, dass Jugendliteratur nicht seine Stärke (und auch nicht die des vermuteten Ghostwriters) ist.

Fazit

**Natürlich ist es schwer, ein Prequel zu einem wesentlichen Aspekt – hier eben die Baumkatzen – einer Serie zu schreiben, der allen Lesern der Hauptreihe geläufig ist. Das Schielen auf neue Käuferschichten ist – wie erwähnt – ja nicht zu verdammen, lässt aber die bisherigen Fans Webers eher enttäuscht zurück. Die weiteren Bände von „Stephanie Harrington“ schenke ich mir. Ich kann nur hoffen, dass die Zielgruppe (die im Idealfall die Hauptreihe nicht gelesen haben sollte) dies anders sieht.

Copyright © 2015 by Werner Karl
www.wernerkarl.org

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