Blue Killing

Ken Catran
Blue Killing

Australien, 2000
Blue 1 (von 3)
Arena Verlag, Würzburg, 1. Neuauflage: 1/2008, dt. Erstausgabe: Arena Verlag, 2004, unter dem Titel „Blue – Bei Anruf Gefahr“
TB, Schwarze Reihe 50054, Jugendbuch, Thriller, 978-3-401-50054-6, 188/695
Aus dem Australischen von Barbara Küper
Titelgestaltung von knaus. büro für konzeptionelle und visuelle identitäten, Würzburg
www.arena-verlag.de
www.krimi-forum.net/Datenbank/Autor/fa001484.html

Die Angst geht um in Pineville, denn seit geraumer Zeit ermordet ein Unbekannter, der sich Blue nennt, Bürger, die blaue Kleidungsstücke tragen. Der smarte Schüler Mike Connors nutzt die Gelegenheit, um durch den Verkauf von Sicherheitsschlössern sein Taschengeld aufzubessern.

Als er mit drei Klassenkameraden auf dem Heimweg ist und am Haus von Jocelyn Craig, einer Kundin, vorbei kommt, entdecken die Jungen einen blauen Schuh zwischen Auto und Eingangstür. Auf das Klingeln reagiert niemand. Mike wirft einen Blick durch den Briefkastenschlitz – und erblickt die Leiche. War da nicht auch ein Schatten, wie von einem Gesicht?

Mike ist sich nicht sicher, ob er sich getäuscht hat und verschweigt diesen Punkt bei der anschließenden Befragung durch die Polizei. Was er ebenfalls verheimlicht, ist, dass er plötzlich Anrufe von Blue bekommt. Der Mörder kennt ihn, seine Angehörigen und seine Freunde. Hin und her gerissen zwischen Ablehnung, Angst, Hass und Faszination lässt sich Mike auf ein Katz’ und Maus-Spiel mit Blue ein…

Die Geschichte wird aus der Sicht des 17-jährigen Mike Connors geschildert. Seine Eltern kamen vor einigen Monaten ums Leben, und er wohnt seither mit seiner Tante zusammen, die sein Vermögen verwaltet, bis er volljährig ist. Was in Mike vor sich geht, verschließt er vor anderen und sogar vor sich selbst. Er möchte alles unter Kontrolle haben und keine Schwäche zeigen.

In Folge ignorierte er auch die Hilfe, die der Psychologe ihm nach der grausigen Entdeckung anbietet; Mike ist davon überzeugt, allein gut zurechtzukommen. Sehr viel faszinierender findet er die Diskussionen über Gut und Böse, basierend auf Shakespeares Drama „Richard III“, die der neue Lehrer Mr Yoemans immer wieder initiiert. Auch für Blues Motive interessiert sich Mike, doch eines Tages wird eines dieser Gespräche von einem anderen Schüler belauscht. Das löst eine Kette weiterer Tragödien aus, bis Mike beschließt, Blue zu stellen. Mit dem, was er vorfindet, hätte er niemals gerechnet…

… und die meisten Leser sicher auch nicht, obwohl der Autor immer wieder kleine Hinweise ausgestreut hat. Diese sind allerdings so gut versteckt, dass nur ein lese-erfahrenes Publikum frühzeitig misstrauisch wird und bezweifelt, dass wirklich alles so ist, wie es scheint.

Die Protagonisten werden realistisch geschildert, laden aber nicht wirklich zur Identifikation ein. Mike, die Hauptfigur, ist nach außen hin der typische Sunnyboy, dem alles zufliegt, doch durch seine zunehmende Arroganz und Kälte wirkt er eher unsympathisch. Seine Freundin Sheril stammt aus einfachen Verhältnissen, ist jedoch tough und attraktiv. Die anderen Schüler und die Erwachsenen sind blasse Statisten. Allein Roy hat eine größere Rolle als der klassische Loser und Nerd, der seine Nase in Dinge steckt, die ihn nichts angehen und der sofort oben schwimmt, wenn er glaubt, einen anderen in der Hand zu haben. Blue bleibt lange eine gesichtslose Stimme, die erst am Ende eine erschreckende Identität erhält.

Flüssig und in einem angenehmen Stil spult der Autor sein Garn ab. Die Story ist keinen Moment langweilig, da regelmäßig zwischen Mikes Reflexionen und neuen mitreißenden Ereignissen gewechselt wird. Ganz langsam baut sich der Spannungsbogen auf, um auf den letzten Seiten seinen Höhepunkt zu erreichen. Leser und Leserinnen werden gleichermaßen in den Bann gezogen.

Was ihnen zugemutet wird, ist allerdings keine leichte Kost sondern ein bedrückender Thriller, der nicht unbedingt geeignet ist für zarte Gemüter.

Aus dem Grund möchte man die packende Lektüre Krimifreunden ab 14 Jahren empfehlen. Sie kann auch ein erwachsenes Publikum sehr gut unterhalten – es empfiehlt sich ohnehin, ungefähr zu wissen, was die eigenen Kinder lesen.

„Blue Killing“ ist der in sich abgeschlossene Auftaktband einer Trilogie, deren Titelbilder aufeinander abgestimmt sind und die unheilvolle Atmosphäre gelungen zum Ausdruck bringen. Die Bezeichnung „Schwarze Reihe“ wird optisch durch dunkle Cover und schwarze Seitenränder betont. (IS)

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