Die Große Wildnis

Piers Torday
Die Große Wildnis

The last Wild (2013)
cbj
ISBN: 978-3-570-22526-4
Kinder & Jugend
1. Auflage März 2015
Übersetzt von Petra Koob-Pawis
384 Seiten, 12,5 x 18,3 cm, mit s/w Illustrationen
Taschenbuch

www.randomhouse.de/cbj

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Der Autor

Piers Torday stammt ursprünglich aus Northumberland. Er begann seine Karriere als Autor am Theater und für Live-Comedy-Shows. Zuletzt schrieb er fürs Fernsehen und entwickelte dort Programmideen. Piers‘ Vater ist der berühmte Autor Paul Torday (Lachsfischen im Yemen). „Die Große Wildnis” ist Piers‘ erster Roman. Für „Der Aufstand der Tiere“ , die Fortsetzung der Geschichte, wurde er mit dem „Guardian Children’s Fiction Prize“ ausgezeichnet.
(Quelle: cbj)

Das Buch

Das Leben scheint für den zwölfjährigen Kester keine Überraschungen mehr zu bieten, und die Zukunft sieht trübe aus. Seit man ihn vor sechs Jahren seinem Vater weggenommen und in eine Anstalt für verhaltensauffällige Kinder gesteckt hat, sind Demütigungen und Hänseleien an der Tagesordnung, und das vor allem, weil er seit dem Tod seiner Mutter kein Wort mehr gesprochen hat. Vor den Toren der Anstalt und außerhalb der Städte wütet die Rote Pest, eine Krankheit, die alle Tiere dahinrafft. Damit noch nicht genug: mit dem Verschwinden der gemeinhin als „für den Menschen nützlich“ bezeichneten Insekten, solche, die Pflanzen bestäuben oder anderes Ungeziefer vertilgen – ganz recht: dieses Ungeziefer hat unglücklicherweise überlebt! -, gibt es auch keine pflanzliche Nahrung mehr. Man ernährt sich von Formula, das in den Fabriken eines mächtigen Konzerns hergestellt wird.

Bald stellt Kester fest, dass er die außergewöhnliche Gabe besitzt, mit Tieren zu reden. Obwohl die Sicherheitsvorkehrungen in der Anstalt sehr streng sind, gelingt ihm mit Hilfe einer Kakerlake die Flucht, und er findet sich unversehens im Kreis unterschiedlicher Wildtiere wieder, die er schon von der Roten Pest ausgerottet geglaubt hat. Gemeinsam mit der Kakerlake, einem Hirsch, einem Wolfsjungen und einer Schar Tauben begibt er sich auf die abenteuerliche Reise in die Stadt mit dem Ziel, ein Gegenmittel für die Seuche zu finden. Aber der Weg ist nicht ungefährlich, da ziehen beispielsweise die Keuler durchs Land, die alles tierische Leben auslöschen sollen, um die Krankheit einzudämmen; es gibt Außenseiter, die nicht immer so wohlwollend sind wie es zunächst scheint. Für den misstrauischeren erwachsenen Leser sind sie nicht schwer zu durchschauen, der jüngeren Leserschaft verschaffen die Charaktere, denen die Gruppe bei ihrer Wanderschaft begegnet, allerdings einen wunderbaren Nervenkitzel. Nicht gruselig, aber aufregend.

Anfangs hat Kester nur einen Wunsch: wieder zu seinem Vater zurück zu kehren, aber mit der Zeit – teils gedrängt, teils aus freien Stücken und teils aus einem zunächst unbestimmten Gefühl der Verantwortung – findet er sich in seine Rolle als Held. Eine Figur, in die sich Mädchen wie Jungen der Zielgruppe ab 10 Jahren gut hineindenken können und mit der man sich gerne identifiziert. Man beschäftigt sich mit allen Attributen, die das menschliche Miteinander ausmachen: mit Zweifel und Vertrauen, Angst und Mut, Zorn, Hass und – beim rasanten Showdown kriegt der Autor – weniger der Protagonist – gerade noch die Kurve, um kein Desaster zu veranstalten mit so vielen guten Vorsätzen zur Charakterbildung im Gepäck.

Eine abenteuerliche, teilsweise rasante, manchmal traurige, aber auch lustige Reise ist zu Ende. Sind alle offenen Enden zufriedenstellend vernäht, kann sich der Leser entspannt zurücklehnen? Im Prinzip: ja. Man kann aufatmen. Allerdings endet das Buch, wie im Übrigen jedes Kapitel, mit einem, wenn auch kleinen, Cliffhanger. Den zweiten Teil wird man sich daher nicht entgehen lassen, wenn einem „Die Große Wildnis“ gefallen hat – und das ist so gut wie sicher.

Fazit

“Die Große Wildnis” ist tatsächlich Piers Tordays erster Roman! Toll gemacht. Sprachlich ein kleines Meisterstück (manche Formulierungen sind so schön, dass man sie öfter lesen muss!) mit viel Action, einer durchdachten, für Kinder nicht zu komplexen Story, die trotzdem zum Nachdenken über Natur und unseren Umgang mit der Umwelt anregt, und vielen liebenswerten und manchen zwielichtigen oder zutiefst widerwärtigen Figuren.

Copyright © 2015 by Michael Bahner

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Comments

  1. Hallo Werner,

    ist obiger Beitrag ohne „(sfbentry)“-Eintrag so gewollt?
    Ich hatte den extra reingemacht wegen Detlefs Kommentar zum Jahresbeginn, dass cbj keine Verlosungsexemplare usw. mehr schicken würde.

    Soll man in Zukunft, falls man überhaupt ein Rezi-Exemplar bekommt, den Eintrag jetzt doch weglassen?

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