Die Jagd nach der römischen Formel

die-jagd-nach-der-romischen-formelAndrea Tillmanns
Die Jagd nach der römischen Formel
Edition Heikamp 26

Crago-Verlag, Weikersheim
Originalausgabe/1. Auflage à 100 Ex.: 12/2009
Literaturheftchen im Kleinformat
Kinderbuch, Krimi
ISBN 978-3-937440-47-7

Titel- und Illustrationen im Innenteil von Ursula Schachschneider
Autorenfoto von N. N.

www.crago-verlag.de
http://heikamp.net/
www.andreatillmanns.de
www.u-schachschneider.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Der 10-jährige Mike ist gar nicht begeistert, dass er mit seinen Eltern die Sommerferien bei Großtante Erika in Zülpich verbringen soll. Was hat ein verschlafenes Nest in der Eifel einem Berliner schon groß zu bieten? Und tatsächlich scheinen sich Mikes schlimmste Befürchtungen zu bewahrheiten: Die alte Frau läuft mit Kittelschürze und Lockenwicklern umher, und in der so genannten City gibt es bloß ein paar winzige Läden. Mikes Laune bessert sich erst, als er seinen zwei Jahre älteren Cousin Peter und die ein Jahr jüngere Susanne aus der Nachbarschaft kennen lernt. Mit den Rädern fahren sie zu den Baggerseen Schwimmen und besichtigen die römischen Ruinen. Ein Zeitungsartikel, in dem über einen Fund – eine Steintafel mit römischen Schriftzeichen und Zahlen – berichtet wird, weckt ihr Interesse.

Großtante Erika kennt sogar den Finder und vermittelt einen Besuch. Die Kinder dürfen die Steintafel anschauen, fotografieren und die Zeichen abpausen. Herr Schmitt hat vor, einen Historiker in Köln aufzusuchen, der vielleicht das Rätsel der Inschrift lösen kann. Dann wird bei den Schmitts eingebrochen – zum Glück befand sich die Tafel sicher verwahrt im Safe. Anscheinend ist sie wertvoller, als angenommen. Die Kinder beginnen zu recherchieren und warnen Herrn Schmitt, dass die Einbrecher vielleicht einen zweiten Überfall wagen könnten, aber weder er noch die Polizei wollen den Vermutungen Gehör schenken…

Von Andrea Tillmanns sind im Crago-Verlag/Edition Heikamp bereits zwei Bände erschienen: „Der dritte Armreif“ (Bd. 10) und „Drachenfeuer“ (Bd. 14), die beide im phantastischen Genre angesiedelt sind, während es sich bei „Die Jagd nach der römischen Formel“ (Bd. 26) um einen Krimi für sehr junge Leser handelt. Auf knapp 40 Seiten kann man natürlich keine detailreiche Geschichte mit verschiedenen Schauplätzen und ausgefeilter Charakter-Entwicklung unterbringen. Hier liegt die Kunst darin, das Wesentliche kurz zu beschreiben und so aufzubereiten, dass der Leser der Erzählung trotzdem gerne folgt und einen zufrieden stellenden Höhepunkt oder eine Schlusspointe offeriert bekommt.

Das gelingt der Autorin auch sehr gut, denn ihre Protagonisten bieten sich der Zielgruppe zur Identifikation an, wobei das Mädchen noch nicht einmal die ungeliebte Nebenrolle der ‚Quotenfrau’ belegt. Auch ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick hin scheint, denn selbst verschlafene Nester haben ihre Highlights, wenn man bloß die Augen aufmacht und neugierig ist. Damit ist auch schon der Grundstein für die Krimi-Handlung gelegt, die dem gängigen Muster vieler Jugendbücher folgt und genau das bietet, was man erwartet – ohne irgendwelche Schnörkel oder Experimente:

Die Kinder stellen Nachforschungen an und kombinieren klug, so dass sie nicht nur Interessantes über die Inschrift herausfinden, sondern außerdem Gelegenheit erhalten, einen Diebstahl zu vereiteln. Die ungläubigen Erwachsenen und mehr noch die Gauner schauen entsprechend ‚alt’ aus. Die Findigkeit der jungen Helden und ihr Einsatz mögen etwas dick aufgetragen wirken, aber ihre Kollegen aus Serien wie „TKKG“, „Die drei ???“, „Das Tiger-Team“, „Grusel-Club“ etc. erleben Vergleichbares – und Kinder mögen nun mal Abenteuer mit mutigen, gewitzten Akteuren in ihrem Alter. Die Erzählung wird mit reichlichem Lokalkolorit aufgepeppt, so dass das Büchlein besonders für jene reizvoll ist, die die Region kennen.

Obwohl der Kinder-Krimi bekannte Schemata bemüht, kann Andrea Tillmanns durch ihren gefälligen Stil überzeugen und weiß gut zu unterhalten. Den Band darf man kleinen Leseratten ab 9 Jahre empfehlen und einem reiferen Publikum, das Kurzgeschichten aus der Region schätzt und dabei Kinderbücher nicht ablehnt.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)
 
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