Die überaus fantastische Reise zum Urknall

Jürgen Teichmann
Die überaus fantastische Reise zum Urknall

(sfbentry)
Arena, 2. Auflage 2011
ISBN: 978-3-401-06392-8
Sachbuch, Kinder & Jugend
Illustratorin: Katja Wehner
Umfang: Gebundenes Buch, 152 S., Durchgehend farbig illustriert – 17,0 x 24,0 cm

www.arena-verlag.de

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Autor und Illustratorin

Jürgen Teichmann, geboren 1941, hat mehr als 30 Jahre lang den Bereich Bildung im Deutschen Museum in München – insbesondere zum Thema Physik und Astronomie – betreut. Auch die große  Ausstellung Astronomie/Astrophysik ist unter seiner Federführung entstanden. Jetzt widmet er sich vor allem historischen und fachphysikalischen Sachbüchern; außerdem ist er Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Sein Sachbuch „Das unendliche Reich der Sterne“ (Arena) stand auf der Auswahlliste des Deutschen Jugendliteraturpreises. „Mit Einstein im Fahrstuhl – Physik genial erklärt“ (Arena) wurde von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur im Dezember 2008 zum Buch des Monats gewählt.

Katja Wehner, geboren 1976 in Dessau, studierte nach dem Abitur Illustration und Buchkunst in Halle, Leipzig und Prag. 2002 erwarb sie ihr Diplom und war im Anschluss Meisterschülerin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seit 2004 ist sie selbstständige Illustratorin und arbeitet für verschiedene Verlage zu den unterschiedlichsten Themen.
(Buchtext)

Buch und Fazit

Bildung ist wichtig. Das ist eine Binsenweisheit. Dass Bildung, insbesondere bei Jugendlichen und Kindern, forciert werden muss, ist spätestens seit der letzten PISA-Studie klar geworden. Das Kunststück besteht nun darin, die Jugendlichen für das eine oder andere Thema zu begeistern. Besonders trocken und alltagsfremd scheint unter anderen in den Naturwissenschaften die Astronomie zu sein mit ihrer starken Affinität zu quälender und teilweise höchst komplizierter Mathematik.

Jürgen Teichmanns Buch verzichtet im Wesentlichen auf den Formelsalat und präsentiert die moderne Astronomie als Abfolge der wichtigsten Meilensteine in der Erforschung von Sonne, Planeten und Universum. Lediglich im Anhang finden sich neben weitergehenden Erklärungen die wichtigsten Gesetze als Formeln wieder, und ab und zu trifft man auf Formeln in Prosa: „Das Licht ist (…) in zehnfacher Entfernung 100-mal schwächer usw. Es nimmt also quadratisch mit der Entfernung ab.“

„Die überaus fantastische Reise zum Urknall“ beginnt vor gut 400 Jahren, als Galileo Galilei seine ersten Entdeckungen mit seinem neu konstruierten Fernrohr machte.

Von dieser Zeit an wird die Geschichte und mit ihr die Entwicklung der modernen Astronomie Stück für Stück aufgerollt: Kepler schreibt seine Gesetze der Himmelsmechanik auf, die später mit Newtons Gravitationsgesetz eine physikalische Grundlage erhalten; Fraunhofer entdeckt die dunklen Linien im Spektrum der Sonne, die bis zum heutigen Tag das wichtigste Mittel sind, um die Flucht der Galaxien und damit verbunden die Ausdehnung des Universums zu messen. Einsteins Relativitätstheorien sind ebenso Thema wie Neutronensterne, Pulsare und Schwarze Löcher. Die Abfolge der Kapitel ist nicht immer streng chronologisch, was aber kein Beinbruch ist – eher didaktisch sinnvoll. In vielen Kapiteln sind Biografien enthalten, und einige dieser Biografien überlappen sich zeitlich. Außerdem wird auf diese Weise eine klare Trennung der Themen erreicht und damit eine bessere Übersicht gewährleistet.

Beidem, sowohl der Geschichte der Astronomie wie auch den wissenschaftlichen Errungenschaften, wird in etwa gleich viel Aufmerksamkeit gewidmet. Dabei streut der Autor immer wieder Anekdoten und Beispiele ein, um den Leser weder zu überfordern noch einzuschläfern. Die vielen schönen Illustrationen von Katja Wehner, die Bilder, Tafeln und einige einfache Versuche erweitern und veranschaulichen den Text oder lockern das Buch einfach nur auf. Interessant sind auch die Fragen, die einige der Tafeln enthalten. Sie regen den Leser an, sich mit dem neu erworbenen Wissen zu beschäftigen.

Einen Patzer gibt es allerdings doch: zweimal wird die oben erwähnte „Formel in Prosa“ korrekt erwähnt. Aber beidesmal wird aus den Beispielen eine Faustformel konstruiert, die schlicht und ergreifend falsch ist. Einmal ist es ein Cepheid (ein Hell-Dunkel-Veränderlicher), der 50-mal dunkler erscheint und infolgedessen 50 x 50 = 2500-mal weiter weg sein soll als der Referenzstern. Das zweite Mal gibt es eine Galaxie, die 100-mal leuchtschwächer 100 x 100 = 10000-mal weiter entfernt sein soll. Korrekt wäre die Wurzel aus 50 beziehungsweise aus 100, was die 7- bzw. 10-fache Entfernung ergäbe!

Das Buch ist empfohlen für Jugendliche ab 10 Jahre und für diese Zielgruppe mit Sicherheit eine spannende und informative Lektüre. Selbst interessierte Erwachsene, denen die Astronomie noch fremd ist, sollten ihren Spaß daran haben.

Copyright © 2011 by Michael Bahner

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