Entdecke die Farben der Natur

entdecke-die-farben-der-naturEntdecke die Farben der Natur
Das Werkstattbuch für Kinder

Haupt Verlag, Bern (CH)/Stuttgart/Wien (A), 03/2010
SC, Kinderbuch, Sachbuch, Malen & Basteln
ISBN 978-3-258-60004-8
Titelfoto und Fotos im Innenteil von Helena Arendt

www.haupt.ch
http://pflanzenfarben.net/

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Helena Arendt wurde 1949 in Polen geboren und lernte in ihrer Heimat die traditionellen Färberpflanzen kennen. Im Alter von zehn Jahren kam sie nach Deutschland, studierte später Kunst und Kunstpädagogik und war als Kunstpädagogin tätig, bevor sie sich entschied, als freischaffende Künstlerin zu arbeiten.

In „Entdecke die Farben der Natur“ geht sie zurück zu ihren Wurzeln, der Farbherstellung mit natürlichen Materialien, die ihren ganz besonderen Reiz haben. Dabei spricht die Autorin vor allem Kinder an, die gern Malen und Basteln – aber auch kreative Erwachsene, die für ihr Hobby nach neuen Ideen suchen. Eingangs erläutert die Autorin, welche Vorbereitungen zu treffen sind und welche Ausstattung man benötigt, wenn man mit dem, was die Natur bietet, basteln und malen möchte. Bei einigen Arbeitsschritten ist die Hilfe von Erwachsenen notwendig, was entsprechend gekennzeichnet wurde.

Dann geht es auch schon los mit den Beschreibungen, wie man Säfte auf Pflanzenbasis herstellt. Zunächst wird die Blume, die Beerenfrucht, das Gemüse etc. mit einigen passenden Worten vorgestellt. In einem grau unterlegten Kästchen findet man die Zutatenliste für die Farbherstellung. Darauf folgt eine kurze, nachvollziehbare Arbeitsanleitung, ergänzt um einige Hinweise. Manchmal gibt es noch einen interessanten Extra-Tipp und einen Vorschlag für ein erstes Farbexperiment (meist ein Bild). Abgerundet wird mit farbigen Fotos von der Pflanze, den Arbeitsabschnitten und einem mit dieser Farbe erstellten Motiv. Zu den empfohlenen Pflanzen gehören beispielsweise der Klatschmohn, die Walnuss, der Rotkohl, die Holunterbeere. Man erfährt, dass die daraus gewonnenen Farben nicht lange haltbar sind, da sie schimmeln, aber man sie durchaus einfrieren oder kleine Mengen eintrocknen lassen. Die mit ihnen gemalten Bilder sind lichtempfindlich und sollten nicht dem hellen Sonnenlicht ausgesetzt werden.

Auch den verschiedenen Maltechniken sind mehrere Seiten gewidmet. Hier findet man u. a. den Kartoffeldruck und das Spritzen, aber auch Anregungen, nicht nur den Pinsel zu verwenden, sondern Feder und Blätter auszuprobieren, oder besondere Effekte durch die Zugabe von Essig, Salz und Natron zu erzielen. Ein weiteres Kapitel ist den Kleisterfarben gewidmet, die auf denselben Rezepten basieren, durch verschiedene Zutaten wie Mehl, Tapetenkleister o. ä. jedoch dickflüssiger werden und sich für das Bemalen von Holz und Steinen besonders eignen. Mit dem Kleister-Grundrezept kann man natürlich auch kleben. Darauf folgt die Überleitung zu Kleistersand und Bildern und Plastiken aus diesem Material, die auch wieder bemalt, beklebt und durch eingedrückte Objekte dekoriert werden können. Die letzten Seiten sind den Erd- und Kreidefarben gewidmet, die auf ähnliche Weise hergestellt werden. Konkrete Vorschläge – auch immer mit Foto -, was man alles mit diesen Farben und Werkstoffen machen kann, fehlen nicht: Limonadengetränke, Schminke, Fingerfarben, bedruckte Tüten und Karten, Skulpturen und ganze Landschaften sind nur ein paar Beispiele, denn für die Phantasie gibt es keine Grenzen.

Die Autorin spricht junge Maler und Bastler vertraulich mit dem Du an und beschreibt das Wesentliche kurz und in einer altersgerechten Sprache. Es empfiehlt sich, dass Eltern bei der Herstellung der Materialien anfangs und bei kleinen Kindern grundsätzlich dabei sind. Man sieht dann schon, ab wann man den Künstler allein lassen kann. Vielleicht bekommt man aber auch Lust, mit dem Kind zusammen das eine oder andere auszuprobieren, um ungewöhnliche Deko-Objekte, Geschenkpapiere usw. herzustellen. Für Kindergärten und Schulen ist das Buch auf jeden Fall eine tolle Fundgrube an Ideen!

Allein dass Lebensmittel zu ‚Spielzeugen’ werden, mag einige Bedenken hervorrufen – aber auch das hat Tradition und wird noch heute von der Industrie praktiziert. Darum: Wohl dem, der einen Garten besitzt, der mehr abwirft, als geerntet und verarbeitet werden kann. In dem Fall spricht kaum etwas dagegen, dass man alles, was sonst kaputt gehen würde, auf diese Weise sinnvoll und mit Freude verwendet.

Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

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